Skip to content

Auf zu neuen Ufern – ich biete mich an

Auf dem Weg zu neuen Ufern ...

Nachdem ich fast 10 Jahre im Internet über Themen geschrieben habe, die sich eng an die Partnersuche anlehnten, bin ich nun bereit, etwas Neues zu wagen. Das „Neue“ kann alles sein, was Sie schreiben, bewerten, analysieren, vortragen, zusammenarbeiten, oder einander ergänzen nennen könnten.

Von den meisten Menschen und Institutionen erwarte ich eine angemessene Bezahlung pro Tag, Stunde, Normseite, Zeile oder Wort. Sollten Sie ein Projekt mit geringem Budget haben, das mich besonders interessiert, kann über den Preis verhandelt werden.

Zu den Themen, die gerne und ausführlich, zuverlässig und kompetent mehr sagen kann als andere, sind:

1. Alltagspsychologie.
2. Kommunikation.
3. Partnersuche und Partnerwahl.
4. Liebe und Sexualität.
5. Problemlösungsverfahren.
6. Auswirkungen von IT-Technologie auf das Zusammenleben.
7. Kritische Analyse wissenschaftlicher Aussagen.
8. Lebenspläne und deren Veränderung.
9. Auswirkungen von IT-Technologie.
10. Erotische Literatur, auch die der Vergangenheit.


Was immer Sie gerade jetzt planen: Planen Sie mich mit ein. Und wenn Sie Lust haben, einfach mit mir zu sprechen, dann tun Sie es doch einfach.

Und Sie finden mich neuerdings auch auf: sehpferd.de

Romantik der Steinzeit – der neueste Bluff

Manchmal bewundere ich die bodenlose Gedankenlosigkeit, mit der sogenannte „Wissenschaftler“ ihre Theorien in die Welt setzen. Genau genommen handelt es sich dabei oft um Annahmen, die sich weder eindeutig beweisen noch sicher widerlegen lassen.

Ein Redakteur lehnt sich weit zum Fester hinaus

Eine dieser Thesen las ich in der aktuellen Wochenendausgabe der „Süddeutschen Zeitung“. Deren Autor Christian Weber war offensichtlich so begeistert von der Forschung eines gewissen Garth Fletscher (Wellington Universität, Neuseeland), dass er diese überhöhte. Jener Gart Fletscher verwendet in einem wissenschaftlichen Artikel den Ausdruck „romantic love“ im Sinne der innigen, aber auch der verklärten Liebe zwischen Frau und Mann. Im Deutschen, so sagt eine Disputation auf „Leo“ richtig, gibt es ein solches Idiom nicht. „Romantische Liebe“ ist eine Wort-für-Wort Übersetzung, die den Begriff nicht vollständig trifft. Wer mehr darüber wissen will, sollte im „Webster“ nachschlagen. Kurz: „Romantische“ Gefühle sind im Englischen all jene Gefühle, die über eine leichte Zuneigung hinausgehen, und die noch nicht in einem Geschlechtsakt aufgegangen sind. Wobei wir feststellen können: Das hat mit der deutschen romantischen Bewegung nichts zu tun. „Sinnliches Begehren“ wäre eine Möglichkeit, den Begriff literarisch zu nutzen, etwa im Gegensatz zu „sexuellem Begehren“.

Davon weiß der Redakteur offenbar nichts, wenn er (stark hervorgehoben) schreibt:

Die romantische Liebe ist keine Erfindung, sondern eine Universalie, die es seit Urzeiten gibt.


Klar – da fehlt der Konjunktiv. Aber nicht nur das – denn in dieser Annahme, und auch in diesem Satz, stimmt gar nichts. Da wäre zunächst die „romanische Liebe“. Nicht nur die Übersetzung ist fragwürdig, sondern auch der Begriff als solcher. Denn hier wird unterstellt, dass „die romantische Liebe“ eine fest umrissene, klar definierte und messbare Größe ist. Das ist natürlich völliger Unsinn, denn die Empfindungen, um die es dabei geht, sind weder universell beschreibbar noch sind sie messbar. Zudem müsset eine „Universalie“ kulturunabhängig feststellbar sein, was schon deshalb nicht geht, weil „Romantik“ als Wortbegriff nicht immer existierte. Es wäre sicherlich gut gewesen, sich zunächst mit dem Begriff uns seiner Bedeutung zu beschäftigen, bevor man leichtfertig behauptet, „Romantik habe es seit „Urzeiten“ (ein weiteres schwammiges Wort) gegeben.

