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Liebe, Romantik, Erotik, Sex – verträgt sich das?

Unter dem Einfluss der Romantik um 1800 wurde die Liebes-Ehe das Ideal des Bürgertums. Die Essenz dieses Liebes-Ideals ist eine Überhöhung beider Beziehungspartner, die unweigerlich zu unrealistischen Erwartungen führt.

Der Paartherapeut Peter A. Schröter
(1)

Romantisch, verführerisch und lüstern ...


Wir haben bereits im ersten Teil dieses Artikel gesehen, dass die romantische Liebe ein Produkt der Fantasie ist, das die Sehnsüchte Ihrer Leserinnen (und weniger Ihrer Leser) bedient. (1)

Was aber bringt in einer Liebesgeschichte die „Liebe an sich“, die darin enthaltene Romantik, die Erotik und die Sexualität zusammen?

Zunächst einmal: Sie sollten wissen, wie „Romantik geht“. Wenn ich nochmals auf meinen ersten Artikel und das darin enthaltene Zitat zurückreifen darf, ist die romantische Liebe in der Literatur die Möglichkeit, einen „sentimentalen Stoff in einer fantastischen Form“ Form darzustellen. Dabei muss auf der einen Seite „die Liebe“ als Gefühl einseitig „überhöht“, notfalls sogar verkitscht werden. Auf der anderen Seite müssen archaische oder besonders ungewöhnliche Situationen und Umgebungen geschaffen werden, in denen sich das Paar trifft.

Der Liebesroman – die einseitige Sicht der Liebe

Der Liebesroman ist also eigentlich gar kein „Roman von der Liebe“, sondern ein Roman, der von jenem überhöhten Teil der Liebe handelt, der in Märchen, Rittergeschichten (Minnesang), Jungmädchengeschichten und anderen idealisierten Schilderungen der Sinnlichkeit vorkommt. Der Liebesroman handlet also mehr von der Sehnsucht nach Liebe als von der Erfüllung der Liebe – und aus der Sehnsucht entsteht auch die latente, aber dennoch ständig vorhandene erotische Spannung. Wenn Sie wirklich nicht wissen sollten, was Erotik ist, will ich es schnell erklären.

Was ist Erotik im Vergleich zu Sentimentalität in der Liebe?

Sentimentalität und Erotik sind Schwestern. Mögen sie auch ungleich sein, so ist ihnen eines gemeinsam: Sie drücken stellvertretend Gefühle und Sehnsüchte aus, die bei einer präzisen Beschreibung entzaubert würden. So entsteht Erotik immer dann, wenn im Hirn der Leserin sexuelle Lüste aufkommen, die aber im Text gar nicht „ausgeschrieben“ dargestellt werden.(Ähnlich ist es übrigens ind er Fotografie). Sentimentalität ist hingegen ein schriftstellerisches Hilfsmittel, um starke Formen der „Rührung“ auszulösen, dass der nackte Text ebenfalls nicht vermitteln kann, und die dazu führen mag, dass Ihre Leserin spontan in Tränen ausbricht.

Wie fließen Sex und sexuelle Spiele in den Liebesroman ein?

- Beim Glückswandel
In einem eher traditionellen Liebesroman findet Sex nicht statt, weil er die sentimentale Stimmung zerstören könnte. Auch in solchen Romanen kann Sex aber der Grund für den Glückswandel sein. Beispielsweise, weil sich bei den sexuellen Wünschen männlichen Partners (aus der Sicht der Heldin) „Abgründe“ auftun. Erinnern Sie sich an den hocherotischen Film „9½ Wochen“? Alles ist bereit für einen romantschen Abend, die Lokation entspricht ganz dem Ideal: Man entflieht den Massen, lässt sich auf das Abenteuer eines Hausboots ein. Doch die Heldin flieht, nachdem sie einen Anklang von Sadismus spürt: Statt eines Liebeslieds wird eine Schallplatte von Billie Holiday aufgelegt: „Strange Fruit“. Indessen kann der „Abgrund“ alles sein, vom Wunsch nach vorehelichem Sex überhaupt über Oralverkehr bis hin zu sadistischen Lustvorstellungen.

Übrigens kann das Entsetzen vor, während oder nach der Ausführung einer entsprechen Prozedur einsetzen – das eröffnet Ihnen Varianten für die weitere Entwicklung der Geschichte.

