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Auf zu neuen Ufern – ich biete mich an

Auf dem Weg zu neuen Ufern ...

Nachdem ich fast 10 Jahre im Internet über Themen geschrieben habe, die sich eng an die Partnersuche anlehnten, bin ich nun bereit, etwas Neues zu wagen. Das „Neue“ kann alles sein, was Sie schreiben, bewerten, analysieren, vortragen, zusammenarbeiten, oder einander ergänzen nennen könnten.

Von den meisten Menschen und Institutionen erwarte ich eine angemessene Bezahlung pro Tag, Stunde, Normseite, Zeile oder Wort. Sollten Sie ein Projekt mit geringem Budget haben, das mich besonders interessiert, kann über den Preis verhandelt werden.

Zu den Themen, die gerne und ausführlich, zuverlässig und kompetent mehr sagen kann als andere, sind:

1. Alltagspsychologie.
2. Kommunikation.
3. Partnersuche und Partnerwahl.
4. Liebe und Sexualität.
5. Problemlösungsverfahren.
6. Auswirkungen von IT-Technologie auf das Zusammenleben.
7. Kritische Analyse wissenschaftlicher Aussagen.
8. Lebenspläne und deren Veränderung.
9. Auswirkungen von IT-Technologie.
10. Erotische Literatur, auch die der Vergangenheit.


Was immer Sie gerade jetzt planen: Planen Sie mich mit ein. Und wenn Sie Lust haben, einfach mit mir zu sprechen, dann tun Sie es doch einfach.

Und Sie finden mich neuerdings auch auf: sehpferd.de

Mein Service für Autoren, Unternehmer und Dienstleister

Umschreiben - Rewriting, Content, lustvolle Texte


Meine Leistungen für Sie? Sie sind selten, exklusiv und - einfach wundervoll. Das meinen jedenfalls meine Kunden.

Ich schreibe für Sie nahezu jeden Text in jeden anderen um. Meine Spezialität ist jedoch, Texte zu wandeln. Es scheint dann so, als sei der neue Text von einem völlig anders denkenden und fühlenden Autor geschrieben. Das nützt Ihnen, wenn Sie den inhaltlich gleichen Text in vielen Varianten benötigen.

Unter anderem biete ich Ihnen an:

- Die narrative Schreibweise in fantasievolle Worte zu verändern.
- Schärfe herauszunehmen – Schärfe hineinzugeben.
- Erotische Passagen zu überarbeiten.
- Texte zu erotisieren.
- Passagen zu kürzen und zu erweitern.
- Texte zu feminisieren oder zu maskulinisieren.
- Texte zu vereinfachen.
- Irgendein „Fachchinesisch“ in verständliches Deutsch zu wandeln.


Und nicht zuletzt biete ich an (auch Verlegern, Wirtschaftsunternehmen und Dienstleiter(innen):

- Erotische Passagen in vorhandene Texte einzufügen oder sie zu überarbeiten.
- Content über Liebe, Lust und Leidenschaft, Sex oder Erotik für Sie zu schreiben.
- Zusammenhänge darzustellen und zu vereinfachen.

Was hindert Sie, mich zu fragen? Bei kleinen Aufträgen zahlen Sie erst, wenn Sie mit mir zufrieden sind. Bei größeren Aufträgen biete ich Ihnen faire Preise an, die Sie überraschen werden.

So weit mir bekannt, ist der Umschreibeservice in Deutschland noch relativ unbekannt. Man nennt ihn auch Re-Writing. Doch bevor Sie sich mit den Definitionen im Internet beschäftigen, erkläre ich es Ihnen so:

Rewriting (Umschreiben) ist wie ein Changierbeutel: Sie geben ein graues Tuch hinein und ein bunt gemustertes kommt heraus – oder auch ein tiefrotes Tuch voller Lust und Leidenschaft.

Kontakt über:

Eine guten Rutsch ins neue Jahr!

Guten Rutsch für Sie alle - und bleiben Sie mir treu, wenn Sie möchten


Für Sie alle nur das Beste zum neuen Jahr

wünscht

Gebhard Roese
freier Schriftsteller

Bild: historische Grußkarte zum neuen Jahr
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Spanische Verlage: Der Schuss gegen Google geht nach hinten los

Manche Zeitungsverleger haben offenbar vor lauter Selbstherrlichkeit das Denken verlernt. Denn der Nachrichtendienst „Google News“ versorgt ein paar Millionen Menschen tagtäglich mit Informationen, die sie auf diese Weise (und oft nur auf diese Weise) zu einem Gesamtbild zusammenfügen können.

Das stärkt die Meinungsvielfalt und führt auch dazu, dass Menschen sich die Zeitungen ansehen, die sie niemals kaufen. Zum Beispiel, weil für einen Erfurter keine regionale Bedeutung hat, was in Köln passiert, die Meinung des Kölner Kommentators aber ein wichtiges Element der Meinungsbildung sein kann.


Manche Verleger – unter ihnen auch bekannte deutsche Verleger – wollen das nicht begreifen, was letztlich auch bedeutet: Die Meinungsvielfalt, ohnehin durch die Pressekonzentration in Gefahr, wird den Interessen ihrer Buchhalter geopfert.

Google hat den Streit um den „Leistungsschutz“ schon lange satt. Und die Bereitschaft des Gesetzgebers, den aggressiven Verlegern wie ein Schoßhündchen zu folgen, verwundert nicht nur neutrale Beobachter, sondern mittlerweile auch Autoren.