Was wollten die Forscher eigentlich untersuchen?

Zwischen Forschung und journalistischer Aufbereitung liegen oft Welten. Doch was wollten die Forscher eigentlich? Nun wieder gilt es, eine Lanze für die Forschung zu brechen, auch wenn sie missverständlich ist. Dazu müssen wir einen kurzen Blick auf die Evolution werfen: Dort sind in der Regel alle Lebewesen erfolgreich, die sich anpassen und dabei ökonomisch sinnvoll handeln. Der Homo sapiens hätte also einen Vorteil davon haben müssen, wenn er feste Paare bildet, die über eine möglichst lange Zeit zusammenbleiben. Das hat zunächst nichts mit „Liebe“, „Romantik“ oder ähnlichen recht flüchtigen Themen zu tun. Vielmehr geht es darum, ob eine soziale Gemeinschaft der Menschen dann erfolgreicher ist, wenn sich einzelne Paare bilden, die über lange Zeit zusammenbleiben – also etwas schrecklich „Unromantisches“. Dabei ist völlig offen, was zuerst da war: eine ökonomisch sinnreiche Paarbildung oder eine evolutionäre Entwicklung des Gehirns in Richtung „lang andauernde Verliebtheit“.

Verliebtheit und neolithische Revolution

Nunn haben wir beinahe beschrieben, worauf die Forscher hinauswollten. Verliebtheit spielt bei der menschlichen Partnerwahl eine ungewöhnlich starke Rolle, weil sie lange anhält – je nach Betrachtungsweise zwischen drei und fünf Jahren. Für einen Forscher ist nun interessant zu wissen, wann und wie diese Entwicklung einsetzte und aus welchen Gründen die Paare erfolgreicher waren, die fest zusammenlebten. Dabei ist allerdings zu befürchten, dass dieser Prozess der Menschheitsgeschichte immer im Dunkeln bleibt. Denn wenn wir heute schon nichts Genaues über die Liebe wissen (es gibt rund hundert unterschiedliche Theorien darüber), wie sollen wir dann etwas über die Liebe in der Jungsteinzeit wissen? Da bleiben nur Ahnungen, Spekulationen, Behauptungen und Vermutungen – Fakten über das Gefühlsleben des Jungsteinzeitmenschen fehlen, und sie sind für immer verloren. Als mutmaßlicher Zeitpunkt dieses Wandels eignet sich Am besten die neolithische Revolution. Menschen, die sesshaft werden, entwickeln eine andere, kompliziertere Ökonomie als Nomaden. Dabei ist anzunehmen, dass das Sein in diesem Fall das Bewusstsein prägte: Wenn es erfolgreicher ist, sesshaft zu sein und in Paaren zu leben, dann wachsen die Gefühle nach.

Romantik kontra Ökonomie – was zählt mehr?

Was die Romantik-Fantasten, ob nun journalistisch oder wissenschaftlich, nicht bedacht haben: Die ökonomischen Prinzipien siegten jahrhundertelang, ja, vielleicht gar Jahrtausende lang haushoch über die sinnlichen Wünsche. Von der Bibel (Jakob und Lea) bis zur „Konvenienzehe“ wurden Frauen an Männer verhökert, wenn alles wirtschaftlich passte. Von „romantischen Gefühlen“ war erst gar nicht die Rede. Man erwartete einfach, dass sich die Frauen beschlafen ließen, gleich, ob sie den zugewiesenen oder eingekauften Ehemann nun liebten oder auch nicht.

