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Ein Mensch geht in die Oper

Dieser Tage war ich in der Oper. Aha! Kaspertheater mit Gesang. Der Gesang soll vortrefflich gewesen sein, was ich dem Kritiker meines Ortsblättchens (OVZ) gerne glauben will, die Inszenierung war ihm allerdings nicht ganz geheuer. Andere waren da wohl noch befremdeter, wie etwa der Kritiker der OTZ, und auch das Publikum, das nur müden Beifall klatschte. Der Grund dafür soll das Beiwerk gewesen sein. Na schön – ich habe mich amüsiert und wahrscheinlich an den falschen Stellen gegrinst. Immer dann, wenn’s in der Oper so theatralisch wurde.

Ich deutete schon an, dass ich von der „Größe“ der Oper also solche nicht überzeugt bin und ich denke, dass in derartige Singspiele viel zu viel hineininterpretiert wird … Kaspertheater mit schönen Stimmen trifft’s wohl eher. Das Stück hieß wohl „Der Freischütz“, und ich kann Ihnen sagen: Das Thema ging mir restlos am Arsch vorbei.

Nun soll aber diese Oper, der ich beiwohnte „die deutsche Nationaloper“ schlechthin sein. Und falls das zutreffen sollte, frage ich mich nun doch ernsthaft, ob die Deutschen noch ganz bei Trost sind. Und mich befällt so der Gedanke: Ja, da war doch immer von der deutschen Leitkultur die Rede, nicht wahr?

Und das, was ich gesehen habe, das soll die deutsche Kultur in Reinform gewesen sein? Deutsche Mystik, deutsche Romantik, deutscher Wald und deutsche Frauen? Ein Freischuss auf die eigene Braut, der vielleicht eine Katastrophe gewesen wäre, aber dann doch keine ist?

Nein, danke.

History of Radio – Jazzgeschichte ohne Rundfunk und Kommerz?

Der Jazz wurde, vor allem zu Anfang seiner geschriebenen und verbürgten Geschichte, vor 1930 überwiegend durch Schallplatten verbreitet. Für den Rundfunk wurde allerdings schon vorher eine durch den Jazz beeinflusste „süße“ Schlagermusik mit Jazzanklängen geschrieben. Wer den Beweis dafür sucht, möge „Radio Dismuke“ hören. Das breite Publikum der 1920er Jahre war also durchaus bereit, seichten Jazz zu hören, solange er von großen, bekannten Orchestern gespielt wurde wie etwa Paul Whiteman oder Jean Goldkette - und soweit er nicht zu „Hot“ klang.

Als das Radio in den USA (und auch anderwärts) ein Haushaltsgegenstand wurde, gab es auch Menschen, die sich am Jazz per Runfunk erfreuen wollten. Alles, was zwischen 1930 und gegen 1945 in der öffentlich sichtbaren Jazzszene geschah, war von „tanzbarem Jazz“, dem Swing und den großen Orchestern geprägt. Und das historische Radio mit seinem schwachen Sound sorgte dafür, dass der Jazz bis in die hintersten Winkel der Welt verbreitet wurde. Selbst Stars mit einer klischeehaft verklärten Vergangenheit, wie der Trompeter Louis Armstrong, waren abhängig von den großen Orchestern, den Big Bands, als deren Guest-Stars“ sie auftraten.

Jede Musik hat auch einen kommerziellen Anteil

Jazzgeschichte ist ohne Rundfunk nicht denkbar – jedenfalls nicht für die Zeit, in der sich die sogenannte „Swingmusik“ explosionsartig verbreitete. Berücksichtigt wird dies allerdings kaum. Man erklärt stets verniedlichend, Jazz habe eine natürliche, beinahe sogar primitive Entwicklungsgeschichte – woran berühmte Jazzkritiker übrigens nicht ganz unschuldig waren. Nicht wenige Jazzfreunde trennen heute noch zwischen „kommerzieller“ Musik und Jazz, obgleich gerade deutsche Jazzfans in den 1960er Jahren vor allem kommerziell erfolgreichen Jazzmusikern nachliefen.

History of Jazz - History of Radio - beide eng verknüpft

The History of Jazz? Die Geschichte des Jazz? Das ist ein romantisiertes Märchen. Schallplattenverkäufe, Tourneen, Auftritte in bekannten Tanzcafés und die Sendungen im historischen Radio haben den Jazz groß gemacht und die Stars in die Höhe katapultiert, an denen sich das Publikum erfreuen konnte. Es waren nicht immer diejenigen, die für ihre Kunst gedarbt und gelitten haben, sondern oftmals Mitläufer, die sich vor allem „schön anhörten“. Doch das darf man kaum beklagen, denn das gilt im Grunde für viele Komponisten und Interpreten aus allen Musikrichtungen. Beklagenswert ist nur, den Kommerz als treibenden Faktor zu verleugnen und die Geschichte einer Musik zu verfälschen, die dies weder nötig hat noch verdient hat.

