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Autoren, Novellen und der Berg der Worte, der vor ihnen liegt

Erstaunlicherweise kann das deutsche Bildungsbürgertum zwar inzwischen akribisch definieren, was eine Kurzgeschichte, eine Novelle oder ein Roman ist, aber nicht einmal, wie viele Worte dort üblicherweise verwendet werden. Ich gebe Ihnen hier eine kleine Hilfe:

Kurzgeschichten beinhalten zwischen einigen hundert bis zu 20.000 Worten, wobei weniger oft mehr ist. Wer darüber hinausgehen will oder soll, dem wird empfohlen, mehrere Episoden zu einer Novelle zusammenzufassen. Eine Novelle erweitert die Möglichkeiten der Kurzgeschichte und lässt Ihnen Spielraum, die Episoden auszuweiten oder gar mehrere Episoden zusammenzufügen. Wenn Ihre Geschichte zwischen 20.001 und gegen 50.000 Worte enthält, gilt sie als Novelle. Romane erlauben mehrerer Parallelhandlungen und Entwicklungen über weite Zeiträume. Hat Ihr Werk also über 50.000 Wörter, so könnte man es als Roman bezeichnen.

Sie brauchen Zeit - zu viel Zeit?

Um etwa 1000 Wörter in einem größeren Zusammenhang sinnvoll zu schreiben und zu korrigierend, darüber noch einmal nachzudenken und sie neu zu fassen, benötigen Sie je nach Schreibkunst, Veranlagung und Recherche zwischen zwei und zehn Stunden.

Für eine Kurzgeschichte benötigen Sie also bis zu 200 Stunden, für eine Novelle bis zu 500 Stunden und für einen Roman mit 100.000 Wörtern bis zu 1000 Stunden. Das ist leider nur Theorie, denn während der Zeitbedarf für eine Kurzgeschichte durchaus zutreffen könnte, benötigen die meisten Autoren für einen literarisch hochwertigen Roman wesentlich länger.

Wirtschaftlich gesehen schreiben Sie weit unter dem Mindestlohn

Um Ihnen noch einen Hinweis zu geben, ob es sich wirtschaftlich lohnt, rechnen Sie sich mal den „Mindestlohn“ eines Hilfsarbeiters aus, den Sie in dieser Zeit erwirtschaften könnten. Dann verlieren sie also zunächst einmal 4.000 Euro bei einer Novelle, falls Sie sich wirklich auf dem Niveau eines Hilfsarbeiters fühlen, haben aber noch keinen Urlaub und keine Rentenversicherung. Normalerweise sollten Sie Ihre Arbeitsstunde für selbstständige Tätigkeit mit gegen 50 Euro brutto kalkulieren, was bedeutet: Sie verlieren bei einer Novelle zunächst gegen 25.000 Euro.

Wollen Sie immer noch schreiben?

Vor kurzer Zeit wurden von einem Alternativverlag einmal die Hauptanforderungen an eine erotische Novelle formuliert.

Wir mögen Handlungen (Plots) und Figuren, die Wagnisse eingehen … Wir mögen Bücher, die Leser vom Hocker werfen, entweder, weil wir neugierig auf jede neue Seite sind oder weil sie uns erregen.


Ersetzen Sie einfach „erregen“ durch „bewegen“, und Sie haben das „Geheimrezept“ gefunden. Wenn Sie wirklich mehr wissen wollen, dann lesen Sie im Blog „Sinnlich Schreiben“ nach. Dort finden Sie alles, was nötig ist, um die Feder zu spitzen.

Für Autorinnen und Autoren ist die Zeit, die sie benötigen, um Ihre Geschichten zu entwickeln und ausführen, von erheblicher Bedeutung – zumal die meisten von uns nicht vom Schreiben leben können. Daher halte ich für eine gute Idee, mit einer Novelle zu beginnen, wenn Sie eine sehr ausgeprägte erotische Geschichte relativ kompakt erzählen wollen. Wenn Sie an Werktagen zwei bis maximal vier Stunden schreiben können, sind 500 Stunden möglicherweise bereits zu viel. In diesem Fall könnten Sie sogar mit einer Kurzgeschichte beginnen, an die sie eine zweite oder dritte Episode anhängen, um so zu Ihrer ersten Novelle zu kommen.