Monogam sein hieß nicht: mit nur einer Frau Sex haben

Eine Monogamie bedeutet übrigens biblisch gesehen nicht, dass der Mann sich sexuell ausschließlich der Ehefrau widmete. Dem Patriarchen war gestattet, mit Mägden und Sklavinnen nach Belieben Geschlechtsverkehr zu haben. Die gebote Gottes („Zehn Gebote“) schützen nur die Ehefrau und das Gesinde des „Nächsten“, also des Nachbarn und Glaubensbruders.

Fazit: Überwiegend ein geschickter Bluff

Was bleibt also von der „romantischen Liebe“, die es „schon immer“ gab? Sie ist eine reine Behauptung, die sich niemals beweisen lässt, weil wir nicht wissen können, wie die Menschen der Jungsteinzeit oder gar zuvor „gefühlt“ haben. Insofern ist nicht nur die journalistische Aufbereitung der „ewigen romantischen Liebe“ fragwürdig – auch die Forscher selbst bewegen sich auf dünnem Eis.

Quellen:

Pair Bonding, Romantic Love and Evolution (Papier der Forscher)
Süddeutsche Zeitung vom 9. Mai (Wissen), Printausgabe. Titel "Nicht nur Du"
Webster


Hinweis: Dieser Artikel erscheint, ganz oder in Auszügen, abgewandelt oder im Original, ebenfalls in der Liebeszeitung, dem Datingratgeber und der "Liebe Pur".

Billie Holiday - die sinnliche Legende des Jazz, wäre heute 100 geworden

Die Geschichte des Jazz ist voller Legenden und Unwahrheiten. Dabei tritt die Musik oftmals in den Hintergrund. „Alles, was wir über den Jazz wissen, stimmt im Grunde genommen nicht“, sagte der Musikjournalist Wolf Kampmann heute dem MDR-Figaro.

Niemand hätte dieser Billie Holiday zu Beginn ihrer Karriere vorausgesagt, dass sie einmal „die Stimme des Jazz“ werden würde. Im Grunde fehlten ihr alle Voraussetzungen für eine Gesangskarriere: Die Stimme war dünn und zu leise, der Stimmumfang zu gering, und mit zunehmendem Alter wurde ihre Stimme brüchig und rau.

Indessen war diese Stimme so wahrhaftig, so sinnlich und so eingehend, dass sie direkt in die in die Psyche der Menschen einzudringen vermochte. Und musikalisch verstand sie, die Mängel ihrer Stimme in Vorteile zu wandeln. Schon früh passte sie ihren Gesang dem Klang des Saxofons an, wobei sie in ähnlicher Weise improvisierte. Diese Technik gab ihrer Interpretationen jenen einmaligen Charakter, den man bei vielen anderen Jazzsängerinnen vermisste. Auch war sie die erste Jazzsängerin, die sich mit den Möglichkeiten des Mikrofons eingehend beschäftigte – beginnend vom Abstand zum Mund, und nicht endend beim Winkel, aus dem das Mikrofon angesprochen wird.

Die ist ein gekürzter Text. Lesen Sie bitte den den kompletten Text auf "Wortwechsler".


Man könnte viel, schreiben über Billie Holiday – über die schwarze Hautfarbe, die nicht einmal schwarz genug war, über das Leben am Rande der Gesellschaft trotz ihres Ruhms und über die verdorbene und niederträchtige US-amerikanische Gesellschaft der 1950er Jahre, die sie erniedrigte. Aber das Beste, was wir zu Ihrem Gedenken tun können, ist ihre Stimme zu hören. Sei es das, was sie über die Liebe sang, etwa in „The Man I Love“, sie es die Traurigkeit im „Gloomy Sunday“ oder die Verbitterung in „Strange Fruit“.

Man kann eine Musikerin nicht ehren, wenn man ihr Privatleben zeigt. Musik findet auf der Bühne statt. Billie Holiday wäre heute 100 Jahre alt geworden. Sie starb bereits 1959 mit nur 44 Jahren.

Hinweis: Die Aufnahme ist von 1957, entstand also zwei Jahre vor ihrem Tod.. Doch noch immer wirkt die sinnliche Stimme trotz des rauen Charakters.

