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Warum Herr Pirincci unerträglich geworden ist

Der Schriftsteller kann und darf normalerweise übertreiben – und in Kurzgeschichten, Novellen und Romanen wird dies sogar von ihm erwartet. Üblicherweise stellt er sich nicht in die Reihen der politisch Einseitigen und dies aus gutem Grund: Parteiräson ist dem Schriftseller fremd, der gewohnt ist, alles zu schreiben, was denkbar ist.

Ich habe den Schriftsteller Akif Pirinçci einmal verteidigt – weil es nicht sein kann, dass ein Mensch kein Buch im Zorn schreiben darf. Menschen sind häufig zornig, und ein Buch kann man wenigstens als Diskussionsgrundlage ansehen, auch wenn es noch sehr so sehr nach Populismus stinkt.

Akif Pirinçci hat sich nun aber entschlossen, dem ohnehin schon rechtslastigen Bündnis Pegida eine Rede zu halten, die noch weitaus empörender ist, als sie in der Presse zitiert wurde. Das waren nicht böse Worte, das war kein unüberlegter Rechtspopulismus, das war der blanke Hass.

Deutschland mag dies oder jenes brauchen oder nicht brauchen, und es mag unterschiedliche Meinungen über Deutsche und Flüchtlinge geben. Aber eines darf es nicht geben: den blanken, ungebremsten Hass. Er frisst die Seelen auf und vergiftet die Gedanken – und niemand wir sagen können, dass darin etwas Positives für Deutschland zu finden ist.