In Spanien hat Google nun die Konsequenz gezogen: keine Google News mehr für Spanien – aus und vorbei. Über die merkwürdige Verquickung von Wirtschaftsinteressen der Verleger und dem „Volkswillen“ schreibe die „Süddeutsche Zeitung":

Die vor allem von den Verlegern unterstützen Gesetzesänderungen kam mit den Stimmen der Abgeordneten der konservativen Volkspartei (PP) von Ministerpräsident Mariano Rajoy zustande. Sprecher linker Parteien und auch Vertreter der Kulturszene hatten vor allem die "Google-Gebühr" kritisiert.


Der Schuss des spanischen Gesetzgebers könnte freilich nach hinten losgehen. Denn Google News ist ja nicht nur ein Nachrichtendienst, sondern vor allem auch eine kostenlose Werbeplattform für die Zeitungen, die hier zitiert werden.

In Deutschland gelte etwas andere Voraussetzungen, doch wüten auch hier einzelne Verlagshäuser dagegen, dass Google auch nur winzigste Ausschnitte aus den (oftmals inhaltlich völlig wertlosen) Artikeln zeigt.

Sieht man sich anderseits die monströsen Anzeigen an, die jetzt bei nahezu allen Online-Ausgaben deutscher Zeitungen lästig und störend „aufpoppen“, dann bekommt man einen Eindruck, was den Verlegern in Zukunft entgehen wird: Werbeeinnahmen. Und das sollte die Erbsenzähler in den betroffenen Verlagen beunruhigen.
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Der erste Advent

Die Wohnung hat sich ein eine seltsame Mischung aus Emotionskitsch, Berglerhandwerk und ein klein wenig Kunst verwandelt. „Adventsstimmung“ nennt man so etwas wohl. Die Christen warten also mal wieder auf den Zeitpunkt, an dem ihr Religionsstifter geboren wurde, die Heiden auf das wiederkehrende Licht und ein paar Kinder und Mätressen auf die Geschenke, die sie bekommen werden, weil sie brav waren.

Vor etlichen Jahren hatte mich eine Frau gefragt: „Und was sind deine Weihnachtstraditionen?“ Nun, ich musste gestehen, keine zu haben. Soweit ich allein lebte, setzte ich mich auf meine Couch, verspeiste Lebkuchen und uralten Gouda und trank einen exzellenten Rotwein dazu. Und soweit ich in einer Beziehung lebte, aß ich einen möglich kleinen Truthahn aus dem nahen Frankreich gemeinsame mit der jeweiligen Zufallspartnerin, Geliebten oder Ehefrau, je nachdem, wie die Würfel gerade gefallen waren. Gelegentlich wurde ich in Weihnachtstraditionen hineingedrängt: „Wir müssen heute meine Eltern besuchen“, zwei Schwarzwaldorte weiter. Also besuchte ich brav Personen, zu denn ich so viel „Beziehung“ hatte wie zur Kassiererin im Supermarkt, verhielt mich brav, soweit es mir möglich war, und plapperte ab und im Chor der Nichtigkeiten mit. Einmal besuchte ich aus lauter Nettigkeit einen Gottesdienst in einer Sprache, von der ich kein Wort verstand, aber es wurde schrecklich falsch gesungen, was wiederum ein Erlebnis besonderer Art war.

Oh ja, und dann war da noch der Weihnachtsbaum. Ich kann nicht mit ihm leben und nicht ohne ihn. Damit ich mit ihm leben kann, schmücken ihn neben Weihnachtskugeln auch Darstellungen von Katzen, Schlampen und Vögeln. Der Weihnachtsbaum, der Lichterbaum – aber auf keinen Fall der Christbaum. Niemand in meiner Familie nannte ihn so. Die negative Erinnerung an diesen Baum: Unter ihn treten zu müssen, einen Diener zu machen und das obligatorische Weihnachtsgedicht aufzusagen, um das Großmütterlein zu ergötzen. Das Schlimmste war, auch noch mit meiner verhassten Cousine in Konkurrenz treten zu müssen, die ihrerseits einen Knicks machen musste, bevor sie unter den Weihnachtsbaum trat. Aber ohne ohne Gedicht gab es keine Geschenke – und auf die wollte ich keinesfalls verzichten.

Schön, wenn alles vorbei ist. Dann beginnt die Hoffnung darauf, wenigstens einen Teil seines Lebens noch einmal auffrischen oder neu gestalten zu können.

Oh ja, ich habe noch viel vor, und ich freue mich auf jeden kommenden Tag, an dem die Sonne scheint. Heute scheint sie zufällig. Ein wundervoller Tag, um dies zu schreiben.
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Die Frauen, die Presse und die Unterwerfungsfantasien

Zur Schau gestellt: Domination - immerhin die Hälfte der Frauen träumt davon

Nachdem meine Redaktion der "Liebeszeitung" versucht, Daten in die richtige Relation zu setzen, glauben andere offenbar, damit Klischees füllen zu können. So schreibt die Frankfurter Rundschau dieser Tage unter Berufung auf die gleichen Quellen, die ich zu einer umfassenden, vergleichenden statistischen Betrachtung zusammenfasste:

Gerade Frauen haben der Studie zufolge häufig Unterwerfungs-Fantasien.


Was stimmt dran, was ist falsch? Sicher ist, dass damit Vorurteile gestützt werden könnten. Eine erste einer Frau war:

Wie kann es sein, dass Frauen, die doch ohnehin oft unterdrückt wurden, Unterwerfungsfantasien haben?


Darauf gibt es Antworten, aber die gehörten nicht in den Bereich der Untersuchungen. Hier war vielmehr zu fragen: Wie stark wichen die Unterwerfungsfantasien der Frauen von denen der Männer ab?