Der Ostdeutsche im Biergarten

Ich diskutiere hier im Osten selten politisch. Der Zufall ergab, dass ich am Mittag von meiner Friseurin hörte, dass im Volk noch viel politisch diskutiert wird – auch über das Deutschsein, die Religion und Europa. Ich musst nicht viel tun, um am Abend mitten in einer politischen Diskussion zu sein. Menschen über 60, gebildet, lockerer Umgang, Biertisch-Atmosphäre. Nicht alle Zitate sind völlig korrekt wiedergegeben, und zum Teil habe ich sie sogar etwas abgemildert.

Demokrat – ja – aber ostdeutsche Variante

Natürlich ist er Demokrat. Sicherlich. Vielleicht sogar Sozialdemokrat. Selbstverständlich ist er gegen rechts, obwohl … na ja, ein bisschen nationalbewusster könnte man schon sein, sagt der Ostdeutsche am Biertisch. Behauptet, er sagt dies nicht als Sachse oder Thüringer, sondern als Deutscher. Schimpft auf die Regierung. Sagt, dass die Regierenden das deutsche Volk nicht vor Schaden bewahren würden – das hätten sie doch geschworen.

Die Westdeutschen? Alle abhängig vom Ami

Am liebsten wäre man „etwas anders deutsch“ als „die im Westen“. Nein, nein, man habe begriffen, dass man von der Sowjetunion nicht wirklich etwas lernen konnte – aber die Westdeutschen, die folgen ja den Amis wie die Hündchen. Und das ist doch eigentlich das, was wir nicht wollen, nicht wahr?

Der Ostdeutsche und der verdeckte Fremdenhass

Man spielt die nationale Karte, so oft es geht. Nein, man selber sei nicht gegen Fremde, aber sehen Sie doch: Wir haben Verständnis für die Leute, die gegen die Aufnahme von Flüchtlingen sind. Wer sind denn diese Leute? Das sind doch keine echten Flüchtlinge. Müssen wir die durchfüttern? Ja, ja, Sie haben gut reden. Aber denken Sie mal an den Ost-Renter, der mit 1000 Euro auskommen muss. Und das ist schon eine recht gute Rente für den Osten.

Der Ostdeutsche und die Lügenpresse

Ja, ja, Pegida .., nun ja, das ist wohl nicht mein Ding, sicher nicht. Aber wissen sie, die Leute haben doch recht, wenn sie „Lügenpresse“ sagen. Was ist denn das für eine Presse? Die folgen doch den Leuten, die ihnen Anzeigen geben. Sehen Sie? Die muss man der Lügenpresse nur entziehen, dann wird es anders.

Der Ostdeutsche und die Türken

Überhaupt, die Türken. Haben ihre eigene Kultur, ganze Straßenzüge sind doch schon türkisch. Kümmern sich nicht darum sich zu integrieren, aber wollen in Deutschland leben. Ist das richtig? Sagen Sie doch selber: Entweder integrieren oder raus aus Deutschland! Der Islam? Der gehört nun mal nicht zu Deutschland.

Der Ostdeutsche und die Schwulen

Also – die sollen schon sein, wie sie wollen. Aber hören Sie mal, heiraten? Und dieselben Privilegien genießen wie Ehepaare? Das geht zu weit. Wissen Sie, Ehe ist etwas Besonderes. Da gehört doch etwas mehr dazu.

Der Ostdeutsche und Europa

Der Ostdeutsche weiß um den Ort, an dem er wohnt, und vielleicht noch, wie er sein Bundesland definiert. Seit einiger Zeit reist er, aber nur als Tourist. Ansonsten sind Europäer ihm fremd. Und überhaupt, ist alles, was jenseits der Grenze liegt, ja Ausland. Auch die übrige EU, na klar: Auf dies ist er nie gut zu sprechen.

Der Ostdeutsche und seine Ausnahme, der "Fidschi"

Wenn der ganz gewöhnliche Ostdeutsche von einem Vietnamesen spricht, dann ist der zweite folgende Satz: „Der ist zwar ein Fidschi, aber das sind sehr fleißige Leute“. Vietnamesen sind Leute, die der Ostdeutsche kennt. Sie handeln mit Früchten und Textlilien, und sie haben auch in kleinen Städten gut gehende Gaststätten, Imbissbuden und dergleichen. Sie sind Nachbarn und Geschäftspartner. Aha! Denke ich. Wenn die Menschen im Osten über einen Umstand sprechen, von dem sie etwas verstehen, dann werden sie plötzlich toleranter. Immerhin ein Lichtblick.

Alle nur Biergarten-Gewäsch?

Ich beende meine Beobachtungen im Biergarten. Ich war ein paar Tage wie gelähmt, als ich all dies hörte, und ich konnte mich deshalb nicht recht entschließen, es aufzuschreiben. Ich habe ein klein wenig pointiert, aber nicht sehr. Im Kern sind all diese Aussagen gefallen, und dies nicht im volltrunkenen Zustand. Ich muss, ob ich will oder nicht, ernst nehmen, was ich gehört habe.

Wünsche für die nächsten Tage

Oh ja, ich konnte mich Ausruhen, Erholen und Regenieren. Und ich konnte etwas „Mithemen“ von der REHA. Doch - obwohl ich den Aufenthalt größtenteils genoss, will ich dennoch in den nächsten Tagen:

1. Endlich wieder jüngere Menschen sehen.
2. Positiv gestimmte Personen erleben.
3. Feminin aussehende, schicke Frauen sehen.
4. Mehr Menschen erleben, die nicht die BILD-Zeitung kaufen.
5. Und deutlicher weniger sächsisch hören.

