Skip to content

Sprachverhunzer Universität Leipzig?

Die Universität Leipzig kann sich rühmen, einen „deutschen Wortschatz“ geschaffen zu haben, eine Art elektronisches Wörterbuch, das mehr kann als ein Wort erläutern: Es verknüpft Wörter mit anderen, sucht Zusammenhänge und durchforstet die Presse. Das Projekt ist allerdings nur zum Teil gelungen: Dank „künstlicher Dummheit“, auch „künstliche Intelligenz“ genannt, werden häufig falsche oder sinnlose Kombinationen gefunden, die mit dem Ursprungsbegriff nicht recht korrespondieren wollen. So wird zur „Tussi“ erläutert, es handele sich um ein Hirtenvolk, während die Wortherkunft von der „Tusnelda“ nirgendwo zu lesen ist.

Alles auf weiblich: Studentinnen und Professorinnen

Diese Universität hat nun selbst an der Sprache herumgeschraubt. Nachdem ihr offenbar Begriffe wie „Studentinnen und Studenten“ und „Professorinnen und Professoren“ zu lange waren, hat sie sich nun nicht, wie manche verkorkste Akademiker es tun, auf ProfessorIn oder StudentIn geeinigt, sondern gleich auf „Studentinnen“ und „Professorinnen“. Für Frauen und Männer wurde also die weibliche Form gewählt.

Alle Macht den Universitäten?

Nun wissen kritische Journalisten seit Langem, dass an unseren Universitäten neben vielen dankenswerten Dingen auch reichlich Müll produziert wird, beispielsweise in der Genderforschung (übrigens ein Wort, das nicht einmal der Duden wahr haben will). Aber das ist nicht der Punkt. Es ist vielmehr die Anmaßung der Akademiker schlechthin, alles so zu definieren, wie sie es gerne hätten. Die bürgerliche Definitionsmacht, also die Macht, den Umständen des Lebens Namen zu geben, ist längst verloren gegangen. Diese „Macht des Volkes“ wurde jahrzehntelang durch Journalisten, Schriftsteller und Koversationslexika repräsentiert. Wie man am Beispiel von Wikipedia unschwer erkennen kann, wird das Volk entmachtet, wenn es um die Definition von Begriffen geht. Wer dort wagt, keine „wissenschaftlichen Quellen oder hinreichende Belege“ zu nennen, wird sofort von der Masse besserwisserischer Akademiker abgemahnt.

Nun also hat die Universität Leipzig sich rühmen, eine neue Ära der sprachlichen Bevormundung eingeleitet zu haben: Studentinnen, Dozentinnen und Professorinnen wird es geben – Frauen und Männer haben sich diesem Sprachdiktat zu beugen.

Wir hatten in Deutschland eigentlich eine ganz vernünftige Regelung, die im Ursprung der englischen Sprache sehr nahe kam: Politiker wendeten sich an Bürger, Autoren an Leser, Professoren an Studenten. Niemand hat dabei Frauen vergessen, sondern es war für uns selbstverständlich, uns stets an beide Geschlechter zu wenden.

Doch dann erfand ein emotional verständlicher, sprachlich aber entsetzlich komplizierter Gutmenschen-Feminismus das „-in“, und Politiker wandten sich hinfort an Bürgerinnen und Bürger, so, als ob es zweierlei wären, und die akademischen Hochnasen erfanden die BürgerIn. Ähnlich erging es uns mit allen anderen Begriffen, die sich an die Allgemeinheit wendeten. Wir alle hatten vor, höflich zu sein. Wir begannen also, von Leserinnen und Lesern zu sprechen, und benutzten dazu eher den Knigge als ein vernünftiges Deutsch, denn „Bürger und Bürgerinnen“ oder Bürger(innen) hätte es auch getan. Eine weitere Variante wurde sogar einmal diskutiert, dann aber dem falschen Respekt vor der Weiblichkeit geopfert: Aus den Studentinnen und Studenten hätten gut und gerne die „Studierenden“ werden können, aus Professorinnen, Professoren, Dozentinnen und Dozenten gut die „Lehrenden“. Das wäre bei Schülerinnen und Schülern dann leider mangels eines besseren Begriffs die „Schülerschaft“ gewesen, und bei den Leserinnen und Lesern die „Leserschaft“, und so verdinglichen wollte man die Sprache offenbar wieder nicht.

Die Huldigung an die Frauenherrschaft

Nun also – die Huldigung an die Frauenherrschaft: Alle wird neu, alles wird weiblich, alles versumpft im Vulgärfeminismus. Die armen Männerlämmer müssen entweder zustimmen oder sich Rüffel abholen. Gab es denn keinen Protest an der Uni Leipzig? Nein, wie man hört. Studentinnen und Studenten sind so handzahm und lammfromm geworden, dass sie nicht einmal merken, wenn sie sprachlich verarscht werden. Ja sicher, verarscht – ich weiß kein treffenderes Wort dafür.

Idiotinnen voran ... macht negative Begriff doch einfach weiblich!

Ob wir Männer uns wehren können? Natürlich. Wir sollten ein Wort wie „dämlich“ wieder aufleben lassen – dann würde der überhebliche Teil der Frauen nämlich herrlich dämlich dastehen. Als weitere Begriffsklärungen könnte man ja vorschlagen, demnächst nicht mehr von „Idioten“ (eindeutig zu männlich) sondern von „Idiotinnen“ zu sprechen. Das ist bewusst polemisch gemeint, denn dies ist doch auffällig: Wenn ein Begriff positiv besetzt ist, wie Studentin, Dozent oder Professor, dann soll die weibliche Form her. Ist der Begriff jedoch negativ besetzt, dann wird es wohl bei der männlichen Form bleiben. Männer, hört mal: Die Sozial-Feministinnen und ihre männlichen Helfershelfer an den Universitäten haben euch ausgetrickst. Und Männer sind nun die Dumminnen und Beschisseninnen. Vielleicht werden wir noch völlig andere neue Worte schöpfen müssen, wie etwa die Gelackmeiertinnen. Ja, und weil beispielsweise dann nicht alle Idiotinnen weiblich sind, müssen wir in manchen Fällen dann wohl schreiben: Idiotinnen (m/f) oder Idiotinnen (m).
Kategorien: derzeit | 0 Kommentare
Abstimmungszeitraum abgelaufen.
Derzeitige Beurteilung: keine, 0 Stimme(n) 2320 Klicks

Trackbacks

liebepur.com am : PingBack

Die Anzeige des Inhaltes dieses Trackbacks ist leider nicht möglich.

Kommentare

Ansicht der Kommentare: Linear | Verschachtelt

Noch keine Kommentare

Kommentar schreiben

Umschließende Sterne heben ein Wort hervor (*wort*), per _wort_ kann ein Wort unterstrichen werden.
Standard-Text Smilies wie :-) und ;-) werden zu Bildern konvertiert.
Die angegebene E-Mail-Adresse wird nicht dargestellt, sondern nur für eventuelle Benachrichtigungen verwendet.

Um maschinelle und automatische Übertragung von Spamkommentaren zu verhindern, bitte die Zeichenfolge im dargestellten Bild in der Eingabemaske eintragen. Nur wenn die Zeichenfolge richtig eingegeben wurde, kann der Kommentar angenommen werden. Bitte beachten Sie, dass Ihr Browser Cookies unterstützen muss, um dieses Verfahren anzuwenden.
CAPTCHA

Formular-Optionen