- Plötzlich und ohne Vorankündigung

Ob Sie es nun akzeptieren oder nicht: „Genommen zu werden“ ist eine durchaus romantische Vorstellung. Entsprechend sind die Protagonisten bösen Räuber, lustvolle Vampire oder reiche Schnösel, die „nicht lange fackeln“, um die Heldin „zu nehmen“ oder plötzlich mit ihren befremdlichen Gelüsten herauszurücken. In der Trilogie „50 Shades of Grey“ beispielsweise geschieht dies relativ früh. Am Ende des sechsten Kapitels kündigt Mr. Grey an, er würde dien Heldin „hart vögeln“ und sie habe „keine Ahnung, worauf sie sich einlasse“, sodass sie möglicherweise fliehen würde. Dennoch betritt sie ohne weitere Verzögerung sein „Spielzimmer, einen SM-Folterkeller. Lapidar lässt die Autorin ihre Heldin sagen: „Ich fühle mich ins sechzehnte Jahrhundert zurückversetzt, zur Spanischen Inquisition.“ (3)

Romantik, Begierde und Sex – eine Einheit?

Romantik und Begierde sind wirklich nichts Neues. Von der Blutrunst eines Grafen Dracula über den lesbischen Vampir Carmilla bis hin zur (historisch möglicherweise nicht korrekt dargestellten) Gräfin Erzsébet Báthory, der sadistische, lesbische Beziehungen zu unzähligen jungen Frauen nachgesagt wurden, von denen sie viele anschließend getötet haben soll. Die Nähe von wollüstiger Begierde und Tod ist sogar in die französische (Original-)Version des Rotkäppchen-Märchens eingegangen.

Wirklich neu ist im Grunde nur, wie der „tatsächlich existierende“ Geschlechtsverkehr in die Liebesgeschichten eingebaut wird: Die neuen Autorinnen konfrontieren ihre Heldinnen hart mit der Entscheidung, in Sex einzuwilligen oder nicht. Manchmal bringen sie auch unnachgiebige Verführer und Verführerinnen ins Spiel, die gar nicht daran denken, ihre Absichten zu ändern.

Sex und Romantik sind im Grund ideale Partner

Wenn eine romantische Erzählung vor allem darin besteht, die Heldin in Höhlen, Gärten, Schlösser und Waldhütten zu locken, und dabei sentimentale Stimmungen zu erzeugen, so spricht auch nichts dagegen, sie an eben diesen Orten verführen zu lassen. Die schottische Trivial-Autorin Alison McLeay geht noch zögerlich vor – und bricht selbstverständlich ab, bevor es „zur Sache“ geht (4):

Dann fummelte er an meinem Rock herum, sein Atem kam in kurzen Stößen, und dann streichelte seine Hand unter meinem Unterrock meine Beine … und schließlich fühlte ich seine warme Hand zwischen meinen Schenkeln und seine Finger … (hier bricht die Schilderung ab, weil die Heldin „laut aufschreit“)


Das Beispiel mag zeigt deutlich, dass die gleiche manieristisch-verkitschte Sprache, die in anderen Liebes- und Sehnsuchtsszenen benutzt wird, auch im sexuellen Bereich verwendet werden kann. Wenn Sie die Szene ausweiten wollten, müssten Sie nur weiterschreiben. Sie haben sicherlich bemerkt, dass die Szene in passiver Form geschrieben wurde. Hier die Beispiele:

1. Er fummelte …
2. Sein Atem kam …
3. Streichelte seine Hand …
4. Schließlich fühlte ich … …

In dieser Form lassen sich so gut wie alle sexuellen „Vorfälle“ neutralisieren, und die Autorin hätte durchaus noch schildern können, wie „die Finger in sie eindrangen“, oder er „ihren Rock hochschob“ und dergleichen mehr.

Selbstverständlich kann die moderne Autorin, die sich an romantische, gleichwohl aber ebenso lüsterne und begierige Frauen wendet, die aktive Form verwenden. Der Unterschied besteht darin, dass die Autorin die Gefühle ihrer Heldin schildern muss, etwa so (5):

Seine Hand wandert langsam und zärtlich an meinen Schenkeln hoch. Meine Haut kräuselt sich unter seinen Berührungen, und mir wird zugleich heiß und kalt. Niemand hat mich auf diese Situation vorbereitet. Soll ich die Schenkel nun öffnen oder schließen? Ich gebe zu, die Berührungen ein wenig zu genießen, aber was wird daraus folgen?