Autoren, Novellen und der Berg der Worte, der vor ihnen liegt

Erstaunlicherweise kann das deutsche Bildungsbürgertum zwar inzwischen akribisch definieren, was eine Kurzgeschichte, eine Novelle oder ein Roman ist, aber nicht einmal, wie viele Worte dort üblicherweise verwendet werden. Ich gebe Ihnen hier eine kleine Hilfe:

Kurzgeschichten beinhalten zwischen einigen hundert bis zu 20.000 Worten, wobei weniger oft mehr ist. Wer darüber hinausgehen will oder soll, dem wird empfohlen, mehrere Episoden zu einer Novelle zusammenzufassen. Eine Novelle erweitert die Möglichkeiten der Kurzgeschichte und lässt Ihnen Spielraum, die Episoden auszuweiten oder gar mehrere Episoden zusammenzufügen. Wenn Ihre Geschichte zwischen 20.001 und gegen 50.000 Worte enthält, gilt sie als Novelle. Romane erlauben mehrerer Parallelhandlungen und Entwicklungen über weite Zeiträume. Hat Ihr Werk also über 50.000 Wörter, so könnte man es als Roman bezeichnen.

Sie brauchen Zeit - zu viel Zeit?

Um etwa 1000 Wörter in einem größeren Zusammenhang sinnvoll zu schreiben und zu korrigierend, darüber noch einmal nachzudenken und sie neu zu fassen, benötigen Sie je nach Schreibkunst, Veranlagung und Recherche zwischen zwei und zehn Stunden.

Für eine Kurzgeschichte benötigen Sie also bis zu 200 Stunden, für eine Novelle bis zu 500 Stunden und für einen Roman mit 100.000 Wörtern bis zu 1000 Stunden. Das ist leider nur Theorie, denn während der Zeitbedarf für eine Kurzgeschichte durchaus zutreffen könnte, benötigen die meisten Autoren für einen literarisch hochwertigen Roman wesentlich länger.

Wirtschaftlich gesehen schreiben Sie weit unter dem Mindestlohn

Um Ihnen noch einen Hinweis zu geben, ob es sich wirtschaftlich lohnt, rechnen Sie sich mal den „Mindestlohn“ eines Hilfsarbeiters aus, den Sie in dieser Zeit erwirtschaften könnten. Dann verlieren sie also zunächst einmal 4.000 Euro bei einer Novelle, falls Sie sich wirklich auf dem Niveau eines Hilfsarbeiters fühlen, haben aber noch keinen Urlaub und keine Rentenversicherung. Normalerweise sollten Sie Ihre Arbeitsstunde für selbstständige Tätigkeit mit gegen 50 Euro brutto kalkulieren, was bedeutet: Sie verlieren bei einer Novelle zunächst gegen 25.000 Euro.

Wollen Sie immer noch schreiben?

Vor kurzer Zeit wurden von einem Alternativverlag einmal die Hauptanforderungen an eine erotische Novelle formuliert.

Wir mögen Handlungen (Plots) und Figuren, die Wagnisse eingehen … Wir mögen Bücher, die Leser vom Hocker werfen, entweder, weil wir neugierig auf jede neue Seite sind oder weil sie uns erregen.


Ersetzen Sie einfach „erregen“ durch „bewegen“, und Sie haben das „Geheimrezept“ gefunden. Wenn Sie wirklich mehr wissen wollen, dann lesen Sie im Blog „Sinnlich Schreiben“ nach. Dort finden Sie alles, was nötig ist, um die Feder zu spitzen.

Für Autorinnen und Autoren ist die Zeit, die sie benötigen, um Ihre Geschichten zu entwickeln und ausführen, von erheblicher Bedeutung – zumal die meisten von uns nicht vom Schreiben leben können. Daher halte ich für eine gute Idee, mit einer Novelle zu beginnen, wenn Sie eine sehr ausgeprägte erotische Geschichte relativ kompakt erzählen wollen. Wenn Sie an Werktagen zwei bis maximal vier Stunden schreiben können, sind 500 Stunden möglicherweise bereits zu viel. In diesem Fall könnten Sie sogar mit einer Kurzgeschichte beginnen, an die sie eine zweite oder dritte Episode anhängen, um so zu Ihrer ersten Novelle zu kommen.