Schon diese wenigen Punkte lassen mein Herz hüpfen.
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Romantik der Steinzeit – der neueste Bluff

Manchmal bewundere ich die bodenlose Gedankenlosigkeit, mit der sogenannte „Wissenschaftler“ ihre Theorien in die Welt setzen. Genau genommen handelt es sich dabei oft um Annahmen, die sich weder eindeutig beweisen noch sicher widerlegen lassen.

Ein Redakteur lehnt sich weit zum Fester hinaus

Eine dieser Thesen las ich in der aktuellen Wochenendausgabe der „Süddeutschen Zeitung“. Deren Autor Christian Weber war offensichtlich so begeistert von der Forschung eines gewissen Garth Fletscher (Wellington Universität, Neuseeland), dass er diese überhöhte. Jener Gart Fletscher verwendet in einem wissenschaftlichen Artikel den Ausdruck „romantic love“ im Sinne der innigen, aber auch der verklärten Liebe zwischen Frau und Mann. Im Deutschen, so sagt eine Disputation auf „Leo“ richtig, gibt es ein solches Idiom nicht. „Romantische Liebe“ ist eine Wort-für-Wort Übersetzung, die den Begriff nicht vollständig trifft. Wer mehr darüber wissen will, sollte im „Webster“ nachschlagen. Kurz: „Romantische“ Gefühle sind im Englischen all jene Gefühle, die über eine leichte Zuneigung hinausgehen, und die noch nicht in einem Geschlechtsakt aufgegangen sind. Wobei wir feststellen können: Das hat mit der deutschen romantischen Bewegung nichts zu tun. „Sinnliches Begehren“ wäre eine Möglichkeit, den Begriff literarisch zu nutzen, etwa im Gegensatz zu „sexuellem Begehren“.

Davon weiß der Redakteur offenbar nichts, wenn er (stark hervorgehoben) schreibt:

Die romantische Liebe ist keine Erfindung, sondern eine Universalie, die es seit Urzeiten gibt.


Klar – da fehlt der Konjunktiv. Aber nicht nur das – denn in dieser Annahme, und auch in diesem Satz, stimmt gar nichts. Da wäre zunächst die „romanische Liebe“. Nicht nur die Übersetzung ist fragwürdig, sondern auch der Begriff als solcher. Denn hier wird unterstellt, dass „die romantische Liebe“ eine fest umrissene, klar definierte und messbare Größe ist. Das ist natürlich völliger Unsinn, denn die Empfindungen, um die es dabei geht, sind weder universell beschreibbar noch sind sie messbar. Zudem müsset eine „Universalie“ kulturunabhängig feststellbar sein, was schon deshalb nicht geht, weil „Romantik“ als Wortbegriff nicht immer existierte. Es wäre sicherlich gut gewesen, sich zunächst mit dem Begriff uns seiner Bedeutung zu beschäftigen, bevor man leichtfertig behauptet, „Romantik habe es seit „Urzeiten“ (ein weiteres schwammiges Wort) gegeben.

Was wollten die Forscher eigentlich untersuchen?

Zwischen Forschung und journalistischer Aufbereitung liegen oft Welten. Doch was wollten die Forscher eigentlich? Nun wieder gilt es, eine Lanze für die Forschung zu brechen, auch wenn sie missverständlich ist. Dazu müssen wir einen kurzen Blick auf die Evolution werfen: Dort sind in der Regel alle Lebewesen erfolgreich, die sich anpassen und dabei ökonomisch sinnvoll handeln. Der Homo sapiens hätte also einen Vorteil davon haben müssen, wenn er feste Paare bildet, die über eine möglichst lange Zeit zusammenbleiben. Das hat zunächst nichts mit „Liebe“, „Romantik“ oder ähnlichen recht flüchtigen Themen zu tun. Vielmehr geht es darum, ob eine soziale Gemeinschaft der Menschen dann erfolgreicher ist, wenn sich einzelne Paare bilden, die über lange Zeit zusammenbleiben – also etwas schrecklich „Unromantisches“. Dabei ist völlig offen, was zuerst da war: eine ökonomisch sinnreiche Paarbildung oder eine evolutionäre Entwicklung des Gehirns in Richtung „lang andauernde Verliebtheit“.