Sie können derartige Schilderungen durchaus weiter romantisieren, indem sie die Elemente „Natur“, „Geheimnis“ oder „Ursprung“ in Ihre Geschichte einbauen. Dann würde sich diese Passage eher so lesen (5):

Seine Hand wandert forschend an meinem Schenkel hoch, als wäre sie ein Jäger, der sich an das Wild heranschleicht. Ich fürchte mich und lass ihn doch gewähren. Hoffte ich nicht schon lange, dass er mich besiegen würde? Soll ich meine Schenkel, öffnen, um ihm den Weg zu bahnen, oder leiste ich ihm Widerstand, sodass er mich erst überwältigen muss? Ich habe keinen Vorstellung, was ihn mehr reizt. Ich genieße, von seiner Hand verführt zu werden, aber wie geht so etwas eigentlich weiter?


Nun lasse ich Sie für heute aber wirklich allein – und wenn Sie Lust haben, dann schreiben Sie mir einfach, wie Sie die Sache sehen …


(1) Aus "Annabelle".
(2) Die romantische Dichtung des E.T.A. Hoffmann ist beispielsweise kaum noch bekannt, weil sie sich an entsprechend eingestellte heterosexuelle Männer wendet. ("Der Goldene Topf")

(3) Aus den Shades of Grey", das "f-Wort" wurde ersetzt.
(4) "Passage Home", "the Wayward Tide" oder "Das Amulett", zuerst London 1990
(5) Texte von Isi Febe.

Erotisch schreiben: Analverkehr – muss ich das erlebt haben?

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Sie lesen den gesuchten Artikel dort ebenfalls, neu aufbereitet für Autorinnen und Autoren: Dort wird das für viele Autorinnen und Autoren peinliche Thema "Analverkehr" behandelt und gefragt: "Muss ich so etwas wirklich selbst erlebt haben?


Das Schreiben und die gefolterte Tastatur

Das rätselhafte Verschwinden des "H"


Die Firma, die meine Tastatur herstellt, war ausgesprochen nett und schickte mir eine neue, nachdem einige Buchstaben abgerieben waren. Inzwischen ist es wieder soweit: Das „H“ ist verschwunden, das „N“ kaum noch sichtbar, das „I“ nur noch ein Pünktchen, und auch das „M“ das „L“ und nun auch das „A“ sehen kläglich aus.

Ich wälze meine Unterlagen: Seit Anfang März 2012 besitze ich diese Austausch-Tastatur. Sie hielt also über zwei Jahre. Doch was fehlte ihr damals?

T, N, M, L und I.

Fragt sich, warum das „T“ diesmal unbeschädigt blieb. Meide ich Wörter und Begriffe mit vielen „T“ wie etwas Stuttgart, Titten, Tattergreis, Klosetttür oder „Lutherstadt Wittenberg“?

Oh, übrigens: Mein „E“, sonst schon oft Opfer der Vielschreiberei, blieb damals und diesmal unbeschädigt.

Sagt bitte mal, Vielschreiberinnen und Vielschreiber – was fehlt auf euren Tastaturen nach einigen Jahren?

Schriftstellerin, Maurerlohn und Huren

Horrorstorys über Huren: Sie machen es schon für 20, 10 oder gar fünf Euro. Das entrüstet sich nicht nur die Kirchengängerin und die Gewerkschaftlerin, sondern auch die Presse macht dicke Backen. Seht, alles versinkt im Elend – eine Folge des ausbeuterischen Kapitalismus im sexistisch verseuchten Deutschland. In Wahrheit: Meinungsmache, um die Theorie von der „weitverbreiteten Armutsprostitution“ zu untermauern.

Horrorrealität in Deutschland: Eine Schriftstellerin bietet sich für einen Eurocent pro Wort oder 10 Euro Stundenhonorar an. In der Stunde muss sie also 1000 Wörter schreiben, überarbeiten, Korrektur lesen. Die Kirchgängerin, die Gewerkschaftlerin und die Presse lässt es kalt. Es ist keine Folge des Kapitalismus, und auch keine sexistische Erniedrigung. Offenbar ist es für manche Frau, die davon leben will, Alltag.

Übrigens (Zitat):

Im Westen beträgt der Mindestlohn des Stundenverrechnungssatzes im Jahre 2013 für einen Maurer 13,70 Euro.


