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Die unglaubwürdige Kanzlerin

Die Süddeutsche Zeitung titelte heute (Printausgabe): „Merkel verteidigt Kooperation mit NSA“. Als Begründung führt sie an, dass Deutschland auf „internationale Zusammenarbeit der Geheimdienste angewiesen sei.

Nur – das stand gar nicht zur Debatte. Die Frage, die jetzt im Fokus steht, ist eine andere. Darf die NSA mithilfe des BND deutsche und andere EU-Wirtschaftsinteressen oder die politische Willensbildung in der EU ausspionieren oder nicht? Und dabei hätte ein klares „Nein“ der Kanzlerin nun wirklich genügt. Möglicherweise fürchten deutsche Bürger die Wirtschaftsspionage nicht so sehr wie das Herumstochern in der Intimsphäre – doch darf man sicherlich einmal nachfragen, welche Daten für die USA interessanter sind. Die Antwort liegt auf der Hand.
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Warum schreiben Erotik-Autorinnen für Frauen?

Lesen und Träumen


Warum schreiben Erotik-Autorinnen für Frauen? Und wie können vor allem Autorinnen die "Ansprache" an ihre weibliche Leserschaft verbessern? Eine mögliche Antwort: Frauen wollen sich "selbst spielen sehen" in den Szenen, die Sie als Autorin beschreiben. Hilfe kommt dabei von ungewöhnlicher Seite: ein Erotik-Dating-Portal will es wissen.

Unzweifelhaft ist das Interesse der Frauen an erotischer Literatur in den letzten Jahren sprunghaft gestiegen – und mit diesem Interesse einher ging auch die Massenproduktion von „erotischer Frauenliteratur“.

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Dazu ist eine Erhebung des Online-Portals SECRET interessant, das sich speziell an Frauen und ihre erotischen Wünsche wendet.

Demnach steht in 63 Prozent der Frauenträume die eigene Person im Mittelpunkt. Das heißt, die Frau sieht sich stets in erster Line selbst als Begünstigte der erotischen Handlungen. Bei Männern sind es hingegen nur 48 Prozent.

Das bedeutet: Nur etwa 37 Prozent der Frauen abstrahieren beim erotischen Fantasieren von der eigenen Person. Ebenso interessant war auch, dass erstaunliche 50 Prozent der von SECRET befragten Frauen von einem dominanten Partner träumten.

Sicher sind solche Befragungen nicht in jeder Hinsicht repräsentativ, jedoch ist die Klienten des sogenannten „Casual-Dating“ Portals Secret ohnehin auf Sinnlichkeit und Erotik ausgerichtet, sodass die Ergebnisse durchaus für Autorinnen verwendbar sind.

Wenn die Ergebnisse zutreffen, woran wenig Zweifel bestehen, dann ist also männliche Dominanz weiterhin gefragt. Hinzu kommt aber, dass sich Ihre Leserinnen tatsächlich mit der Heldin und ihren wilderotischen Gefühlen mitreißen lassen. Bringen Sie ihre Heldin also plastisch in erotische Situationen und lassen Sie Ihre Leserinnen hautnah erleben, was Ihre Heldin fühlt. Ist es überflüssig, noch zu sagen, dass sie in der ersten Person schreiben sollten? Vermutlich nicht, denn viele Autorinnen schämen sich, als Icherzählerinnen aufzutreten. Überwinden Sie diese Schamgrenze – Ihre Heldin ist nur Ihre Heldin, und Sie sind die Autorin. Versuchen Sie, sich eine zweite Persönlichkeit auszumalen, und schlüpfen sie in die Rolle jener hocherotischen Frau – und bleiben Sie selbst, was Sie immer waren.

Bild: Angeblich von Tara de Lempicka, Polnische Malerin.

Lustvolle Themen (4) - Ideen für erotisches Schreiben -Psycho und Beichten

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Unser Vorschläge zu erotischen Themen für Autorinnen und Autoren wurden allesamt verlagert auf „SinnlichSchreiben“. Dort finden Sie in Zukunft nicht nur die hier gelöschten Vorschläge wieder, sondern auch zahllose neue Ideen. Ferner veröffentlichen wie dort „Saisonvorschläge“, die besonders gut in die Jahreszeit passen.

Die dort veröffentlichen Vorschläge und Fragmente in der Kategorie eins – „Sinnliche Ideen“ dürfen weiterverwendet, ausgebaut und variiert werden, solange sie nicht als “Schreib-Tipps” im Internet verbreitet warden und keine Rechte Dritter (fremde Zitate sind gekennzeichnet) verletzt werden.



Ich spürte, wie sie mich spürte …

Heute möchte ich Sie auf das kleine Wort „spüren“ aufmerksam machen. Es bezeichnet die Fähigkeit vieler Lebewesen, aufgrund ihrer Nervenenden etwas wahrzunehmen, was für sie im Moment nicht auf andere Weise erkennbar ist. Es ist verwandt mit dem Wort „fühlen“ und wird ähnlich benutzt.