Verliebtheit und neolithische Revolution

Nunn haben wir beinahe beschrieben, worauf die Forscher hinauswollten. Verliebtheit spielt bei der menschlichen Partnerwahl eine ungewöhnlich starke Rolle, weil sie lange anhält – je nach Betrachtungsweise zwischen drei und fünf Jahren. Für einen Forscher ist nun interessant zu wissen, wann und wie diese Entwicklung einsetzte und aus welchen Gründen die Paare erfolgreicher waren, die fest zusammenlebten. Dabei ist allerdings zu befürchten, dass dieser Prozess der Menschheitsgeschichte immer im Dunkeln bleibt. Denn wenn wir heute schon nichts Genaues über die Liebe wissen (es gibt rund hundert unterschiedliche Theorien darüber), wie sollen wir dann etwas über die Liebe in der Jungsteinzeit wissen? Da bleiben nur Ahnungen, Spekulationen, Behauptungen und Vermutungen – Fakten über das Gefühlsleben des Jungsteinzeitmenschen fehlen, und sie sind für immer verloren. Als mutmaßlicher Zeitpunkt dieses Wandels eignet sich Am besten die neolithische Revolution. Menschen, die sesshaft werden, entwickeln eine andere, kompliziertere Ökonomie als Nomaden. Dabei ist anzunehmen, dass das Sein in diesem Fall das Bewusstsein prägte: Wenn es erfolgreicher ist, sesshaft zu sein und in Paaren zu leben, dann wachsen die Gefühle nach.

Romantik kontra Ökonomie – was zählt mehr?

Was die Romantik-Fantasten, ob nun journalistisch oder wissenschaftlich, nicht bedacht haben: Die ökonomischen Prinzipien siegten jahrhundertelang, ja, vielleicht gar Jahrtausende lang haushoch über die sinnlichen Wünsche. Von der Bibel (Jakob und Lea) bis zur „Konvenienzehe“ wurden Frauen an Männer verhökert, wenn alles wirtschaftlich passte. Von „romantischen Gefühlen“ war erst gar nicht die Rede. Man erwartete einfach, dass sich die Frauen beschlafen ließen, gleich, ob sie den zugewiesenen oder eingekauften Ehemann nun liebten oder auch nicht.

Monogam sein hieß nicht: mit nur einer Frau Sex haben

Eine Monogamie bedeutet übrigens biblisch gesehen nicht, dass der Mann sich sexuell ausschließlich der Ehefrau widmete. Dem Patriarchen war gestattet, mit Mägden und Sklavinnen nach Belieben Geschlechtsverkehr zu haben. Die gebote Gottes („Zehn Gebote“) schützen nur die Ehefrau und das Gesinde des „Nächsten“, also des Nachbarn und Glaubensbruders.

Fazit: Überwiegend ein geschickter Bluff

Was bleibt also von der „romantischen Liebe“, die es „schon immer“ gab? Sie ist eine reine Behauptung, die sich niemals beweisen lässt, weil wir nicht wissen können, wie die Menschen der Jungsteinzeit oder gar zuvor „gefühlt“ haben. Insofern ist nicht nur die journalistische Aufbereitung der „ewigen romantischen Liebe“ fragwürdig – auch die Forscher selbst bewegen sich auf dünnem Eis.

Quellen:

Pair Bonding, Romantic Love and Evolution (Papier der Forscher)
Süddeutsche Zeitung vom 9. Mai (Wissen), Printausgabe. Titel "Nicht nur Du"
Webster


Hinweis: Dieser Artikel erscheint, ganz oder in Auszügen, abgewandelt oder im Original, ebenfalls in der Liebeszeitung, dem Datingratgeber und der "Liebe Pur".

Helene Fischer - "Musik" oder nicht?

Wieso „pöbelt“ eigentlich Noel Gallagher gegen Helene Fischer, wenn er den auf „stromlinienförmig“ getrimmten, inhaltlosen Einheitsgesang nicht goutiert? Und was soll der unendliche Quatsch überhaupt, dass diese Frau Fischer nun „eine ganze Musikgeneration“ prägen würde? Welche „Musikergeneration“ denn bitte? Ist Helene Fischer etwa eine schöpferische Musikerin oder gar eine Komponistin?

Gallagher sagte in einem Interview mit der WELT: „Das hier ist nicht mal Musik“ allerdings irrte er über die Autorin des Liedes. Es ist eine Sängerin, die sich Kristina Bach nennt und 1962 geboren wurde.

Formal ist das natürlich „Musik“, was Helen Fischer singt – der Wumba-Tumba-Schokoladeneisverkäufer von Bill Ramsey war schließlich auch „Musik“. Nur sollte man vorsichtig damit sein, woher man seine Vorbilder nimmt. Und da hat wiederum Noel Gallagher recht, der sagte: „…. Die Qualität der Songs ist der Grund, warum sich die Leute immer noch Paul McCartney oder Neil Young anhören.“ Und damit hat nun zweifellos recht. Hätte er auch noch „schöpferische Kraft“ oder „Genialität“ hinzugefügt, wäre das Zitat noch besser gelungen.
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Olympia und Berlin

Berlin hat eine schallende Ohrfeige bekommen: Olympische Spiele in einer Stadt, die seit Jahren negative Schlagzeilen macht, weil man dort nicht einmal einen Flughafen bauen kann? Eine Stadt, die vor allem von ihrer unglaublichen Überheblichkeit lebt, was nicht zuletzt auf einige Exemplare der Polit-Prominenz zurückzuführen ist?