Überraschung: Frauen und Männer unterscheiden sich wenig in ihren Unterwerfungs-Wünschen

Die Antwort wird Sie überraschen – aber in der Zeitung steht sie (natürlich?) nicht:

Dominiert werden wollen in der Fantasie zwar 65 Prozent der Frauen und damit fast zwei Drittel, aber auch die Männer wollen zur guten Hälfte dominiert werden. (53 Prozent). Die Abweichung beträgt ungewichtet magere 12 Prozent. Bewertet man sie jedoch, so gehört sie zu den selteneren geringen Abweichungen zwischen Frauen und Männer. Nur 1,2 Frauen mit diesen Fantasien kamen nämlich auf einen Mann mit ähnlichen Fantasien.. Im Schnitt der mir vorliegenden Zahlen (1) bestand die mittlere Abweichung darin, dass 1,9 Personen des einen Geschlechts auf eine Person des anderen Geschlechts kamen.

Frauen denken zugleich auch dominant - und zwar zur Hälfte

Nun könnte man nach der Lektüre der „FR“ meinen, Frauen würden im Leben nicht auf die Idee kommen, andere Personen zu dominieren. Doch das ist ebenso kurz gegriffen: Immerhin war fast die Hälfte der Frauen (48 Prozent) dazu in der Fantasie in der Lage – ebenfalls mit einer marginalen Differenz zu den Männern, die zu 60 Prozent darüber fanatisierten, eine Frau zu dominieren. Auch dabei ergab sich die geringe Differenz von 1:1,3 – das heißt, auf eine Frau mit dominanten Fantasien kamen 1,3 Männer. Wenn sei sich das nicht vorstellen können, dann runden Sie auf: Stellen Sie sich vor, links im Raum würden 10 dominante Frauen stehen und 13 dominante Männer. Wie viele sind es? Deutlich mehr? Etwas mehr? Nahezu gleich viele?

Sicher, Zahlen sind geduldig, und auch die Online-Forschung, die dahinter steckt, wirft Fragen auf. Dennoch: Warum schreibt die FR dann, „Gerade Frauen“ hätten häufig Unterwerfungs-Fantasien, wenn die Differenz zu Männern vergleichsweise lachhaft gering ist?

(1) Irrtum vorbehalten. Dem Autor lagen nur etwa 90 Prozent des Zahlenwerks vor, als dieser Artikel geschrieben wurde. Er beinhaltet aber alle relevanten Daten.

Das alles biete ich Ihnen an - und noch viel mehr

Das biete ich Ihnen:

Texte (Content)
Ich liefere Ihnen Texte (Web-Content und Blog-Content) – und zwar zum vereinbarten Termin.

Umschreiben -Rewriting
Sie können sich jeden beliebigen Text von mir umschreiben lassen. Ich kann dabei die Schwerpunkte oder den Stil nahezu beliebig verändern.

Kompetenz in Online-Dating
Ich bin einer von sehr wenigen wirklich kompetenten Beratern in Online-Dating. Sie bekommen auf Wunsch eine einmalige, kostenlose telefonische Beratung von maximal 15 Minuten.

Fachmann für menschliche Kommunikation
Ich habe lange Zeit in Tübingen Seminare über menschliche Kommunikation gehalten. Ich schreibe heute noch darüber und kann Sie in Kommunikationsfragen beraten.

Und selbstverständlich: Ideen, Ideen und nochmals Ideen ...

Wann höre ich von Ihnen?
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Die Woche in Erotik-Literatur: Verlockungen zum Ungewöhnlichen

Ein altes Thema, neu aufgelegt: Muss die Autorin (oder gar der Autor) tatsächlich physisch erlebt haben, was er beschreibt? Meine Antwort war immer: Nein, aber es wäre günstig, wenn die Kurzgeschichten Novellen dun Romane gedanklich halbwegs nachvollziehbar geschrieben wären. Was Sie über Analverkehr schreiben können, ohne jemals aktiv oder passiv daran beteiligt zu sein, lesen Sie hier. Wo sonst?

Ach, anal erscheint Ihnen dann doch fatal? Wie wäre es mit Romantik und Sex? Das passt wie das Harte in das Weiche (oder war es das Runde ins Eckige)? Wo bekommen Sie Hinweise darauf, wie sich Sex in romantische Liebesgeschichten einbinden lässt? Bei mir. Übrigens bringe ich dazu psychologische Hinweise und Beispiele. Alles kostenlos – und alles für Sie – reiner Service.

Ich schlage Ihnen diesmal in der siebten Ausgabe von „Lustvolle Themen“ sogar zwei Themenbereiche für romantische Erzählungen vor.

Interessant dürfte für alle Autorinnen sein, warum Frauen für Frauen schreiben: weil sich Frauen als Leserinnen besonders intensiv mit der Heldin identifizieren. Sie erlebt sozusagen stellvertretend, wovon die Bäckereiwarenverkäuferin oder Diplom-Sekretärin nur träumen kann.

Träumen? Viele Frauen träumen von demütiger Unterwerfung, wenn es denn ihre Lust steigert – aber Männer eben auch. Von aktiver sadistischer Beherrschung träumen hingegen wenig Frauen, und offenbar auch nicht schrecklich viele Männer. Fragt sich doch: Wie gehen Autorinnen und Autoren damit um? Ausnahmsweise habe ich die Sache mal aufgeteilt: Was können Frauen tun, um das „sadomasochistische“ Verhältnis zu beschreiben, und wie würden Männer dabei vorgehen? Gibt es überhaupt Unterschiede?

Falls Sie dergleichen umsetzen wollen, finden Sie in der achten Folge der „lustvollen Themen“ zwei Hinweise, wie Sie Geschichten rund um die erotische Demut aufbauen könne.

Ein Satz in eigener Sache

Ich schreibe keine erotischen Novellen oder Romane, sondern überwiegend Berichte und Kolumnen. Das bedeutet: Ich bin kein Konkurrent. Deshalb bitte ich Sie, mich überall dort populär zu machen, wo Autorinnen und Autoren präsent sind, die sich für erotische Literatur interessieren.