Wo sie jetzt Themen und Tipps zum erotischen Schreiben finden

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>Aus grundsätzlichen Erwägungen habe ich mich entschlossen, alle Beiträge, die moderne erotische Literatur betreffen, nicht mehr auf meiner Schriftsteller-Seite zu veröffentlichen. Denn für mich gilt das Gleiche wie für alle in der Branche: Allein die Nähe zu erotischen Schriften wertet einen Schriftsteller ab – daran kann ich nichts ändern.

Soweit die schlechte Nachricht. Die Gute: In Zukunft erfahren Sie alle über das Schreiben erotischer Literatur auf der neuen Seite „Sinnlich Schreiben“, die ich eigens dafür eingerichtet habe. Es wird eine Weile dauern, bis Sie dort alles finden, wonach Sie suchen – aber gut Ding will Weile haben.

Sie bekommen dort:

- Ideen in Hülle und Fülle.
- Themen, die Ihre Fantasie anregen.
- Innovative Möglichkeiten, erotisch zu schreiben.
- Neue Wege abseits der ausgetretenen Pfade.
- Hintergrundinformationen zu komplexen erotischen Themen.
- Statistiken zu erotischen Fantasien.
- Alternativen zur Beschreibung sexueller Handlungen.
- Psychologische Hintergründe, die nur wenige kennen.
-
Ich lade sie herzlich ein, dort meinen Ideen zu mausen, sich an Themen zu ergötzen oder sich darüber zu empören. Sie können also mit mir teilen oder austeilen – wie Sie wollen. In jedem Fall freue ich mich auf Sie.

Ihr

Gebhard Roese

Liebe, Romantik, Erotik, Sex – verträgt sich das?

Unter dem Einfluss der Romantik um 1800 wurde die Liebes-Ehe das Ideal des Bürgertums. Die Essenz dieses Liebes-Ideals ist eine Überhöhung beider Beziehungspartner, die unweigerlich zu unrealistischen Erwartungen führt.

Der Paartherapeut Peter A. Schröter
(1)

Romantisch, verführerisch und lüstern ...


Wir haben bereits im ersten Teil dieses Artikel gesehen, dass die romantische Liebe ein Produkt der Fantasie ist, das die Sehnsüchte Ihrer Leserinnen (und weniger Ihrer Leser) bedient. (1)

Was aber bringt in einer Liebesgeschichte die „Liebe an sich“, die darin enthaltene Romantik, die Erotik und die Sexualität zusammen?

Zunächst einmal: Sie sollten wissen, wie „Romantik geht“. Wenn ich nochmals auf meinen ersten Artikel und das darin enthaltene Zitat zurückreifen darf, ist die romantische Liebe in der Literatur die Möglichkeit, einen „sentimentalen Stoff in einer fantastischen Form“ Form darzustellen. Dabei muss auf der einen Seite „die Liebe“ als Gefühl einseitig „überhöht“, notfalls sogar verkitscht werden. Auf der anderen Seite müssen archaische oder besonders ungewöhnliche Situationen und Umgebungen geschaffen werden, in denen sich das Paar trifft.

Der Liebesroman – die einseitige Sicht der Liebe

Der Liebesroman ist also eigentlich gar kein „Roman von der Liebe“, sondern ein Roman, der von jenem überhöhten Teil der Liebe handelt, der in Märchen, Rittergeschichten (Minnesang), Jungmädchengeschichten und anderen idealisierten Schilderungen der Sinnlichkeit vorkommt. Der Liebesroman handlet also mehr von der Sehnsucht nach Liebe als von der Erfüllung der Liebe – und aus der Sehnsucht entsteht auch die latente, aber dennoch ständig vorhandene erotische Spannung. Wenn Sie wirklich nicht wissen sollten, was Erotik ist, will ich es schnell erklären.

Was ist Erotik im Vergleich zu Sentimentalität in der Liebe?

Sentimentalität und Erotik sind Schwestern. Mögen sie auch ungleich sein, so ist ihnen eines gemeinsam: Sie drücken stellvertretend Gefühle und Sehnsüchte aus, die bei einer präzisen Beschreibung entzaubert würden. So entsteht Erotik immer dann, wenn im Hirn der Leserin sexuelle Lüste aufkommen, die aber im Text gar nicht „ausgeschrieben“ dargestellt werden.(Ähnlich ist es übrigens ind er Fotografie). Sentimentalität ist hingegen ein schriftstellerisches Hilfsmittel, um starke Formen der „Rührung“ auszulösen, dass der nackte Text ebenfalls nicht vermitteln kann, und die dazu führen mag, dass Ihre Leserin spontan in Tränen ausbricht.