Die Stadt Berlin hat einen Dämpfer bekommen – und es ist nicht abzusehen, ob sie daraus lernen wird. Man darf gespannt sein
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Nachruf auf den Tingeltangel

Im Tingeltangel - typisch sind die Damen, die "Schausitzen"
Was ist ein Tingeltangel? Ich bedaure, es so sage zu müssen: Nur der Volksmund weiß es. Denn die Herkunft des wundersamen Wortes ist leider unbekannt. Sollte der Wortschöpfer wirklich jener Student gewesen sein, der dem „Volkssänger“ Gotthold Tangel, dem der Satz zugeschrieben wir: „Tangel, lassen Sie doch endlich mal das verflixte Tingeln, das ist ja der reinste Tingel-Tangel!“ Wahr daran ist nur, dass Tangel wirklich tingelte. Aber – jeder andere tingelte schließlich auch, denn als „tingeln“ bezeichnete man das Absammeln von Geld – eine Eigenart fahrender Sänger und Musikanten.

Zum "Berauschen des Herzens": Der Gang in den Tingeltangel

Weniger wahrscheinlich ist, dass der Tingel-Tangel aus dem damals recht bekannten Triangel-Lied hervorgegangen ist, während ganz sicher ist, dass der Begriff zuerst 1871 schriftlich auftaucht. Demnach war der „Tingel-Tangel“ ein Ort, an dem Konzerte fürs Volk gegeben werden, die „herzberauschend“ und sinnbestrickend“ waren – man darf dabei schon annehmen, dass sie eben auch frivol waren.

Einige Jahre später wurde die Obrigkeit noch deutlicher: Der Tingeltangel gefährde die öffentliche Moral, gemeinsame mit „Singspielhallen“, „Salon Varietés“ und „Cafés Chantants“, also alles Plätze, die vom „anständigen“ Publikum besser nicht besucht werden.

Jahrzehnte später gerät der Tingeltangel dann endgültig in Verruf. Nach heutigem Verständnis handelte es sich dabei um „Animierlokale“, in denen zwar keine „Schönheitstänze“ (1), aber betont frivole Gesänge dargeboten wurden. Dabei wurde vor allem bemängelt, dass sich die Damen im Anschluss an die Darbietungen „in ihrer Bühnengarderobe“, ins Publikum setzten, um die Herren zum Trinken zu veranlassen. „In Ihrer Bühnengarderobe“ war eine höfliche Umschreibung für die freizügige Darbietung von Brüsten und Beinen, die bei den Sängerinnen und Tänzerinnen üblich war.

Dabei unterschied sich der Tingel-Tangel gegen 1900 deutlich von anderen Kabarettdarbietungen, was 1907 öffentlich dokumentiert wurde. Demnach wurden in Tingel-Tangels die „niederen Instinkte, namentlich die Geschlechtslust“ angesprochen, und was die „Mädchen“ in solchen Etablissements taten, wurde verharmlosend als „Zurschausitzen“ bezeichnet.

Der Tingeltagel - von erotischen Kabarett zum Animierlokal

Der Tingeltangel und alles, was ihm gleichkommt, war also gegen 1900 das, als was es später galt – ein Ort, an dem erotische Begegnungen feilgeboten wurden, ohne dass man gleich von „Prostitution“ sprechen konnte. Mit den Jahre wurde das Niveau dort allerdings immer mieser, und aus dem Tingeltangel wurde das „Animierlokal“, das schließlich im zum Nepplokal verkam. Indessen gab es in Deutschland noch bis in die 1960er Jahre hinein noch Bars und Cafés, in denen die „Damen“ wie die Hühner auf der Stange auf Barhockern saßen. Sie warteten darauf, von solventen Herren angesprochen zu werden, wobei der eigentliche Zweck darin lag, bis zum nächsten Morgen mit dem Herrn ein durchaus edles Hotelzimmer zu teilen. Möglicherweise überlebte die eine oder andere Bar dieser Art bis heute.

Ein Vorzug dieser Etablissements war die Freizügigkeit, mit der die Damen ihrer Konversation führten – nirgendwo sonst konnten Herren derartig freizügig über die Sexualität sprechen – und dabei wanderte durchaus auch mancher sinnreiche Tipp von Frau zu Mann. Die lockere Verhaltensweise der Damen lockte neben notgeilen Provinzlern auch Journalisten, Schriftsteller, Zeichner und Maler an – jene fühlten sich oft mit den Damen verbunden, sodass gelegentlich eine augenzwinkernde Solidarität entstand.

Warum dann der Abgesang? Weil der Tingeltangel nun aus dem Duden verschwindet – schon 2013 wurde es offiziell bekannt gegeben. Und bald wird niemand mehr wissen, was gemeint war, als ein verirrter Germane statt zum Thing zum Tingeltangel ging.

Bild: Im Tingeltangel, 1896. (Hans Baluschek)
(1) "Schönheitstänze" war der verschleiernde Begriff für Nackt- und Schleiertänze, in Neudeutsch "Striptease".
Quellen: "DUDEN", Wortfriedhof 2013, und "Das Varieté", Berlin 1990, aus dem auch die meisten Zitate stammen.

Bravo, Herr Gauck – das war nötig

Wer in Deutschland linkslastig abkippte, zog beständig über den Bundespräsidenten Gauck her – und allen voran die Partei „Die Linke“.