Nachruf auf den Tingeltangel

Im Tingeltangel - typisch sind die Damen, die "Schausitzen"
Was ist ein Tingeltangel? Ich bedaure, es so sage zu müssen: Nur der Volksmund weiß es. Denn die Herkunft des wundersamen Wortes ist leider unbekannt. Sollte der Wortschöpfer wirklich jener Student gewesen sein, der dem „Volkssänger“ Gotthold Tangel, dem der Satz zugeschrieben wir: „Tangel, lassen Sie doch endlich mal das verflixte Tingeln, das ist ja der reinste Tingel-Tangel!“ Wahr daran ist nur, dass Tangel wirklich tingelte. Aber – jeder andere tingelte schließlich auch, denn als „tingeln“ bezeichnete man das Absammeln von Geld – eine Eigenart fahrender Sänger und Musikanten.

Zum "Berauschen des Herzens": Der Gang in den Tingeltangel

Weniger wahrscheinlich ist, dass der Tingel-Tangel aus dem damals recht bekannten Triangel-Lied hervorgegangen ist, während ganz sicher ist, dass der Begriff zuerst 1871 schriftlich auftaucht. Demnach war der „Tingel-Tangel“ ein Ort, an dem Konzerte fürs Volk gegeben werden, die „herzberauschend“ und sinnbestrickend“ waren – man darf dabei schon annehmen, dass sie eben auch frivol waren.

Einige Jahre später wurde die Obrigkeit noch deutlicher: Der Tingeltangel gefährde die öffentliche Moral, gemeinsame mit „Singspielhallen“, „Salon Varietés“ und „Cafés Chantants“, also alles Plätze, die vom „anständigen“ Publikum besser nicht besucht werden.

Jahrzehnte später gerät der Tingeltangel dann endgültig in Verruf. Nach heutigem Verständnis handelte es sich dabei um „Animierlokale“, in denen zwar keine „Schönheitstänze“ (1), aber betont frivole Gesänge dargeboten wurden. Dabei wurde vor allem bemängelt, dass sich die Damen im Anschluss an die Darbietungen „in ihrer Bühnengarderobe“, ins Publikum setzten, um die Herren zum Trinken zu veranlassen. „In Ihrer Bühnengarderobe“ war eine höfliche Umschreibung für die freizügige Darbietung von Brüsten und Beinen, die bei den Sängerinnen und Tänzerinnen üblich war.

Dabei unterschied sich der Tingel-Tangel gegen 1900 deutlich von anderen Kabarettdarbietungen, was 1907 öffentlich dokumentiert wurde. Demnach wurden in Tingel-Tangels die „niederen Instinkte, namentlich die Geschlechtslust“ angesprochen, und was die „Mädchen“ in solchen Etablissements taten, wurde verharmlosend als „Zurschausitzen“ bezeichnet.

Der Tingeltagel - von erotischen Kabarett zum Animierlokal

Der Tingeltangel und alles, was ihm gleichkommt, war also gegen 1900 das, als was es später galt – ein Ort, an dem erotische Begegnungen feilgeboten wurden, ohne dass man gleich von „Prostitution“ sprechen konnte. Mit den Jahre wurde das Niveau dort allerdings immer mieser, und aus dem Tingeltangel wurde das „Animierlokal“, das schließlich im zum Nepplokal verkam. Indessen gab es in Deutschland noch bis in die 1960er Jahre hinein noch Bars und Cafés, in denen die „Damen“ wie die Hühner auf der Stange auf Barhockern saßen. Sie warteten darauf, von solventen Herren angesprochen zu werden, wobei der eigentliche Zweck darin lag, bis zum nächsten Morgen mit dem Herrn ein durchaus edles Hotelzimmer zu teilen. Möglicherweise überlebte die eine oder andere Bar dieser Art bis heute.

Ein Vorzug dieser Etablissements war die Freizügigkeit, mit der die Damen ihrer Konversation führten – nirgendwo sonst konnten Herren derartig freizügig über die Sexualität sprechen – und dabei wanderte durchaus auch mancher sinnreiche Tipp von Frau zu Mann. Die lockere Verhaltensweise der Damen lockte neben notgeilen Provinzlern auch Journalisten, Schriftsteller, Zeichner und Maler an – jene fühlten sich oft mit den Damen verbunden, sodass gelegentlich eine augenzwinkernde Solidarität entstand.