Wie fließen Sex und sexuelle Spiele in den Liebesroman ein?

- Beim Glückswandel
In einem eher traditionellen Liebesroman findet Sex nicht statt, weil er die sentimentale Stimmung zerstören könnte. Auch in solchen Romanen kann Sex aber der Grund für den Glückswandel sein. Beispielsweise, weil sich bei den sexuellen Wünschen männlichen Partners (aus der Sicht der Heldin) „Abgründe“ auftun. Erinnern Sie sich an den hocherotischen Film „9½ Wochen“? Alles ist bereit für einen romantschen Abend, die Lokation entspricht ganz dem Ideal: Man entflieht den Massen, lässt sich auf das Abenteuer eines Hausboots ein. Doch die Heldin flieht, nachdem sie einen Anklang von Sadismus spürt: Statt eines Liebeslieds wird eine Schallplatte von Billie Holiday aufgelegt: „Strange Fruit“. Indessen kann der „Abgrund“ alles sein, vom Wunsch nach vorehelichem Sex überhaupt über Oralverkehr bis hin zu sadistischen Lustvorstellungen.

Übrigens kann das Entsetzen vor, während oder nach der Ausführung einer entsprechen Prozedur einsetzen – das eröffnet Ihnen Varianten für die weitere Entwicklung der Geschichte.

- Plötzlich und ohne Vorankündigung

Ob Sie es nun akzeptieren oder nicht: „Genommen zu werden“ ist eine durchaus romantische Vorstellung. Entsprechend sind die Protagonisten bösen Räuber, lustvolle Vampire oder reiche Schnösel, die „nicht lange fackeln“, um die Heldin „zu nehmen“ oder plötzlich mit ihren befremdlichen Gelüsten herauszurücken. In der Trilogie „50 Shades of Grey“ beispielsweise geschieht dies relativ früh. Am Ende des sechsten Kapitels kündigt Mr. Grey an, er würde dien Heldin „hart vögeln“ und sie habe „keine Ahnung, worauf sie sich einlasse“, sodass sie möglicherweise fliehen würde. Dennoch betritt sie ohne weitere Verzögerung sein „Spielzimmer, einen SM-Folterkeller. Lapidar lässt die Autorin ihre Heldin sagen: „Ich fühle mich ins sechzehnte Jahrhundert zurückversetzt, zur Spanischen Inquisition.“ (3)

Romantik, Begierde und Sex – eine Einheit?

Romantik und Begierde sind wirklich nichts Neues. Von der Blutrunst eines Grafen Dracula über den lesbischen Vampir Carmilla bis hin zur (historisch möglicherweise nicht korrekt dargestellten) Gräfin Erzsébet Báthory, der sadistische, lesbische Beziehungen zu unzähligen jungen Frauen nachgesagt wurden, von denen sie viele anschließend getötet haben soll. Die Nähe von wollüstiger Begierde und Tod ist sogar in die französische (Original-)Version des Rotkäppchen-Märchens eingegangen.

Wirklich neu ist im Grunde nur, wie der „tatsächlich existierende“ Geschlechtsverkehr in die Liebesgeschichten eingebaut wird: Die neuen Autorinnen konfrontieren ihre Heldinnen hart mit der Entscheidung, in Sex einzuwilligen oder nicht. Manchmal bringen sie auch unnachgiebige Verführer und Verführerinnen ins Spiel, die gar nicht daran denken, ihre Absichten zu ändern.