Interessant ist ja, dass „Die Linke“ auch heute noch nicht einzusehen vermag, dass der Staat, der sie hervorgebracht hat, ein Unrechtsstaat war. „Die Linke“ ist nicht einfach eine „Linkspartei“, sondern sie wird auch als Nachfolger der SED gesehen. Man fasst sich an den Kopf: Gibt es im Osten wirklich so viele Ideologen, Ost-Nostalgiker, Wessi-Hasser, Kommunisten oder unverbesserliche SED-Anhänger? Allerdings hat der Osten auch eine gewisse Eigengesetzlichkeit: „Die Linke“, so glauben viele Ostdeutsche, sei die einzige Partei, die Ost-Bürger wirklich verstehen würde – und dies, so vermute auch ich, ist der eigentliche Grund, warum sie gewählt wird.

„Ja, wie wollen wir denn das nennen?“, hat der Bundespräsident auf die Journalistenfrage gesagt, ob die DDR ein Unrechtsstaat war. Und es ist in der Tat schwer zu akzeptieren, dass Thüringen möglicherweise von einem Ministerpräsidenten der Nachfolgepartei „Die Linke“ geführt werden soll.

Was hat Gauck wirklich gesagt? Dies:

Wir respektieren die Wahlentscheidungen der Menschen und fragen uns gleichzeitig: Ist die Partei, die da den Ministerpräsidenten stellen wird, tatsächlich schon so weit weg von den Vorstellungen, die die SED einst hatte bei der Unterdrückung der Menschen hier, dass wir ihr voll vertrauen können?


Dies ist die Frage. Und sie muss immer wieder neu gestellt werden – solange, bis jedes Mitglied der Partei „Die Linke“ sagt: „Ja, die DDR war ein Unrechtsstaat, weil …“. Und selbstverständlich darf, ja muss der Bundespräsident die Frage stellen dürfen.

Ein Staat, der Menschen wegen „Republikflucht“ verurteilt, ist ein Unrechtsstaat. Da gibt es keine Frage, wie man das „nennen soll“.



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Mindestlohn - wie die Sozis kleine Unternehmer ruinieren

Unmittelbare Auswirkungen – wie die Sozis kleine Unternehmer ruinieren und dies zynisch inkauf nehmen.

Selbstverständlich kann man ein kleines Unternehmen führen, das „seinen Mann“ ernährt. Selbstausbeutung bleibt erlaubt, sogar im Sozialismus. Aber wehe, man benötigt Mitarbeiter. Dann muss man neu kalkulieren – und nicht selten stellt man dann fest, dass die Mitarbeiter unterm Strich etwa soviel verdienen würden wie man selbst – wenn nicht mehr

Nachdem die Sozialisten in Deutschland ihre Forderungen durchgeboxt und dabei einen Mindestlohn durchgesetzt haben, stehen viele kleine Betriebe vor der Frage: Lohnt es sich unter diesen Voraussetzungen überhaupt noch, weiterzumachen? Gewiss, man kann versuchen, die Mehrkosten auf die Kunden abzuwälzen: Besonders trifft es Taxiunternehmer, Floristen, Friseure, allgemeine Dienstleistungen und Bäcker – aber auch das Hotel- und Gaststättengewerbe.

Bei den Kleinunternehmern gibt es kaum ein anderes Thema derzeit: Die erheblichen Lohnsteigerungen (teils gegen 2,50 Euro pro Stunde) sind in der Kalkulation nicht drin – sie werden sofort auf die Preise umgelegt. Die Bäckerwarenverkäuferin rechnet mir vor, dass der Preis für meine Lieblingsschnitte um 20 Cent steigen wird - gegen 15 Prozent. Für mich kein Problem, aber was ist mit den Menschen, die mit jedem Cent rechnen müssen? Die Rentnerinnen und Rentner, die von erbärmlich niedrigen Renten leben müssen? Alleinerziehende Mütter, die nicht in den fragwürdigen „Genuss“ das Mindestlohns kommen werden, weil sie in ihren Lehrberufen kaum mehr verdienen, als es jetzt jedem Hilfsarbeiter zusteht?

Wenn die Kunden die Preiserhöhungen nicht annehmen, wird der Chef schließen müssen“, sagte mir die Backwarenverkäuferin. Es wäre Schade drum.

Ich nenne es: Sozialistische Bevormundung - und die trifft - Ironie der Geschichte - ausgerechnet die Kleinunternehmer in der EX-DDR. Ost-Existenzvernichtung durch West-Sozialdemokraten? Bevor dies jemand bejaht - die Partei „Die Linke“ gibt noch viel extremere Parolen aus. Aber von der ist man ja auch nichts anderes gewöhnt. Der Mindestlohn, da sind sich fast alle einig, sogar die Sozis, wird Arbeitsplätze kosten, statt welche zu bringen. Das wird zynisch hingenommen – Hauptsache, man ist ein guter Sozialist, Kommunist oder Sozialdemokrat. Dann kann man Sonntagsreden halten, dass man etwas gegen den Kapitalismus und für die „kleinen Leute“ tut.
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Lokführer-Funktionäre schaden allen - und sonnen sich noch darin

Was können eigentlich die Lokführer dafür, wenn die Gewerkschaftsbonzen einen großen Teil der Bahnkunden wirtschaftlich und emotional schädigen?