Was sind "romantische Liebesgeschichten" - und passt Sex dazu?

Romantische Liebesgeschichten? Passt Sex dazu? Eine interessante Frage, nicht wahr? Doch bevor wie überhaupt über Sex reden - lassen Sie mich ein wenig in die Welt der romantischen, erotischen Erzählungen eintauchen - oder den "Liebesroman", wenn Sie so wollen.

Ausgesprochen romantisch - ein junges Paar am Rande zum Kitsch


Denn nach meiner Ansicht und nach meinem Sprachgebrauch ist eben das romantisch, was uns einen sentimentalen Stoff in einer fantastischen Form darstellt.“

Friedrich Schlegel, deutscher Romantiker


Eine romantische Leibesgeschichte? Ein romantischer Liebesroman? Viele Autorinnen träumen davon, einen großen romantischen Roman zu schreiben, und zumeist ist es ein Liebesroman. Er basiert auf dem süßen Gift der „Sentimentalität“, also des Gefühlsüberschwangs, um ein deutsches Wort zu verwenden. Typisch für die geschriebene Romantik ist ja gerade, sich auf nichts Dingliches, Vernünftiges oder gar Logisches zu beziehen. Stattdessen wird Ihre Leserin in eine Welt des (Über-)Sinnlichen, Abenteuerlichen oder Märchenhaften oder gar Schaurigen eingeführt.

Machen wir doch einen kurzen Ausflug in die Blütezeit der romantischen Erzählungen, ohne uns allzu sehr auf die „große“ Literatur zu beziehen. Zu Beginn des 19. Jahrhunderts finden wir noch die Gewalt der romantischen Prosa vor, wie sie zum Beispiel im Werk E.T.A Hoffmanns deutlich wird. Das Bürgertum kommt während des 19. Jahrhunderts zur vollen Blüte, und es generiert nach und nach immer mehr Trivialliteratur. Ein Teil davon wendet sich ausdrücklich an Hausfrauen und Backfische, zumeist nicht in Romanform, sondern als Novelle (1) oder Novellette (2). Derartige Werke erschienen in Periodika, wie beispielsweise der „Bibliothek der Unterhaltung und des Wissens“ (1876 bis 1962 mit Schwerpunkt um die 1900er Jahrhundertwende).

Um diese Art von Literatur überhaupt zu verstehen, müssen wir ein wenig in die Blütezeit des Bürgertums abtauchen.

Beispiel einer Novellette, 1914 erschienen
Das junge Mädchen durchlebt seine Geschlechtsreife, weiß aber nichts damit anzufangen. Ihr wird klar gemacht, dass sie, wenn alles gut geht, eines Tages heiraten wird. Dabei wird es sich nach aller Voraussicht nicht um eine „Liebesheirat“ handeln, sondern um eine Konvenienzehe. Die Bürgertochter wird also während ihrer „Backfischzeit“ so gut wie niemals mit „der Liebe“ in Berührung kommen. Sie lebt deswegen in Schwärmereien, in denen die Liebe verherrlicht wird.

Man könnte nun glauben, es sei gar nicht möglich, diese schwärmerische Liebe in die Jetztzeit zu transportieren – doch das Gegenteil ist der Fall. Das Übersinnliche wird durch das „Schicksal“ oder den „Zufall“ ersetzt, das Sinnliche besteht weiterhin im Drang der jungen Frau, endlich Lusterfüllung zu finden, aber eben nicht ohne Liebe. Da Abenteuer ist immer noch ein wichtiges Element und das „Märchenhafte“ wir heute in die „Welt der Reichen und Schönen“ verlagert. Auch das Erschauern der Jungfrau vor dem unbekannten Moloch des Sexuallebens kann durchaus transportiert werden. Üblicherweise ist unsere Heldin jungfräulich, mildesten in der Seele, hat ein „reines Herz“ ist „völlig unverdorben“ oder ist „durch ein schweres Schicksal“ in eine „unglückliche Situation“ geraten.

Die Heldin

Schön, jung, naiv, möglichst jungfräulich und psychisch ein wenig labil – das sind die Attribute, die eine gute Heldin ausmachen. Indem Sie Ihre Heldin so darstellen, erklären sie auch ihre „inneren Konflikte“.

Die Grundsituation

Je ungewöhnlicher die Art des Kennenlernens ist oder war, umso besser. Ihre romantische Heldin trifft den Mann ihrer Träume so gut wie immer auf einem Terrain, auf dem sie sich nicht auskennt, und der Mann selbst sollte „ein Geheimnis in sich tragen“, das während Ihrer Erzählung zu Turbulenzen führt.

Der Held

Der Held steht nahezu immer etwas höher auf der sozialen Leiter, oder er folgt ganz andren Lebensentwürfen als die Heldin. Er hat deshalb Vorstellungen, die in der Lebenswelt der Heldin nicht vorkommen, und recht häufig umgibt ihn ein Geheimnis, das dazu beiträgt, die im Roman notwendigen Konflikte zu erzeugen.

Glückswandel

Aus winzigen Irritationen werden Zweifel, und aus den Zweifeln wächst schließlich der Entschluss, sich zu trennen. Der Teil bis zur Trennung, die Trennung selbst und die Möglichkeit einer Wiederannäherung sind die wesentlichen dramaturgischen Bestandteile des romantischen Romans. Auf sie sollte die Autorin ihr Hauptaugenmerk richten.

Happy End oder nicht?

Meist erwartet die Leserin ein Happy End. Es entsteht zumeist aus einer Klärung der Gründe, die zur Trennung führten und einem psychischen „Schub“, der wieder zur Vereinigung der Liebenden führt. Allerdings ist auch das „offene Ende“ eine Option, dun gelegentlich sogar das „tragische Ende“.