Sex und Romantik sind im Grund ideale Partner

Wenn eine romantische Erzählung vor allem darin besteht, die Heldin in Höhlen, Gärten, Schlösser und Waldhütten zu locken, und dabei sentimentale Stimmungen zu erzeugen, so spricht auch nichts dagegen, sie an eben diesen Orten verführen zu lassen. Die schottische Trivial-Autorin Alison McLeay geht noch zögerlich vor – und bricht selbstverständlich ab, bevor es „zur Sache“ geht (4):

Dann fummelte er an meinem Rock herum, sein Atem kam in kurzen Stößen, und dann streichelte seine Hand unter meinem Unterrock meine Beine … und schließlich fühlte ich seine warme Hand zwischen meinen Schenkeln und seine Finger … (hier bricht die Schilderung ab, weil die Heldin „laut aufschreit“)


Das Beispiel mag zeigt deutlich, dass die gleiche manieristisch-verkitschte Sprache, die in anderen Liebes- und Sehnsuchtsszenen benutzt wird, auch im sexuellen Bereich verwendet werden kann. Wenn Sie die Szene ausweiten wollten, müssten Sie nur weiterschreiben. Sie haben sicherlich bemerkt, dass die Szene in passiver Form geschrieben wurde. Hier die Beispiele:

1. Er fummelte …
2. Sein Atem kam …
3. Streichelte seine Hand …
4. Schließlich fühlte ich … …

In dieser Form lassen sich so gut wie alle sexuellen „Vorfälle“ neutralisieren, und die Autorin hätte durchaus noch schildern können, wie „die Finger in sie eindrangen“, oder er „ihren Rock hochschob“ und dergleichen mehr.

Selbstverständlich kann die moderne Autorin, die sich an romantische, gleichwohl aber ebenso lüsterne und begierige Frauen wendet, die aktive Form verwenden. Der Unterschied besteht darin, dass die Autorin die Gefühle ihrer Heldin schildern muss, etwa so (5):

Seine Hand wandert langsam und zärtlich an meinen Schenkeln hoch. Meine Haut kräuselt sich unter seinen Berührungen, und mir wird zugleich heiß und kalt. Niemand hat mich auf diese Situation vorbereitet. Soll ich die Schenkel nun öffnen oder schließen? Ich gebe zu, die Berührungen ein wenig zu genießen, aber was wird daraus folgen?


Sie können derartige Schilderungen durchaus weiter romantisieren, indem sie die Elemente „Natur“, „Geheimnis“ oder „Ursprung“ in Ihre Geschichte einbauen. Dann würde sich diese Passage eher so lesen (5):

Seine Hand wandert forschend an meinem Schenkel hoch, als wäre sie ein Jäger, der sich an das Wild heranschleicht. Ich fürchte mich und lass ihn doch gewähren. Hoffte ich nicht schon lange, dass er mich besiegen würde? Soll ich meine Schenkel, öffnen, um ihm den Weg zu bahnen, oder leiste ich ihm Widerstand, sodass er mich erst überwältigen muss? Ich habe keinen Vorstellung, was ihn mehr reizt. Ich genieße, von seiner Hand verführt zu werden, aber wie geht so etwas eigentlich weiter?


Nun lasse ich Sie für heute aber wirklich allein – und wenn Sie Lust haben, dann schreiben Sie mir einfach, wie Sie die Sache sehen …


(1) Aus "Annabelle".
(2) Die romantische Dichtung des E.T.A. Hoffmann ist beispielsweise kaum noch bekannt, weil sie sich an entsprechend eingestellte heterosexuelle Männer wendet. ("Der Goldene Topf")

(3) Aus den Shades of Grey", das "f-Wort" wurde ersetzt.
(4) "Passage Home", "the Wayward Tide" oder "Das Amulett", zuerst London 1990
(5) Texte von Isi Febe.

Liebe mit Biss – ohne Vampir

Halsschmuck - schützt gegen geraubte Küsse und wilde Bisse


Liebe bis zum wievielten Biss? Oh, ich habe nicht mitgezählt. War da nicht diese Stephenie Meyer, die uns jungfräulichen Beinahe-Sex mit schüchternen Vampiren vorkäste? Nun ja, Biss zum Ende der Nacht – Biss zum Ende des Erfolgs. Stephenie Meyers Karriere – einer jener fragwürdigen Schriftstellerkarrieren, nach denen viele streben und die kaum jemand erreicht.