Zunächst scheint es so, als müsse sich der einzelne Lokführer, dem Diktats „seiner“ Gewerkschaft unterwerfen, wenn „flächendeckend“ gestreikt wird. Aber es ist gut, wenn er hört, dass sich die restliche Arbeitnehmerschaft eben nicht als „solidarisch“ erweist. Der wirtschaftliche und emotionale Schaden trifft ja nicht vorrangig „die Bahn“ oder irgendeinen Bahnmanager, sondern vor allem die nach Hunderttausenden zählenden Arbeitnehmer, die täglich Bahn fahren.

Die Übermacht einzelner Gewerkschaften ist erdrückend

Das Beispiel „Lokführer“ auch, wie übermächtig manche Gewerkschaften heute geworden sind – und dass es kein legales Mittel gibt, ihnen noch Schranken zu setzen. Doch statt einzugestehen, dass die Gewerkschaft völlig absurde Forderungen stellt, drehen die Gewerkschaftler den Spieß um: Alle anderen sind die Buhmänner, nur sie selbst sind die Edelmütigen, was sich so liest (Zitat Claus Weselsky aus der FAZ):

Damit vergleichen sie Lokomotivführer und Zugbegleiter mit Menschen, die anderen Menschen Leid antun - und zwar richtiges Leid. Da sage ich: Streik ist nicht Krieg, sondern Streik ist ein legitimes Mittel.


Der spektakuläre Streik einiger weniger Arbeitnehmer in Machtpositionen (organisierte Lokführer haben Machtpositionen, die kaum ein anderer Arbeitnehmer hat) gegen die Masse aller anderen Arbeitnehmer, die Bahnen benutzen, ist ein Skandal und nichts sonst.

Lokführer müssen ihrer Gewerkschaft sagen: Ihr habt euch vergriffen!

Daher gilt: Auch wenn es so ist, dass der einzelne Lokführer nichts dafürkann, dass gestreikt wird, so macht er sich doch mitschuldig am Leid der Bahnreisenden. Die beste Lösung: Rückkoppelung. Was der Bahnreisende sagt, muss in den Ohren der Gewerkschaftsfunktionäre dröhnen, und zwar laut und deutlich.

Sie auch: Handelblatt, und auch Twitter macht dieses Mal Hoffnung.
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Mietpreisbremse – unsozialer Blödsinn oder soziale Großtat?

Deutschland ist inzwischen so durchgehen „sozialdemokratisiert“, dass gar nicht mehr auffällt, wenn sozialer Unsinn beschlossen wird. Diesmal ist es eine Mietpreisbremse. Sie soll bewirken, dass in ganz wenigen deutschen Städten die Mieten für Altbauten „nicht mehr als 10 Prozent über der ortsüblichen Vergleichsmiete“ liegen dürfen.

Was zunächst als fair und akzeptabel erscheint, ist dennoch Blödsinn: In den Städten, in denen Wohnungsnot herrscht, wird nicht eine einzige Altbauwohnung zusätzlich vermietet, falls die Mietpreisbremse greift. Hingegen werden einige wenige Mieter, und zwar unabhängig von ihren finanziellen Möglichkeiten, davon profitieren – mit „sozial“ hat die Sache also gar nichts zu tun.

Altbausanierung im Osten selten kostendeckend

Das hindert nun allerdings die Linkspartei nicht, nochmals in die angeblich „soziale“ Kerbe zu hauen: Caren Lay, die stellvertretende Fraktionschefin, wollte sogar wissen, dass die Ausnahme für Neubauten „eher ein Mietpreisbeschleuniger“ sei. Ferner beklagte sie, dass die Mietpreisbremse nicht bundesweit gelten würde, sondern Sache der Länder sei. Ausgerechnet die Linkspartei sollte es besser wissen: In den ostdeutschen Bundesländern können zahllose Wohnungen nicht einmal kostendeckend renoviert werden, weil die erzielbaren Mietpreise zu gering sind. Es scheint, als seien Sozialisten dun Kommunisten immer froh über den Markt, wenn er die Preise „nach unten reguliert“, während sie dicke Backen machen, wenn der Markt den Preis nach oben drückt.

Mieter sind oft wohlhabender als private Besitzer

Und: Es ist sicher nicht falsch, wenn derjenige, der einen Makler mit der Vermietung beauftragt, auch die Hälfte der Kosten trägt – aber warum die Gesamtkosten? Ein großer Teil der Mieter, die über Makler suchen, wären durchaus in der Lage, auch eine Courtage zu bezahlen. Und insoweit ist durchaus verständlich, dass sich die Makler das neue Gesetz nicht gefallen lassen wollen – und es empört, nebenbei bemerkt, auch die privaten Wohnungsbesitzer, die wirtschaftlich nicht selten schlechtergestellt sind als die Mieter.

Nun mag es Gesetze geben, die als Beruhigungspille fürs Volk gedacht sind, auch wenn sie in Wahrheit Placebos sind. Die Hauptsache ist allerdings, dass „sozial“ wirklich „sozial“ bleibt und nicht als Schwindeletikett benutzt wird.
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Autorinnen: masochistische Wonne, nostalgische Romantik?