Andere Personen und weitere Konflikte

In romantischen Geschichten kommen, getreu der Epoche, in der sie ursprünglich geschaffen wurden, Elemente aus der Fantasie- und Märchenwelt vor. Da wäre die weiße Magie, die Paare zueinander führt, und die Schwarze Magie, die Keile zischen die Liebenden treibt. Und da wären Nebenbuhler und Nebenbuhlerinnen, deren Motive oft unedel sind. All diese Figuren finden sich auch in der modernen Welt in abgewandelter Form wieder. Meist hat die Heldin eine gute Beraterin, oft aber auch eine falsche oder sie schwankt zwischen zwei widerstrebenden Meinungen. Ebenso kann sie zwischen zwei Männern schwanken, oder zwischen zwei sozialen Rollen: die gute Tochter, die in der Nähe der Mutter bleibt oder abenteuerlustige Verlobte, die ihren Liebsten nach Südamerika folgt.

Länge und Struktur

Der Leserin liebstes Kind sind Romane, neuerdings sogar Trilogien, die das Auf und Ab einer Liebe widerspiegeln. Dabei ergeben sich nun aber Probleme, weil es nicht jeder Autorin gegeben ist, 10.000 Wörter und mehr zu schreiben. Allein aus Zeitmangel dürfte es den meisten Hobby-Autorinnen schwerfallen, jeden Tag eine Seite zu schreiben, geschweige denn zwei Seiten oder mehr. Wenn wir uns die Literatur der bürgerlichen Epoche ansehen, so hat die „Novellette“ (2)durchaus Charme, und sie ist keinesfalls völlig vergessen. Zwar sagt man in Deutschland oft, Romantik und Kurzgeschichte (aka Novellette) schlössen einander aus, doch ist dies ein Vorurteil, das ganz allgemein gegen die Kurzgeschichte verwendet wird. Das „romantische Gefühl“ kann in Wahrheit überall entstehen, wo aus Gefühlsüberschwang und Abenteuerlust jede Vernunft abhandenkommt und sich das Paar nur noch seiner Liebe hingibt.

Erotik und Sex

Wer Talent zum Schreiben hat, der wird mit nahezu jeder Liebesgeschichte auch die erotischen Wünsche der Heldinnen (und damit der Leserinnen) reflektieren können. Erotik ist also kaum das Problem. Hat nun aber Sex in einer romantischen Liebesgeschichte einen Platz? Und wenn ja, wo ist die Schnittstelle zwischen der romantischen Überhöhung der Liebe und der Realität einer sexuellen Penetration?

Ich denke, ich schreibe Ihnen dazu das nächste Mal mehr – denn romantische Geschichten mit erotischen oder sexuellen Komponenten sind derzeit ja wahre Renner.

(1) Novelle - eine Geschichte, die kürzer als ein Roman ist, aber ähnliche Strukturen benutzt.
(2) Novellette - im deutschen Wikipedia nicht verzeichnete Form der romantischen Kurzgeschichte. Die Novellette ist eine besonders triviale, oft schwülstige und zumeist wesentlich kürzere Form der Novelle. Sie war besonders im Bürgertum beliebt und erschien in Periodika.
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Verhilft das Alter zur Weisheit und Tugend?

FACEBOOK ist mir zu albern. Gemeinsamkeiten mit einer anderen Person, nur wie ich zufällig Musikliebhaber bin und die andere Person es auch ist? Nö – ich mag Rosenstolz nicht, und wenn die auch noch so gutmenschenhaft sind, und ich empfinde das ewige Ableiern von Beethovens Sinfonien nebst gottähnlicher Verehrung des deutschen Genies, das darin offenbar erkennbar wird, als ziemlich abgedroschen. Über die Musik vereint? Nein, dazu müsste man ausübender Musiker sein. Ich bin ein sinnlicher Zuhörer. Wer da behaupten würde, er habe etwas "mit mir gemeinsam" müsste über eine ähnliche Form von Sinnlichkeit verfügen.

Also werfe ich einen Blick auf „Senior Book“. Dort geht es etwas ruhiger zu, und, verdammt noch mal, ja, mich beschäftigen ein paar Altersthemen. Finde ich dort weise Menschen? Ich bemühe mich darum, wirklich. Das Rentenalter ist doch nun wirklich eine Zeit, in der man sich für alles interessieren darf, was legal ist, über alles nachdenken, was kompliziert ist, und allem zu widersprechen, was uns durch das Deutsche Fernsehen um die Ohren gehauen wird. Doch wie auf FACEBOOK, so finde ich auch bei Senior Book das übliche Geschwätz der üblichen Schwätzer – ja, was hatte ich denn erwartet?

Am Samstag hörte ich nicht ganz zufällig einen Pfarrer, der darüber sprach, wie sollten nicht im Mainstream enden. Der hatte sicher recht, doch bedeutet dies noch lange nicht, auf Religion oder Ideologie umzuschwenken. Mainstream ist für viele meiner Mitbürgerinnen und Mitbürger ein sicherer Ort: Fernsehdumm, leichtgläubig, undifferenziert und immer bereit, mitzuklatschen – ob beim Pop-Konzert bei einem neuen Täufling. Eigenes Denken ist unglaublich schwierig, eigenes Handeln und eigenes Verweigern offenbar manchmal ganz unmöglich. Parteisoldaten bei den Sozis, Soldaten Christi bei den Evangelen, Kadavergehorsamen gegenüber der päpstlichen Lehre bei den Katholiken.