Warum dann der Abgesang? Weil der Tingeltangel nun aus dem Duden verschwindet – schon 2013 wurde es offiziell bekannt gegeben. Und bald wird niemand mehr wissen, was gemeint war, als ein verirrter Germane statt zum Thing zum Tingeltangel ging.

Bild: Im Tingeltangel, 1896. (Hans Baluschek)
(1) "Schönheitstänze" war der verschleiernde Begriff für Nackt- und Schleiertänze, in Neudeutsch "Striptease".
Quellen: "DUDEN", Wortfriedhof 2013, und "Das Varieté", Berlin 1990, aus dem auch die meisten Zitate stammen.

Mein Service für Autoren, Unternehmer und Dienstleister

Umschreiben - Rewriting, Content, lustvolle Texte


Meine Leistungen für Sie? Sie sind selten, exklusiv und - einfach wundervoll. Das meinen jedenfalls meine Kunden.

Ich schreibe für Sie nahezu jeden Text in jeden anderen um. Meine Spezialität ist jedoch, Texte zu wandeln. Es scheint dann so, als sei der neue Text von einem völlig anders denkenden und fühlenden Autor geschrieben. Das nützt Ihnen, wenn Sie den inhaltlich gleichen Text in vielen Varianten benötigen.

Unter anderem biete ich Ihnen an:

- Die narrative Schreibweise in fantasievolle Worte zu verändern.
- Schärfe herauszunehmen – Schärfe hineinzugeben.
- Erotische Passagen zu überarbeiten.
- Texte zu erotisieren.
- Passagen zu kürzen und zu erweitern.
- Texte zu feminisieren oder zu maskulinisieren.
- Texte zu vereinfachen.
- Irgendein „Fachchinesisch“ in verständliches Deutsch zu wandeln.


Und nicht zuletzt biete ich an (auch Verlegern, Wirtschaftsunternehmen und Dienstleiter(innen):

- Erotische Passagen in vorhandene Texte einzufügen oder sie zu überarbeiten.
- Content über Liebe, Lust und Leidenschaft, Sex oder Erotik für Sie zu schreiben.
- Zusammenhänge darzustellen und zu vereinfachen.

Was hindert Sie, mich zu fragen? Bei kleinen Aufträgen zahlen Sie erst, wenn Sie mit mir zufrieden sind. Bei größeren Aufträgen biete ich Ihnen faire Preise an, die Sie überraschen werden.

So weit mir bekannt, ist der Umschreibeservice in Deutschland noch relativ unbekannt. Man nennt ihn auch Re-Writing. Doch bevor Sie sich mit den Definitionen im Internet beschäftigen, erkläre ich es Ihnen so:

Rewriting (Umschreiben) ist wie ein Changierbeutel: Sie geben ein graues Tuch hinein und ein bunt gemustertes kommt heraus – oder auch ein tiefrotes Tuch voller Lust und Leidenschaft.

Kontakt über:

Wo sie jetzt Themen und Tipps zum erotischen Schreiben finden

WerbungC-Date your casual dating site
>Aus grundsätzlichen Erwägungen habe ich mich entschlossen, alle Beiträge, die moderne erotische Literatur betreffen, nicht mehr auf meiner Schriftsteller-Seite zu veröffentlichen. Denn für mich gilt das Gleiche wie für alle in der Branche: Allein die Nähe zu erotischen Schriften wertet einen Schriftsteller ab – daran kann ich nichts ändern.

Soweit die schlechte Nachricht. Die Gute: In Zukunft erfahren Sie alle über das Schreiben erotischer Literatur auf der neuen Seite „Sinnlich Schreiben“, die ich eigens dafür eingerichtet habe. Es wird eine Weile dauern, bis Sie dort alles finden, wonach Sie suchen – aber gut Ding will Weile haben.