Von den 13,70 Euro ist dann allerdings schon ein Teil der Rentenversicherung und der Krankenversicherung bezahlt, der Maurer bekommt Urlaub und im Krankheitsfall ist er ebenfalls abgesichert. Die Schriftstellerin hingegen – wenn ihr ungefähr 5,50 Euro übrig bleiben, hat sie annähernd richtig kalkuliert.

Warum ich als Schriftsteller für Sie wertvoll sein könnte

Zeitzeuge sein, kritisch sein, aber auch das Schöne sehen


Die Schöpfer von Zeitdokumenten, aber auch von Kunst und Kultur ganz generell haben in der Regel einen Makel, den sie ihr Leben lang verfolgt: Sie ernennen sich selbst zu dem, was sie sein wollen. Ich will hier nur diejenigen nennen, die sich mit dem Schreiben beschäftigen: Schriftsteller, Journalisten, Texter, Publizisten, Autoren.

Ich bin – nicht nur einmal – bezichtigt worden, nicht das zu sein, für das ich mich ausgebe. Das ist völlig korrekt, denn ich bin in erster Linie ein Mensch, der sich verpflichtet fühlt, der Zeit auf den Zahn zu fühlen. Bekanntlich hat dies gelegentlich den Effekt, dass der Zahn dann schmerzt, und logischerweise ist es nicht der eigene. Wer das nicht aushält, sollte niemals an die Öffentlichkeit treten – ich muss auch gelegentlich ertragen, dass man mich angreift. Dann und wann wehre ich mich dagegen, doch zumeist sehe ich Tadel als Gewinn. Mehr als 10.000 Artikel von mir (teils unter Pseudonym veröffentlicht) sollten Sie überzeugen.

Was ich für Sie tun kann? Ich kann schöne Dinge noch schöner beschreiben, komplizierte Dinge vereinfachen und das hervorheben, was Ihr Unternehmen wirklich gut und richtig macht. Sie werden sehen: Ich verstehe Sie und Sie werden mich verstehen. Und weil ich nicht gerne auf ausgefahrenen Wegen im Schlamm und Schlick versacke, wie so viele meiner Kolleginnen und Kollegen, dürfen sie von mir auch etwas Ungewöhnliches erwarten. Übrigens schreibe ich für Sie auch über die Lust und manches lustvolle Produkt.

Vom Schmerz zur Lust – das ist nur für denjenigen ein Problem, der am Wort klebt. Ich versichere Ihnen: Ich klebe nicht am Wort, sondern reiße es heraus und halte es so hoch, dass es gelesen wird.

Sie wollten doch wissen, wer ich bin, nicht wahr?

Bild © 2014 by Gebhard Roese

Erfahrung kontra Fantasie – muss ich alles wirklich erlebt haben?

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Die dampfende Tasse Tee – ein Klischee

Ob Kaffee oder Tee - es ist nicht die "dampfende Tasse", sondern der Duft, der ihr entströmt


Heute will ich Ihnen an einem sehr einfachen Beispiel verdeutlichen, was ein Klischee für Autorinnen und Autoren bedeutet. Das Beispiel, das ich gewählt habe, ist so populär, dass es sogar Übersetzungsvorschläge ins Englische gibt.

Es ist, wie Sie anhand meines Titels unschwer ermitteln können, die dampfende Tasse Tee. Sie findet in manche gefühlsbetonte Erzählungen Eingang, und Sie können fast sicher sein, dass sie dort nicht hinpasst, wo sie vor sich hin dampft.

Zunächst die Logik - "dampfende Tassen"

Lassen Sie mich zunächst einmal logisch vorgehen, obwohl dies schreibende Damen in der Regel nervt. Tassen dampfen nicht, weil sie aus Materialen hergestellt sind, die ihren Aggregatzustand normalerweise nicht verändern. Nun könnte man einwenden, bei einem süffigen Glas Bier sei ja auch nicht das Glas süffig, sondern das Bier. Der Streit ist alt: Ist eine "Tasse Tee" eine Tasse, in der sich Tee befindet? Oder ist eine Tasse Tee ein Maß für den Tee, so, wie man im Restaurant „eine Tasse“ Kaffee oder Tee bestellt? Hier gibt es spitzfindige Definitionen: Zwei Glas Bier oder zwei Gläser Bier? Bei Tassen finden wir den Begriff des Maßes nicht: „Hatten Sie zwei Tasse Tee?“ Aber nein, ich hatten zwei Tassen Tee.“

Ich hoffe, Sie haben nach diesen Ausführungen noch alle Tassen im Schrank. Sehen wir uns lieber mal an, wann der Tee dampft, den ohne Zweifel könnte der Tee in den Tassen dampfen. Dann hat Eva keine „Tasse dampfenden Tee vor sich“, sondern „der Tee in Evas Tasse dampfte noch und sandte heimelige Gerüche aus.“ Das klingt solange sinnreich, wie der Tee und sein Duft in der Geschichte eine Rolle spielen, und – soweit der Tee wirklich dampft.