Biss-Themen mit Vampiren und anderen Blutsaugerinnen

Die Liebe mit Biss ist allerdings nicht auf den jungfräulichen Vampir und auch nicht auf den sexuellen Vampir beschränkt, der übrigens nicht immer ein Mann sein muss. Falls Sie eine Anregung brauchen: Weibliche Vampire haben neben blasser Haut und kleinen, sinnlich dargebotenen Brüsten auch scharfe Zähnchen. Und Männer sind von wollüstigen und blutrünstigen weiblichen Schönheiten viele leichter ins Bett zu locken, als dies umgekehrt der Fall ist. Neben dem weiblichen Vampir, der eher in Fantasy-Romanze passt, hätte ich noch die schöne Agentin oder Erpresserin zu bieten, falls Sie nach weiblichen Heldinnen suchen, die Männer „bis aufs Blut aussaugen“.

Doch bleiben wir beim erotischen Biss – verderblich ist des Vampirs Zahn, aber der sanfte bis leicht schmerzvolle Biss des ungestümen oder berechnenden Liebhabers kann ungeheuer sinnlich sein.


Biss-Themen ohne Vampire - aber mit Lust

Allein die Vorstellung, gebissen zu werden, kann sanfte, süße Schauer und und erste lustvolle, auch feuchte Erregungen auslösen. Wie immer, empfehle ich, die Gefühle beim Biss bildhaft zu schildern – auch dann, wenn der Lover nur ein Wunschtraum ist, wie hier im Beispiel (1):

Ein einziger Biss. Welche Stelle meines Körpers wirst du wählen? Wirst du sie erst küssen, dann ansaugen und erst dann deine Zähne in meine Haut versenken? Meine Brüste verlangen nach deinem Mund. Oh, du liebst es, an den Himbeerchen zu saugen, heftig und leidenschaftlich. Du spitzt die Lippen, züngelst an der rauen Oberfläche, saugst die Nippel ein. Bald wirst du deine scharfen Schneidezähne über die empfindliche Haut gleiten lassen, unnatürlich sanft, und ich werde erzittern. Ein kleiner Biss nur, bitte … ich werde auch nicht laut schreien, ich verspreche es. Oder willst du, dass ich schreie?


Merkwürdig, dass in der Literatur mittlerweile alles vorkommt, was sanfte, süße oder unerträgliche Schmerzen auslöst – von Ausklopfer und Kochlöffel bis zum Rohrstock und zur Hundepeitsche. Doch die Zähne und die Fingernägel werden kaum noch erwähnt. Beide können sanfte, lustvolle Schauer und unerwartet heftige Lustschmerzen erzeugen.

Wäre dies ein Thema für Sie? Ich denke mir, sanfte Bisse und Kratzer von tiefrot lackierten Fingernägeln können sich Autorinnen, wie als Leserinnen eher vorstellen als Schläge mit Instrumenten, die sie niemals in die Hand nehmen würden und deren Wirkung sie nicht ermessen können. Gut – vielleicht wird es dann kein Bestseller. Aber ein Anerkennungserfolg reicht mancher Autorin auch.

Was meinen Sie?

Hier ein Beispiel für ein Gedicht (englisch) zum Thema.

(1) Zitat von Isi Febe.

Warum ist das Verbotene so erotisch?

Traumsequenzen - in Worte umsetzen
Wir leben in einer relativen Sicherheit. Wir wünschen uns, dass unser Partner morgen wieder neben uns aufwacht, wir wünschen uns Treue von ihm, und wir erwarten von der Beziehung Zuverlässigkeit und Kontinuität. Aber – wir haben auch dieses verborgene Verlangen nach Abenteuern, dem Neuen, dem Unbekannten, dem Unerwartete. Wir schieben diese Wünsche ganz nach hinten in unsere Preziosen-Schatulle, die wir nur öffnen dürfen, wenn wir allein sind. Manche dieser Wünsche sind so exotisch, dass wir uns gar nicht trauen dürfen, ihre Umsetzung zu planen, vor anderen fürchten wir uns selbst zu sehr, um sie zu realisieren. Nur ganz wenige dieser Fantasien werden in Realszenerien oder Rollenspielen jemals verwirklicht - und nicht immer wird unser Ehepartner auch unser Gespiele/unsere Gespielin sein, wenn es um die Ausführung geht.

Sehen sie, hier setzen Sie als Autorin oder als Autor an. Was Sie schreiben, ist das Vehikel, um die Fantasien aus der verborgenen Schatzkiste zu befreien und sie mit jemandem teilen zu können – mit ihrer Heldin oder Ihrem Helden.