Sie bekommen dort:

- Ideen in Hülle und Fülle.
- Themen, die Ihre Fantasie anregen.
- Innovative Möglichkeiten, erotisch zu schreiben.
- Neue Wege abseits der ausgetretenen Pfade.
- Hintergrundinformationen zu komplexen erotischen Themen.
- Statistiken zu erotischen Fantasien.
- Alternativen zur Beschreibung sexueller Handlungen.
- Psychologische Hintergründe, die nur wenige kennen.
-
Ich lade sie herzlich ein, dort meinen Ideen zu mausen, sich an Themen zu ergötzen oder sich darüber zu empören. Sie können also mit mir teilen oder austeilen – wie Sie wollen. In jedem Fall freue ich mich auf Sie.

Ihr

Gebhard Roese

Warum das Schreiben über Sex bitter nötig ist

Das Stöhnen dringt nach außen, aber das Gehirn lenkt den Orgasmus
Anlässlich eines Artikels, den ich für die Liebe Pur schrieb, versuchte ich, den Ablauf des Orgasmus wissenschaftlich einfach, klar und zutreffend vordefiniert zu bekommen, um die Stelle als Zitat zu verwenden.

Selbstverständlich weiß ich auch ohne Internet, dass der Orgasmus der „aufregende“ Höhepunkt des Geschlechtsakts ist. Interessanter war für mich jedoch, wie die Zusammenhänge zwischen den sinnlichen (visuellen, gedanklichen oder taktilen) Reizen, dem verarbeitenden Gehirn und der schließlich eintretenden Kontraktion der Muskulatur ist, die den Orgasmus letztendlich in den Körper bringt. Kurz: Ich wollte erfahren, wie Wissenschaftler heute die „Funktion des Orgasmus“ beschreiben. Um es vorwegzunehmen: Sie reden am Thema vorbei. Der Orgasmus ist ein Prozess, und die Klitoris kein Zündschlüssel, der den Motor "Orgasmus" startet. Da Wissenschaftler nicht im Grundsatz dumm sind, kann nur angenommen werden, dass sie Scheuklappen haben, wenn sie den Geschlechtsakt beschreiben.

Hintergrund war ein äußert dümmlicher Zeitungsartikel, der auf einer kaum intelligenteren Forschung basierte: Der „weibliche Penis“, gemeinhin als Klitoris bekannt, wäre der alleinige Auslöser des Orgasmus. Der Hintergrund ist einfach: Weil Forscher niemals den Beweis dafür erbringen konnten, dass sich in der Vagina irgendwelche Auslöser von Orgasmen befinden, muss der eigentliche „Trigger“ jener Punkt sein, dessen Stimulation den Orgasmus bewirkt: die sensible Klitoris.

Der Klingeldraht zwischen Klitoris und Orgasmus-Zone existiert nicht

Das Problem dabei: Jeder Leser muss annehmen, dass es im Körper einen direkten „Draht“ gibt, der gewissermaßen Klitoris und Orgasmuszentrum miteinander verbindet. Dieser „Draht“ aber ist definitiv nicht vorhanden, denn alles, was beim Sex abläuft, wird von den „niederen Regionen“ des Gehirns gesteuert. Und das bewältigt bekanntlich eine Menge Arbeit – vor dem Geschlechtsverkehr, währenddessen und hernach.

Hier der Körper - dort das Gehirn - warum Wissenschaftsautoren versagen

Versucht man nun als naiver Leser, die Vorgänge zu begreifen, so kommt die zweite Hürde: So, als hätten wir es mit drei Welten zu tun, wird die Gehirnfunktion während des Geschlechtsakts (und des Orgasmus) getrennt dargestellt. Sodann wird versucht, den Auslöser auf die Klitoris zu reduzieren, und wird sie entsprechend stimuliert, tritt dann plötzlich und unerwartet der Orgasmus ein. Das ist selbstverständlich Unsinn, aber es klingt sehr wissenschaftlich.