Dampft Tee überhaupt?

Nun dampft aber ein Heißgetränk in einem zentralbeheizten Büro oder im Boudoir einer Dame, wenn überhaupt, nur für kurze Zeit und kaum sichtbar. Anders verhält es sich möglicherweise auf einer ungeheizten Hütte im Winter, in der das junge Paar Unterschlupf findet. Hier kondensiert der Wasserdampf sich zu winzigen Töpfchen, die wir als „Dampf“ auf dem Tee entdecken können. In dieser Situation kann der Autor der Geschichte den Dampf wirklich zum Leben erwecken.

Die „dampfende Tasse Tee“ ist also ein Klischee, das sich hundertfach „abziehen“ lässt, eine Sprachschablone ohne Inhalt. Sei wird verwendet, um insbesondere romantischen Liegegeschichten den Anschein von sinnlichen Gefühlen zu geben.

Keine dampfenden Tassen, sondern die Gefühle, die der Dampf auslöst

Wenn Sie den Tee in eine Geschichte einführen, beschreiben Sie stattdessen den Duft, den er aussendet, den Geschmack, den Sie auf der Zunge behalten und das wohlige Gefühl der Wärme, das er in Ihrem Körper entfaltet.

Bild: Henri Meunier, Poster, 1897

Sieben gute Ratschläge für ängstliche Erotik-Autorinnen

Sieben wertvolle Ratschläge für Ihre erste erotische Geschichte

Die Lust auf Sex wohnt in jedem Hirn, jedem Herzen und jedem Bauch – was läge da näher, als auch über die Lust zu schreiben?

Na schön – ich gestehe Ihnen zu, dass es nicht schön ist, von einer CDU-Frau als Pornografin beschimpft zu werden, wie es mit einer bekannten Erfolgsautorin geschah. Aber Sie müssen damit rechnend, dass ihr Entschluss, über Erotik zu schreiben, Kontroversen auslöst.

Diese wichtigen Autoren-Ratschläge können ihnen Helfen, über Zweifel und Selbstzweifel hinwegzukommen.

1. Respektieren Sie sich und ihre Gefühle
Respektieren Sie sich selbst mit ihrer Sprache und Ihrer Sichtweise, aber gehen sie den Schritt darüber hinaus, der die Fantasie zum Funkeln bringt. Lust entsteht in erster Linie im Kopf – zwischen den Beinen fühlt sie der Leser (und die Leserin!) erst wenn der Kopf längst glüht.

2. Versuchen Sie, Genitalien auszusparen
Wenn Sie keine Meisterin / kein Meister des Genres sind, versuchen Sie, Geschlechtsorgane möglichst selten zu benennen. Bevor sich der Penis hebt und die Vagina befeuchtet, entwickeln sich Gefühle, die Sie beschreiben sollten.

3. Möglichst wenig Klischees
Sie haben kitschige Szenen in romantischen Frauenromanen gelesen, und neuerdings mit Sicherheit auch in erotischen Frauenromanen. Häufig wird Klischee an Klischee gereiht, wie etwa „weiche Knie“ oder „Schmetterlinge im Bauch“. Lassen Sie sich bitte etwas einfallen, dass es in ihrer Sprache schon gab, bevor sie Kitschromane lassen.

4. Sexszenen nicht aneinanderreihen wie Perlen
Versuchen Sie gar nicht erst, eine Sexszene nach der anderen wie bei einer Kette aufzufädeln. Lassen Sie Ihren Heldinnen und Helden Zeit zum Sehnen, Fühlen und Nachdenken - und sich selbst auch.