Nicht mein Leben. Ich will manchen Tag von null beginnen, Gedanken bündeln, die nicht zusammenzupassen scheinen, und solche zu zersplittern, die allzu eng gebündelt wurden. Will Erkenntnisse wieder zu Gehör zu bringen, die untergegangen sind vor lauter Mainstream, Volksverdummung, Fernsehshows, Ideologie und Religion. Und ich will ein paar neue Gedanken unters Volk bringen, die höchst unbequem sind. Nein, es ist kein einfaches Leben. Niemand hat mit 1946 prophezeit, dass mein Leben einfach sein würde. Alle dachten, es würde schwierig, aber nicht in dem Sinne, in dem ich es meine.

Manchmal, in meinem Büro und vor diesem Bildschirm, fühle ich mich wirklich frei. Und gelegentlich (ja wirklich!) kann ich auch ein wenig Weisheit ausstreuen, ohne ideologisch zu sein. Und ich bin gelegentlich wirklich tugendhaft.

Die Woche in Erotik-Literatur: Geheime Wünsche und Rituale

Ich übernehme sehr selten einen Absatz aus diesem Blog in die Liebe Pur, und wenn ich es dennoch versuche, dann aus gutem Grund. Denn erotische Fantasien sind ein sehr sinnliches Thema, das sich für dieses Blog wie auch das Magazin „Liebe Pur“ eignet.

In meinem Beitrag in der Liebe Pur vertrete ich die Auffassung, die meisten erotischen Fantasien seien nicht erfüllbar, und wenn sie erfüllt würden, dann würden sich oft auch entzaubert. Für unsere Autorinnen und Autoren lässt sich daraus der sanfte warme Wind erzeugen, der uns Flügel verleiht und die Fantasien hoch in den Himmel der Lüste hinausträgt.

Wann beginnen Sie damit? Wenn es diese Sehnsüchte gibt, und wenn sie nicht in der Wirklichkeit erfüllbar sind, dann sind Sie als Autorin oder Autor gefragt. Machen Se ihre Figuren zu Stellvertretern, die das ausleben, was ihre Leserinnen sich nicht zutrauen.

Mir fiel auf, dass nach den vielen unseligen Vampirbissen kaum noch Bisse humaner Wesen in erotischen Romanen vorkommen. Und überhaupt könnte man die Geschlechterrollen beim Biss mal ein bisschen wechseln. Der männliche Vampir, ob er nun blutgeil ist oder auf Diät gesetzt wurde, ist ausgelutscht. Es gibt genügend Bespiele weiblicher Blutsauger, egal, was sie in Wahrheit absaugen: Geld, Geheimwissen, Macht und Einfluss, beispielsweise.

Noch mehr Ideen gesucht? Irgendwie passt es zum Thema der Woche: erotische Geheimbünde. Vom Voodoo-Kult in der niedersächsischen Provinz (im Teufelsmoor?) über geheimnisvolle lesbische Frauenkulte in alten Schlössern bis hin zur erotischen Hexerei.

Warum ich nicht mehr veröffentliche? Weil ich manchmal nicht genügend Ideen habe. Wie wäre es mal mit Ihrem Beitrag?
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Die Woche in Erotik-Literatur: Gefühle und doofe Mäuschen

Beim Dialog mit einer jungen (nun ja, jedenfalls deutlich jüngeren) Schriftstellerin kam ich auf die Idee, mich darüber zu äußern, für wen Sie schreiben könnten: für ein aufgegeiltes Mütterlein-Publikum, das „Shades of Grey liest“? Oder weil es in Ihrer Seele so sehr brennt, dass Sie einen erotischen Roman schreiben müssen? Lesen Sie gerne nach, was ich dazu meine.

Weil mir gerade danach war, habe ich auch noch die Nachgeburten der „Shades of Grey“ behandelt. Und ich zeigte Ihnen Wege aus diesem Dilemma: „Kleines, doofes Mäuschen verfällt reichem, hinterlistigen Kater.“ Das muss nicht noch mal aufgekocht werden, oder?

Das Thema Gefühle habe ich schon oft behandelt, aber diesmal habe ich etwas Besonderes für Sie: wie Gefühle beim Leser überhaupt entstehen.

Dazu passt auch ein ähnlicher Artikel, in dem ich Ihnen schildere, wie Sie Gefühle in eine erotische Geschichte hineinbringen können, die dort textlich gar nicht vorhanden sind – und das wieder mit Beispielen.

Die Schreibideen diese Woche?

Erotische Beichten, mal psychologisch, mal als Verhör. Je ausgeprägter Ihre Fantasie ist, desto erregender kann eine solche Szene sein – nicht nur für Rollenspiel-Anhänger.

Übrigens fällt mir noch ein Thema ein, angeregt durch die Liebeszeitung.

Haben Sie sich schon einmal überlegt, wie Sie ein geheimnisvolles Lächeln in der U-Bahn, den kurzen Rock einer Tänzerin, oder die sinnlich schimmernde dunkle Haut, die Sie gestern gesehen haben, in Ihre Geschichten mit einbauen können?
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Die Woche in Erotik-Literatur: starke Gefühle oder keine Gefühle?

In der letzten Woche konnten Sie erfahren, wie Sie über den Schmerz als Begleiter der Lust schreiben können. Versuchen sei dabei, nicht zu „platt“ zu werden. Stellen sie sich vor, wie Sie einmal eine zufällige Verbrennung, einen heftigen Schlag oder etwas Ähnliches erlebt haben. Sie müssen also nicht in SM-Kreisen gewesen sein, um packend über Lust und Schmerz zu schreiben. Dazu gebe ich Ihnen zwei – wie ich meine – eindrucksvolle Beispiele.

Gefühle sind wichtig – aber nur dann, wenn Sie wirklich gut darin sind, sie zu beschreiben. Wenn nicht, hilft oft ein Trick: Sex ganz bewusst ohne Gefühle zu beschreiben. Wie das geht, verrate ich Ihnen gerne (ebenfalls mit Beispielen).