Dazu steht im krassen Gegensatz, dass der Orgasmus ausschließlich vom Gehirn ausgelöst werden kann. Den einzigen Hinweis, den beispielsweise Wikipedia bietet (und hier auch nur das englische Wikipedia) ist dieser:

Währen die Klitoris stimuliert wird, werden die Teile des weiblichen Gehirns, die für Ängste, Furcht und Verhaltenskontrolle zuständig sind, … ruhiggestellt.“


Dies führe, so namhafte Wissenschaftler weiter, dann dazu, dass der Frau während des Orgasmus die normale Gefühlswelt völlig entzogen würde. Dies sei bei Männern zwar auch der Fall, aber nicht für die gleiche Zeitdauer.

Nur die ganzheitliche Sicht erklärt sexuelle Erfüllung

Dies alles wirft viel Licht auf das, was wir eigentlich benötigen würden: eine ganzheitliche Sicht auf die Sexualität, die – wie heute üblich - zerpflückt dargestellt ihren Zusammenhang verliert. Denn wenngleich wir nicht genau wissen können, was in Gehirnen detailliert vor sich geht, so können wir doch erfahren, dass es beim Sex (sicher auch vor dem Orgasmus) einen Widerstreit zwischen der Kontrollinstanz „Vernunft“ und der Naturgewalt „Sexualität“ gibt. Darin liegt viel Konfliktstoff, der zunächst überwunden werden muss. Der Körper versucht dies bekanntlich durch körpereigene Drogen, doch weil menschliche Gehirne kompliziert strukturiert sind, mag es zutreffen, dass die Hürden dennoch stehen bleiben – der Geschlechtsakt wird verweigert, der Orgasmus fällt aus.

Reduziert man die Sichtweise also auf „das Organische“, so weiß man im Grund genommen gar nichts. Und eine junge Frau, die wissen will, was tatsächlich in und mit ihrem Körper passiert? Sie wird wohl noch lange warten müssen, bis jemand wenigstens das in sinnreiche Worte fasst, was Barry Komisaruk von der Rutgers Universität beforscht hat. Er sagt uns, wie die Signale der Nervenenden im Hirn ankommen und was dann mit ihnen geschieht. Selbst wenn man dies nicht im Detail weiß, so steht doch fest, dass der Orgasmus nur in letzter Konsequenz ein Körperphänomen ist, das erst einmal „abgemischt“ werden muss, bevor es überhaupt wirksam werden kann.

Dieser Artikel erschien auch in der "Liebeszeitung".
Kategorien: derzeit | 0 Kommentare
Tags für diesen Artikel:
Abstimmungszeitraum abgelaufen.
Derzeitige Beurteilung: 3.33 von 5, 3 Stimme(n) 1256 Klicks

Autorinnen: masochistische Wonne, nostalgische Romantik?

Wenn Sie erwarten, in diesem Artikel etwas über Sadomasochismus zu lesen, muss ich sie enttäuschen. Obgleich man durchaus zu der Meinung kommen könnte, die Autorinnen erotischer Liebesromane würden zwischen diesen beiden Betrachtungsweisen schwanken. Oder sie gar zusammenführen, wie dies in den „Shades of Grey“ und der Nachahmerliteratur geschehen ist.

Hier ist die Rede von den Autorinnen angeblicher „Sachbücher“ über die Partnersuche. Gegenwärtig überbieten sie sich darin, zu sagen, wie „beschissen“ Männer sind. Na klar, Männer wollen sowieso nur F*** und hintergehen Frauen mit allen erdenklichen Tricks, um das Ziel zu erreichen.

Das Zickengemecker soll lustig sein – sagen Frauen. Und sie kaufen die Bücher. Doch was steht dahinter? Eine masochistisch motivierte Reise in das innere Selbst? Stolpern auf dem Pflaster der Realität? Die nostalgische Suche nach der verloren gegangenen Romantik? Eines ist es sicherlich nicht: das Eingeständnis, wie niederträchtig und hinterhältig die Autorinnen waren, als sie recherchierten.

Ich nenne sie armselige Gestalten, und sicher nicht, weil sie Erfolg haben – sondern weil sie Flurschaden anrichten.

In der "Liebe Pur" lesen Sie, warum die Medien uns über diese und andere Fragen der Partnersuche Sand in die Augen streuen.