5. Alle fünf Sinne ansprechen
Wie ich schon vielfach schrieb, werden sinnliche Genüsse mit mehr als einem Sinn erfasst. Wonach riecht das Schlafzimmer der Dame? Welche Geräusche hinterlassen ihre Schritte? Was sehen Sie in ihren Pupillen? Wie schmecken ihre Lippen? Was spüren Sie, wenn sie ihre Haut berühren? Damit bringen Sie die Geschichte „hautnah“ an ihre Leserinnen und Leser.

6. Verführen Sie mit Worten, nicht mit dem Körper
Die Verführung in erotischen Geschichten verfängt durch Worte, nicht durch Taten. Es kommt nicht darauf an, dass die Hand des Helden unter den Rock der Heldin kriecht, sondern wie das geschieht.

7. Wechseln Sie zwischen distanzierter und unmittelbarer Ansprache
In weichen, sinnlichen Szenen versuchen Sie, Ihrem Leser oder Ihrer Leserin „unter die Haut“ zu kriechen. Versachlichen Sie ihre Sprache aber, sobald etwas Ungewöhnliches, Befremdliches gefordert wird – das würde Sie ja in jeder anderen Erzählung auch tun.

Ich hoffe, Sie konnten ein paar Tipps brauchen, um Ihre Erzählung zu beginnen.

Erotische Fantasien – wie viel Erfahrung steckt dahinter?

Der Umzug ist nun erfolgt: Sie lesen den Artikel jetzt auf "SinnlichSchreiben", dem kompetenten Portal für Erotik-Autorinnen.

Erotische Literatur: Wie lasse ich den Körper sprechen?

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Der Artikel "Wie lasse ich den Körper sprechen?" war und ist umstritten. Machen Sie sich Ihr eigenes Bild und lesen Sie die neue Version "Den Körper sprechen lassen - mit Gefühl".



Das erotische Date – Wahrheit oder Dichtung?

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Erotisch schreiben: Aufsatz, Groschenroman oder Literatur?

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AIDA – das Geheimnis für bessere Kurzgeschichten

Nein, es ist nicht die Oper, die sich als Stoff für eine Kurzgeschichte eignet, es ist eine Formel, die sich hervorragend für den Aufbau von Kurzgeschichten eignet. Warum Autoren sie zumeist nicht kennen? Weil sie nichts aus ihrem Metier stammt.

Eine einfache Anleitung für den Aufbau Ihrer Kurzgeschichte
AIDA wurde an sich entwickelt, um angehenden Verkäufern das Leben zu erleichtern. Und das soll bei angehenden Autoren auch funktionieren? Ja sicher. Wo liegt denn der Unterschied zwischen einem verführerisch inszenierten Verkauf und einer verkäuferisch inszenierten Verführung? Formal läuft beides nach gleichen Regeln ab – und wir können getrost „formal“ denken, denn wir beschäftigen uns ja gerade mit der Form unserer Geschichte.

AIDA ist ein Akronym, wie man unschwer erkennt, das eingedeutscht aus vier Teilen besteht:

A – Aufmerksamkeit
I – Interesse
D – Drang
A – Abschluss.


Das geht so: Nachdem Sie die Aufmerksamkeit des Lesers mit ihrer meist ultrakurzen Einführung gewonnen haben, schüren sie nun sein Interesse an der Situation, in der sich ihr(e) Protagonist(in) befindet. Dann bauen Sie eine Spannung auf, aus der heraus ein lüsterner Drang entsteht. Haben sie den erreicht, folgt ein furioser Abschluss.

Sehen Sie, wie einfach das ist?

Vielen von Ihnen, besonders jenen, die Schreibschulen besucht haben, wird das Modell abenteuerlich vorkommen. Doch wenn Sie es mit den Modellen vergleichen, die Sie dort erlernt haben, werden sie feststellen: Dieses einzigartige Modell ist einfacher und führt schneller zum Erfolg. Beantworten Sie sich selbst diese Frage:

Warum soll ich einen halben Tag darauf verwenden, ein Konzept zu entwickeln, wenn ich meine Geschichte in einem halben Tag komplett zu Ende schreiben kann?


Meine Meinung: Es ist merkwürdig, dass sie etwas komplizierter angehen sollen, damit es für Sie einfacher wird.

Erotische Kurzgeschichten: Auf Einleitungen verzichten!

Hokus, Pokus, Fidibus - und weg ist der Artikel, der hier stand. In einem neuen Blog, "Sinnlich Schreiben" bekommen Sie ihn zurück (siehe Link) aber noch viel mehr:

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