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Erzieher - Bezieher fürstlicher Löhne?

Erzieher streiken – jedenfalls noch diese Woche. Sie tun Ähnliches wie die ebenfalls stark streikmotivierten Bahnmitarbeiter: Sie streiken für höhere Löhne und nehmen da Volk als virtuelle Geißel. Und immer trifft es andere Arbeitnehmer. Das interessiert die Gewerkschaften natürlich nicht. Sie streiken ja für ihre Mitglieder, nicht für die Gerechtigkeit.

Kein fürstliche Lohn - aber recht gut bezahlt

Nein, fürstliche Löhne erhalten Erzieher nicht. Aber eben auch nicht extrem Niedrige. Grundgehälter für Vollzeitarbeit um die 3000 Euro sind drin – das ist deutlich mehr als der Mindestlohn. Vergleicht man sie mit Lehrern an öffentlichen Schulen, so haben diese ein deutlich höheres Einkommen, der Sozialarbeiter hingegen erreicht diese Einkommen nicht.

Im Grunde kann man sagen: Das Einkommen er Erzieherinnen und Erzieher ist absolut gerecht, und es ist wirtschaftlich gesehen durchaus ausreichend.

Die Erzieherinnen und Erzieher selber sind anderer Meinung. Das dürfen sie und das darf ihre Gewerkschaft –aber was ist dran?

Die Folgen des höheren Lohns für Erzieher(innen)

Sollte es eine Lohnerhöhung geben, woran ich bei dem Gewerkschaftsdruck nicht zweifele, würde diese zulasten der Kommunen gehen. Von dort gelegentlich wieder zulasten der Institutionen des Sozialgewerbes (Kirchen und Wohlfahrt), die diese Einrichtungen nach Ja nicht nach sozialen, sondern nach wirtschaftlichen Gesichtspunkten betreiben.

Und was ist der Erfolg? Entweder man knappst an den Zeiten oder anderen Ressourcen herum, was nicht wünschenswert ist. Oder man erhöht die Gebühren, die ohnehin schon ziemlich hoch sind. Wer heute gegen 150 Euro pro Kind „abdrücken“ muss, kann mit Fug und Recht an der oft beschworenen „sozialen Gerechtigkeit“ zweifeln – und in Zukunft könnten es gut 180 Euro sein. Die müssen erst einmal verdient werden.

Sozialer Wahnsinn: Die Armen trifft's, den Reichen ist's schnuppe

Der soziale Wahnsinn beginnt eben oft mit „mehr Lohn“ für Dienstleistungen, die alle benötigen. Gerade erst hat der Mindestlohn (trotz einiger anderslautender Pressemitteilungen) zu massiven Preiserhöhungen geführt, da kommt die nächste Welle von erhöhten Kosten auf den Bürger zu.

Treffen – und das ist wirklich das Interessante sowohl am Mindestlohn wie an der Kita – wird es kaum die Wohlhabenden treffen. Diese sind kaum daran interessiert, ob das Stück Kuchen, der Friseur, die Übernachtung oder das Taxi um 20 Prozent teurer wurde – und eben auch nicht die Kita-Gebühr.

Nein, es trifft die Armen und diejenigen, die sich „schlecht und recht“ durchschlagen müssen. Ihnen wird sozusagen „die Butter vom Brot“ genommen. Hat sich die Gewerkschaften eigentlich mal überlegt, was jemand brutto mehr verdienen muss, damit er die möglichen 60 Euro zusätzlich für zwei Kinder in der Kita netto bezahlen kann?

Ach – sagte da gerade jemand, bei zwei Personen und je 3000 Euro Bruttogehalt sei das ja wohl kein Problem? Wenn Sie dem zustimmen, dann sehen Sie: Erzieher sind im Grund eben doch Bezieher relativ fürstlicher Löhne.

Lösungen sind möglich, aber nicht in Sicht

Klar gibt es Lösungen – von der restlos steuerfinanzierten Kita bis hin zu Staffelungen der Elternbeiträge nach dem Einkommen. Und manches Licht sollte auch auf die Finanzen der Träger fallen, für die der Betrieb von Kitas ja offensichtlich recht lukrativ ist.

Aber all das ändert nichts daran, dass der höhere Lohn für Dienstleistungen zunächst einmal zu höheren Kosten führt, die auf den Bürger abgewälzt werden müssen, weil die Kommunen nicht genügend Geld haben. Gerechtigkeit? Da kann ich nur Hohnlachen.
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