In einem anderen Zusammenhang wird das Wort auch im Sinne von „aufspüren“ benutzt. Empfindungen der Psyche kann man nicht sofort „spüren“, sondern es ist nötig, ihrer Spur zufolgen, sie also zu erspüren oder ihrer Spur nachzugehen. Schiller hat es in der Glocke auf den Punkt gebracht:

Das ists ja, was den menschen zieret,
und dazu ward ihm der verstand,
dasz er im innern herzen spüret,
was er erschafft mit seiner hand.

(Rechtschreibung wie im "Grimm" zitiert)

Spürt jemand etwas körperlich, so ist anzunehmen, dass er dies nicht erwartet hat – sonst würde er nicht behaupten, es zu spüren. Erotik-Autorinnen und Autoren begehen häufig den Fehler, alles, was sich fühlen lässt, mit „fühlen“ einzuleiten, und alles, was sich spüren lässt, mit „spüren“. Doch „spüren“ sollte auf die Momente reduziert werden, in denen keine andere Wahrnehmung möglich ist.

Ich gebe Ihnen ein Beispiel, das gleich mehrere unsinnige Formulierungen enthält:

Ihre Hand wanderte an den Knöpfen meines Oberhemds herunter herunter und öffneten mir die Hose. Ich spürte ihre Hand, die meinen Penis mit feuchten Händen umfasste.


Wie immer in meinen Beispielen habe ich das Original-Zitat, das tatsächlich so geschrieben wurde, leicht abgewandelt.

Der Autor führt sich selbst in die Irre, indem er die Hand von der Person abkoppelt, die dann irgendwelche „Dinge tut“. Denken Sie bitte stets daran: Eine Hand wandert nicht von selbst. Zwar kann man das Stilmittel „selbstständiger Körperteile“ gelegentlich einsetzen, hier wirkt es aber völlig deplatziert. Nachdem der Autor einen falschen Ansatz verfolgt, ist muss er zwangsläufig weitere Fehler machen: Eine wandernde Hand öffnet keine Hose. Dazu sind Finger nötig, und eine Hose zu öffnen, ist ein vergleichsweise komplizierter, sehr intimer Prozess, den der Autor in seiner Ausdrucksweise nicht nicht einmal im Ansatz bildhaft beschreiben kann. Hier ist alles „Hose wie Dose“. Auch ein drittes Mal greift der Autor daneben, diesmal etwas peinlicher. Weil er sich zu lange an der „selbst bewegten“ Hand festgehalten hat, fällt ihm gar nicht, auf dass plötzlich beide Hände am Penis liegen, nachdem er „ihre Hand spürte“. Was hatte er eigentlich vorher wahrgenommen?

Ich habe im Internet einige Textstellen gesammelt, ihren Ursprung unkenntlich gemacht und präsentiere Ihnen hier die Stilblüten:

Ich spürte …
… ihre Zunge.
… Ihren Schweiß.
… ihren Atem.
… ihren Körper.
… sie an meinem Körper.
… ihre Brust an meinem Körper.
… ihr Herz schlagen.
… ihr Blut pochen.
… ihre Lusthöhle.
… ihre nackte Haut.
… ihre spitzen Fingernägel.

Jedes dieser Zitate ist einer Textstellen entnommen, in der sich die Person mit dem Erzähler in direktem Kontakt befand. Er war also nicht auf das passive „Erfühlen“ angewiesen. Sie hätte ihre Zunge zwischen seine Lippen zwängen können. Ihr Schweiß hätte Perlen bilden können, ihr Atem hätte seine Haut streifen können … bis hin zu den spitzen Fingernägeln, die sie schmerzhaft in seine Haut drückt.

Also: Setzen Sie das körperliche „Spüren“ nur dann ein, wenn der Umstand, etwas zu „spüren“, Ihren Helden überrascht.

Ganz anders verhält es sich mit dem emotionalen Spüren. Damit ist ein eher „unbestimmtes“ Gefühl gemeint, das nach einer Beschreibung verlangt, etwa, wenn die Heldin plötzlich Angst verspürt, sei seine Verachtung verspürt oder wenn sich ein Gefühl der Liebe oder der Lust, das lange verschüttet war, wieder bemerkbar macht.

Haben Sie weiterhin Lust, mir zu folgen? Ich bitte darum.

Später ergänzt: Ich wurde gestern darauf angesprochen, wie man den Abschnitt verbessern könnte. bitte schön:

Sie ließ ihre Hand über die Knopfleiste meines Oberhemds wandern. Am Hosenbund hielt sie inne, um dann mit geübten Fingern meinen Hosengürtel zu öffnen und den Reißverschluss herunterzuziehen. Sie griff ohne zu zögern unter meine Boxershorts, um meinen Penis mit ihren warmen und feuchten Händen zu umfassen.


Also bitte - es geht ohne das Wort "spüren".

Wie wird Ihre erotische Geschichte lebensnah?

Diese Geschichte habe ich in den Möbelwagen gepackt auf SinnlichSchreiben neu veröffentlicht - mit mehr Text und einem neuen Bild. und so wird Ihre erotische Geschichte lebensnah.