Viel „Fingerspitzengefühl“ verlangt hingegen, den G-Punkt in ihre Geschichte mit einzubeziehen. Sie sollten wenigsten wissen, wo er sich befindet, wie man ihn anspricht, und dass er überwiegend druckempfindlich ist.

Was ist wirklich scharf? Das wollen natürlich viele wissen. Aber: Schärfe entsteht im Gehirn durch die richtigen Worte, nicht durch die Wahl des Themas.

Beschreiben sie „zwiespältige Gefühle“? Dann haben Sie wahrscheinlich ein durch und durch romantisches Thema gewählt, das andererseits aber auch „modernisiert“ werden kann. Ein zeige Ihnen ein wenig, auf welchen Grundlagen der Zwiespalt verstanden werden kann, und wann sie Psychologie bemühen sollten, um ihn zu erklären.

Außerdem: jede Woche zwei Themenvorschläge, wie versprochen. Diesmal handelt es sich um Triolen. Das Thema wurde schon reichlich reichlich strapaziert – erweitern Sie es einfach, indem Sie einen ungewöhnlichen „Dreier“ schildern.
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Die erotische Versuchung – Schreiben

Tabubrüche sind unvermeidlich, wenn Sie erotisch schreiben wollen


Warum Sie eigentlich besser keine erotischen Geschichten schreiben sollten – und wie es ist, dennoch welche zu schreiben.

Nahezu alle erotischen Szenen, gleich, ob sie vorsichtig in Romane eingebettet werden oder als Kurzgeschichten nichts als pure Erotik darstellen, spielen mit der „Schamverletzung“. Das bedeutet: In ihnen wird etwas offenbart, was man kaum aus dem Mund einer Frau oder eines Mannes hört, den man von Angesicht zu Angesicht kennt. Durch die sexuelle Offenheit wirken erotische Werke teils befreiend, teils aber auch bedrückend. Sie öffnen die Fantasie und beflügeln so die sinnlichen Gedanken, aber sie lösen auch das Gegenteil aus. Man könnte es so formulieren: Die einen denken „ach wie schön, wenn ich dies einmal erleben könnte“ und die anderen „pfui Teufel, wenn ich all dies ertrage, erdulden oder praktizieren“ müsste.

Die beckmesserische Zensur vergangener Jahre wollte vor allem vor den in erotischen Werken geschilderten „Perversionen“ warnen – beginnend mit Oralverkehr, expliziten Schilderungen gewöhnlichen Geschlechtsverkehrs bis hin zu sadomasochistischen Szenen. Die neue Zensur des „Sexismus“ versucht, Frauen zu veredeln, indem sie sagt: „Keine anständige Frau wäre zu so etwas bereit.“ Für die Autorin bedeutet dies, unter unter die Kategorie „unmoralische Frau“ zu fallen, denn selbstverständlich ist in den Augen der Spießer jede Frau, die erotisch schreibt, auch im Privatleben eine Erotomanin.

Erotische Literatur schreiben - immer noch ein Tabubruch

Erotische Literatur bleibt – auch außerhalb der Zensur – ein Tabubruch, denn ein Dialog, der im Alltag nicht „existieren sollte“, wird auch in der Literatur als „unerwünscht“ eingestuft. In der Skala der Tabubrüche steht, wie bereits erwähnt, Oralverkehr inzwischen ziemlich weit unten auf der Skala, während sinnliche Dreier und Orgien weiter oben angesiedelt sind. Noch mehr von der Ächtung betroffen sind SM-Aktivitäten und (vermeintlicher) Fetischismus, zwei Themen, die nur noch von homosexuellen Aktivitäten heterosexueller Männer übertroffen werden.

Die Wahl der Wort verschärft die Story - oder sie mildert sie ab

Als Autorin oder Autor sollten Sie sich deshalb entscheiden, wie weit sie in die Tabuzonen vordringen möchten, und mit welchen sprachlichen und stilistischen Mitteln sie diese Themen zu Papier bringen wollen. Wie Sie vermutlich wissen, können Sie einen ganz gewöhnlichen, langweiligen Geschlechtsakt in einem Hotelbett durch die Wahl Ihrer Worte in ein orgiastisches Sexabenteuer verwandeln, während sie auch die allerhärteste SMS-Szenerie in Samt und Seide verpacken können, sodass alles miezekatzensanft beim Leser ankommt.

Sie werden voraussichtlich bezichtigt, eine Schlampe zu sein

Interessanterweise glauben Leserinnen und Leser, ja sogar Lektorinnen und Lektoren, eine allzu präzise Schilderung sexueller Prozesse resultiere aus deren Intimkenntnis. Dies würde bedeuten, dass jeder Mann, der eine erotische Szene in einem Bi-Dreier ausführlich beschreibt, tatsächlich schon einmal einen Penis gelutscht haben müsste. Im Beispiel, das ich las, wurde eine Prostata-Massage minutiös beschrieben – die Lektorin war nicht erbaut und sagte, ihr sei so „blümerant“ bei der Textstelle geworden. Ich schreibe Ihnen dies, weil Psychologen und Psychiater, aber auch manche Leserin und mancher Leser, ähnlich abartige Gedanken haben. Sie müssen als Autorin oder Autor erotischer Bücher und Schriften also immer damit rechnen, in die „Schmutzecke“ abgedrängt zu werden. Das ist selbstverständlicher völliger Blödsinn, denn um beispielsweise einen Kriminalroman zu schreiben, müssen Sie weder Opfer- noch Tätereigenschaften habe. Analog dazu müssen sie nicht lesbisch sein, um Bi-Neugierde zu beschreiben, sondern sich nur in Ihre Heldin hineinversetzen können.