Wenn Sie erwarten, in diesem Artikel etwas über Sadomasochismus zu lesen, muss ich sie enttäuschen. Obgleich man durchaus zu der Meinung kommen könnte, die Autorinnen erotischer Liebesromane würden zwischen diesen beiden Betrachtungsweisen schwanken. Oder sie gar zusammenführen, wie dies in den „Shades of Grey“ und der Nachahmerliteratur geschehen ist.

Hier ist die Rede von den Autorinnen angeblicher „Sachbücher“ über die Partnersuche. Gegenwärtig überbieten sie sich darin, zu sagen, wie „beschissen“ Männer sind. Na klar, Männer wollen sowieso nur F*** und hintergehen Frauen mit allen erdenklichen Tricks, um das Ziel zu erreichen.

Das Zickengemecker soll lustig sein – sagen Frauen. Und sie kaufen die Bücher. Doch was steht dahinter? Eine masochistisch motivierte Reise in das innere Selbst? Stolpern auf dem Pflaster der Realität? Die nostalgische Suche nach der verloren gegangenen Romantik? Eines ist es sicherlich nicht: das Eingeständnis, wie niederträchtig und hinterhältig die Autorinnen waren, als sie recherchierten.

Ich nenne sie armselige Gestalten, und sicher nicht, weil sie Erfolg haben – sondern weil sie Flurschaden anrichten.

In der "Liebe Pur" lesen Sie, warum die Medien uns über diese und andere Fragen der Partnersuche Sand in die Augen streuen.

50-Plus – eine Unverschämtheit der Presse

50 Plus? Ich staune. Was ändert sich denn bitte für einen Menschen mit 50?

Ich weiß es nicht. Wechseljahre? Zweiter Frühling? Der Beginn des Verfalls? Die Invalidenrente? Der Wechsel von GQ oder Vogue zur Apotheker-Zeitung?

Immer, wenn ich in der Presse etwas über „50 Plus“ lese, sind die Über-50-Jährigen gar nicht gemeint. Bestenfalls Menschen, die gerade in Rente gehen. Oder solche, die schon längst Rente oder Pension genießen. Vielleicht auch eher die Einsamen, für die man etwas Soziales tun sollte?

Ich lese in meiner Regionalzeitung einen Satz, der in ähnlicher Weise sicherlich einige hundert Male gefallen ist:

Die Vielfalt dessen, was die Aussteller zu bieten haben, ist genau auf diese Wünsche der über 50-Jährigen ausgerichtet.

Nur – es gibt sie nicht, die Wünsche der Über-50-Jährigen. Sie werden herbeigeredet, so, als gäbe es zwischen den 50-Jährigen, den 65-Jährigen und den 80-Jährigen keine Unterschiede in den Bedürfnissen.

50-PLUS? Dummes Geschwätz. Wer würde die Menschen von 18 bis 40 unter dem Oberbegriff „40-Minus“ (1) zusammenfassen wollen? Nur jemand, der seine Hosen mit der Kneifzange anzieht. Aber 50-Plus? Dieses Dummwort fließt jedem Redakteur offenbar leicht aus der Feder.

(1) Tatsächlich existiert der Begriff "Bifis" - aber nur scherzhaft. Der "Rest" sind dann die Uhus, die "unter 100-Jährigen".
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Der Autor und die Messe, die nicht für ihn gemacht war

Ich muss wahrhaftig zugeben, heute auf einer Messe gewesen zu sein. Es war nicht irgendeine Messe, sondern eine, von der ich normalerweise nicht zugeben würde, sie jemals besucht zu haben. Ja, ich schäme mich beinahe ein bisschen, dorthin gegangen zu sein.

Wenn sie jetzt meinen sollten, es sei eine Messe gewesen, bei der Hupfdohlen auf der Bühne herumtanzen und sich lasziv die Kleider vom Leib schälen, muss ich Sie enttäuschen.

Ich muss mich also nicht schämen, dort gewesen zu sein. Doch habe ich den Eindruck, meine Kunden würden nur ungerne erfahren, wie alt ich bin. Und wenn ich auf eine 50-Plus-Messe gehe, dann werden sie vielleicht denken, ich sei in diesem Alter. „Was, der ist schon über 50? Und so ein Greis nennt sich ein Internet-Blog-Pionier?“

Also ging ich, sah, dass es nichts, aber auch gar nichts gab, das mich auch nur am Rande interessiert hätte - und ging wieder hinaus. Was es gegeben hätte? Oh, solche Attraktionen wie die örtliche Krankenkasse, die Sparkasse, das Rote Kreuz, das Klinikum, das Sanitätshaus, die Zeitung – und überall lagen, fein säuberlich auf Tischen aufgereiht, Prospekte und Faltblätter.

Oh, es hätte Vorträge gegeben, natürlich. Sie seien „spezifisch auf die Altersgruppe abgestimmt“. Na fein. Ich hätte ahnen können, dass ich damit nicht gemeint war.

Nein, verlorene Zeit war es nicht, denn ich konnte auf diese Weise einen kleinen, zusätzlichen Spaziergang machen. Das soll in meinem Alter ja Gold wert sein.
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