Das Verbotene, das Verfemte unglaublich erotisch

Warum ist das Verbotene oder Verfemte so erotisch? Weil wir es vermutlich niemals tun werden, aber glauben, dass es uns den Atem rauben würde, wenn wir es täten. Ungewöhnliche Umstände mit sexuell unersättlichen Fremden,, die uns gewaltige Orgasmen bescheren, und in denen die Lust in Wollust umschlägt. Lustvolle Dreier mit allen Varianten und ungeplanten Überraschungen. Dem Fremden auf Gedeih und Verderb ausgeliefert sein. Sich verantwortungslos hingeben oder in Schmerzlust suhlen.

Es ist keine Schande. Natürliche Geilheit und eher eingeschränkte, zivilisierte Sexualpraktiken existieren im Denken parallel, und wir haben das Recht auf unser Eckchen im Hirn, in dem wir die schlafenden Bestien ungebändigter Wollust gefangenhalten.

Fantasien: Wir tun es nicht - es ist aber im Hinterkopf

Wir kopulieren nicht mit gefährlichen Fremden, lassen uns nicht in einsamen Hütten fesseln, verirren uns nicht in Gay- oder Lesbenbars, und laden werde Paare noch dritte Einzelpersonen nein, um mit ihnen Orgien zu feiern. Wir hassen Schmerzen und gehen zum Arzt, wenn wir sie empfinden – und suchen sie nicht auf, um daran Lust zu gewinnen.

Obgleich dies alles so ist, könnte es sein, dass wir uns heimlich danach sehnen, davon träumen und darüber fantasieren. Unsere menschlichen Gehirne verfügen über ein enormes Abstraktionsvermögen und können uns Dinge „erleben“ lassen, die wir niemals ausführen würden.

Was hat das alles mit dem erotischen Roman zu tun?

Im erotischen Roman lechzen, lieben und leiden wir mit den Heldinnen und Helden, werden zu verführerischen Schurken oder naiven, bedrängten Jungfrauen. Wir nehmen den Rohstock gedanklich in die Hand und ergötzen uns an noch weißen, ungezeichneten Pobacken. Oder wir präsentieren den nackten Hintern und bangen oder lüstern in Erwartung der kommenden Schläge. Die Protagonistinnen und Protagonisten leben die Erfahrungen aus, die in unsere hintersten Kämmerlein schlummern. Sie sind die Stellvertreter auf der Bühne eines Lebens, das wir nicht führen wollen und können.

Wenn Sie Autorin oder Autor sind und gerade hingebungsvoll in sich hinein gelauscht haben, dann werden Sie nun wissen, was ihre Leserschaft erwartet: Sie sollen das aus streng-moralischer Sicht Verbotene, Unerhörte und absolut Verwerfliche in Ihren Zeilen Wirklichkeit werden lassen. Ihr Roman ist der Ort, an dem sich die höchst frivolen Begegnungen ereignen, die ansonsten vom Verstand blockiert werden.

Nutzen Sie diese Möglichkeit. Auch wenn uns Elisabeth Benedcit dies sagt:

Über den ehelichen Sex zu schreiben, kann genauso prickelnd sei wie wie das Entwerfen einer stürmischen Begegnung zwischen Liebenden, die sich seit Jahrzehnten nacheinander verzehren.


Schreiben Sie lieber über das Ungewöhnliche

Ja – aber es kommt drauf an, in welchem Zusammenhang. In einem nicht-erotischen Roman, in dem man eine erregende Sex-Szene benötigt, vielleicht. Doch die Leserinnen und Leser erotischer Romane langweilen sich, wenn sie etwas lesen, was sie „beinahe“ erlebt haben oder morgen problemlos erleben könnten. Sie wollen das „eigentlich Verbotene“, das Geheimnisvolle, das in ihren Hinterköpfen wohnt.

Vielleicht denken Sie einfach mal daran, dass die meisten Menschen ihre geheimen erotischen Fantasien niemals wirklich erfüllend verwirklichen können – zum Teil auch deshalb, weil sie in der Realität gar nicht wirklich lustvoll wären.

Also – Sie sind dran. Schreiben sie ihr erotisches Märchen, und erfüllen Sie Ihren Leserinnen und Lesern die Fantasien, die sie selbst niemals erfüllen würden oder können.