Hilfe beim Schreiben von Erotik

Ich versuche, seit langer Zeit, Sie durch den Dschungel der Sprache zu lotsen, um Ihnen zu ermöglichen, einfache erotische Geschichten zu schreiben. Zum Beispiel, wie sie Illusionen durch Worte erzeugen können, oder wie Sie den Körper sprechen lassen können. Dabei gebe ich Ihnen auch Hilfestellungen aus der Psychologie, die Sie vermutlich nirgendwo anders finden werden. Ich scheue mich nicht, Ihnen zu sagen, wie Sie Gewalt in Ihre Geschichten einbauen – und ich schreibe sogar darüber, wie Sie die Funktionen männlicher Orgasmen zum Bestandteil ihrer Geschichten machen können. Und damit Sie alle mir als Leserinnen und Leser gewogen blieben, biete ich Ihnen ab Freitag jede Woche zwei neue erotische Themen, über die sie schreiben können, wenn sie keine Ideen mehr haben.
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Glück steht nicht in Büchern – also kaufen Sie keine über das Glück

Das Glück findest du überall - wenn du ihm nicht nachläufst


Mit kaum etwas auf dieser Erde wird so verschwenderisch umgegangen wie mit Worten. Derzeit gibt es Bücher über Bücher … zu Themen, die völlig ausgelutscht sind. Eines dieser Themen ist die Liebe – das andere ist das Glück.

Beide Themen haben eine Gemeinsamkeit: keine sicheren Grundlagen. Normalerweise baut man keine Wohnhäuser in ausgewiesen Überschwemmungsgebiete, sondern nur Baracken und Gartenhäuser. Das gilt jedoch nicht für Autoren, Verleger und Buchhändler: Das dumme Volk will, dass etwas gebaut wird auf dem matschigen Sumpf der Dummheit. Also reiht Buchstaben aneinander, bildet beliebige Sätze daraus, tut so, als ob es Sinn hat, über das Glück zu schreiben! Verlegt etwas! Verkauft etwas! Da draußen laufen genug Dumme herum, die glauben, ein Buch über das Glück zu lesen, würde ihnen das Glück ins Haus bringen.

Je unfassbarer das Thema, umso mehr macht sich jeder daran, sein Buch zu schreiben, seine Sichtweise dazulegen. Es ist ein aufgequollenes, überwiegend dummdreistes Geschwätz, das da über das Glück niedergeht – ebenso dumm und dreist wie all das, was wir aus Tausenden von Plappermäulchen zur Liebe hören mussten. Warum wir es überhaupt behandeln? Weil es unser Recht ist, nach unserem Glück zu suchen – und eben nicht das Recht der Mächtigen, es uns vorzuschreiben. Das heißt, wir können selber definiere, was wir für Glück halten. Es ist „unser Glück“, und wir dürfen gerne annehmen, daran geschmiedet zu haben.

Die Menschen, die vom Glück begleitet werden, reden nicht darüber. Das Glück läuft still an ihrer Seite, und mal geht es auch fremd. Nein, das Glück ist keine Hure, die ständig die Partner wechselt, aber auch keine Ehepartnerin, die uns ständig und ohne Unterlass begleitet. Der einzige ständige Feind des Glücks ist der Anspruch. Sieht das Glück, das wir Ansprüche in die Welt hinausschreien, so verlässt es uns. Lesen Sie das Märchen vom „Fischer und seiner Frau“. Ihr Leben endete buchstäblich im „Pisspott“, weil sie nicht zufrieden waren mit dem Glück, dass sie unverdient heimsuchte.

Ja, wir können unser Glück schmieden – ein wenig. Der Glückssamen heißt Zuversicht. Es gibt kompliziertere Namen dafür, zum Beispiel „selbsterfüllende Prophezeiungen“ – oder einfachere, zum Beispiel der Glaube an sich selbst.

Wer dem Glück ständig nachläuft, bekommt nicht einmal einen Zipfel davon zu fassen. Glück ist sozusagen ein kumuliertes, aus vielen Elementen bestehendes Gebilde, das nicht von heute auf Morgen produziert wird. Es entwickelt sich. Und es braucht manchmal lange dazu. Wer ihm nachläuft, läuft vor ihm davon. Ein alter Hut – ich schreibe es hier nur, damit sie nicht auf die Falschmünzer hereinfallen, die Ihnen Glück verkaufen wollen.

Glück ist nicht der Sinn des Lebens – nur eine Zutat. Wer mit „etwas Glück“ seien Zeile schneller und sicherer erreicht, hat das richtige Gewürz gefunden, das sein Leben einfacher macht. Er erkennt sie dieser merkwürdigen Lebenszufälle, und er sieht das Glück, das ihm darin entgegenlacht. Er kann sich irren, sicherlich … aber was macht das schon aus? Wir können uns alle irren, und manchmal müssen wir dies auch.

Sollten wir danach streben, glücklich zu sein? Nein, denke ich. Glücklich zu sein ist, wie „verliebt sein“, ein Moment der Verzückung. Wir brauchen solche Momente. Aber es ist schwer zu begreifen, warum uns Menschen „Glück“ als Lebensziel verordnen wollen. Ein sinnreiches, erfülltes oder auch nur „nicht-spurloses“ Leben ist sicher erstrebenswerter als ein glückliches Leben. Wer seinem Leben Sinn geben will, braucht mehr als Glück, und wer den Sinn seines Lebens auf das Glück reduziert, versäumt viele erregende Momente, die mit der „Kraft des Seins“ zusammenhängen.

Ich schreibe Ihnen diesen Artikel bewusst hier, in meinem Schriftsteller-Blog, aber er erscheint auch anderwärts mit leichten Abwandlungen. Haben Sie Lust, mit mir über Glück zu reden? Dann tun sie es doch einfach.
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