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Warum Herr Pirincci unerträglich geworden ist

Der Schriftsteller kann und darf normalerweise übertreiben – und in Kurzgeschichten, Novellen und Romanen wird dies sogar von ihm erwartet. Üblicherweise stellt er sich nicht in die Reihen der politisch Einseitigen und dies aus gutem Grund: Parteiräson ist dem Schriftseller fremd, der gewohnt ist, alles zu schreiben, was denkbar ist.

Ich habe den Schriftsteller Akif Pirinçci einmal verteidigt – weil es nicht sein kann, dass ein Mensch kein Buch im Zorn schreiben darf. Menschen sind häufig zornig, und ein Buch kann man wenigstens als Diskussionsgrundlage ansehen, auch wenn es noch sehr so sehr nach Populismus stinkt.

Akif Pirinçci hat sich nun aber entschlossen, dem ohnehin schon rechtslastigen Bündnis Pegida eine Rede zu halten, die noch weitaus empörender ist, als sie in der Presse zitiert wurde. Das waren nicht böse Worte, das war kein unüberlegter Rechtspopulismus, das war der blanke Hass.

Deutschland mag dies oder jenes brauchen oder nicht brauchen, und es mag unterschiedliche Meinungen über Deutsche und Flüchtlinge geben. Aber eines darf es nicht geben: den blanken, ungebremsten Hass. Er frisst die Seelen auf und vergiftet die Gedanken – und niemand wir sagen können, dass darin etwas Positives für Deutschland zu finden ist.

Autoren, Novellen und der Berg der Worte, der vor ihnen liegt

Erstaunlicherweise kann das deutsche Bildungsbürgertum zwar inzwischen akribisch definieren, was eine Kurzgeschichte, eine Novelle oder ein Roman ist, aber nicht einmal, wie viele Worte dort üblicherweise verwendet werden. Ich gebe Ihnen hier eine kleine Hilfe:

Kurzgeschichten beinhalten zwischen einigen hundert bis zu 20.000 Worten, wobei weniger oft mehr ist. Wer darüber hinausgehen will oder soll, dem wird empfohlen, mehrere Episoden zu einer Novelle zusammenzufassen. Eine Novelle erweitert die Möglichkeiten der Kurzgeschichte und lässt Ihnen Spielraum, die Episoden auszuweiten oder gar mehrere Episoden zusammenzufügen. Wenn Ihre Geschichte zwischen 20.001 und gegen 50.000 Worte enthält, gilt sie als Novelle. Romane erlauben mehrerer Parallelhandlungen und Entwicklungen über weite Zeiträume. Hat Ihr Werk also über 50.000 Wörter, so könnte man es als Roman bezeichnen.

Sie brauchen Zeit - zu viel Zeit?

Um etwa 1000 Wörter in einem größeren Zusammenhang sinnvoll zu schreiben und zu korrigierend, darüber noch einmal nachzudenken und sie neu zu fassen, benötigen Sie je nach Schreibkunst, Veranlagung und Recherche zwischen zwei und zehn Stunden.

Für eine Kurzgeschichte benötigen Sie also bis zu 200 Stunden, für eine Novelle bis zu 500 Stunden und für einen Roman mit 100.000 Wörtern bis zu 1000 Stunden. Das ist leider nur Theorie, denn während der Zeitbedarf für eine Kurzgeschichte durchaus zutreffen könnte, benötigen die meisten Autoren für einen literarisch hochwertigen Roman wesentlich länger.

Wirtschaftlich gesehen schreiben Sie weit unter dem Mindestlohn

Um Ihnen noch einen Hinweis zu geben, ob es sich wirtschaftlich lohnt, rechnen Sie sich mal den „Mindestlohn“ eines Hilfsarbeiters aus, den Sie in dieser Zeit erwirtschaften könnten. Dann verlieren sie also zunächst einmal 4.000 Euro bei einer Novelle, falls Sie sich wirklich auf dem Niveau eines Hilfsarbeiters fühlen, haben aber noch keinen Urlaub und keine Rentenversicherung. Normalerweise sollten Sie Ihre Arbeitsstunde für selbstständige Tätigkeit mit gegen 50 Euro brutto kalkulieren, was bedeutet: Sie verlieren bei einer Novelle zunächst gegen 25.000 Euro.

Wollen Sie immer noch schreiben?

Vor kurzer Zeit wurden von einem Alternativverlag einmal die Hauptanforderungen an eine erotische Novelle formuliert.

Wir mögen Handlungen (Plots) und Figuren, die Wagnisse eingehen … Wir mögen Bücher, die Leser vom Hocker werfen, entweder, weil wir neugierig auf jede neue Seite sind oder weil sie uns erregen.


Ersetzen Sie einfach „erregen“ durch „bewegen“, und Sie haben das „Geheimrezept“ gefunden. Wenn Sie wirklich mehr wissen wollen, dann lesen Sie im Blog „Sinnlich Schreiben“ nach. Dort finden Sie alles, was nötig ist, um die Feder zu spitzen.

Für Autorinnen und Autoren ist die Zeit, die sie benötigen, um Ihre Geschichten zu entwickeln und ausführen, von erheblicher Bedeutung – zumal die meisten von uns nicht vom Schreiben leben können. Daher halte ich für eine gute Idee, mit einer Novelle zu beginnen, wenn Sie eine sehr ausgeprägte erotische Geschichte relativ kompakt erzählen wollen. Wenn Sie an Werktagen zwei bis maximal vier Stunden schreiben können, sind 500 Stunden möglicherweise bereits zu viel. In diesem Fall könnten Sie sogar mit einer Kurzgeschichte beginnen, an die sie eine zweite oder dritte Episode anhängen, um so zu Ihrer ersten Novelle zu kommen.

Lustvolle Themen (15) Ideen für erotisches Schreiben - Austausch

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Unser Vorschläge zu erotischen Themen für Autorinnen und Autoren wurden allesamt verlagert auf „SinnlichSchreiben“. Dort finden Sie in Zukunft nicht nur die hier gelöschten Vorschläge wieder, sondern auch zahllose neue Ideen. Ferner veröffentlichen wie dort „Saisonvorschläge“, die besonders gut in die Jahreszeit passen.

Die dort veröffentlichen Vorschläge und Fragmente in der Kategorie eins – „Sinnliche Ideen“ dürfen weiterverwendet, ausgebaut und variiert werden, solange sie nicht als “Schreib-Tipps” im Internet verbreitet warden und keine Rechte Dritter (fremde Zitate sind gekennzeichnet) verletzt werden.

Lustvolle Themen (10) Ideen für erotisches Schreiben - Dominas

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Unser Vorschläge zu erotischen Themen für Autorinnen und Autoren wurden allesamt verlagert auf „SinnlichSchreiben“. Dort finden Sie in Zukunft nicht nur die hier gelöschten Vorschläge wieder, sondern auch zahllose neue Ideen. Ferner veröffentlichen wie dort „Saisonvorschläge“, die besonders gut in die Jahreszeit passen.

Die dort veröffentlichen Vorschläge und Fragmente in der Kategorie eins – „Sinnliche Ideen“ dürfen weiterverwendet, ausgebaut und variiert werden, solange sie nicht als “Schreib-Tipps” im Internet verbreitet warden und keine Rechte Dritter (fremde Zitate sind gekennzeichnet) verletzt werden.

Die Woche in Erotik-Literatur: Verlockungen zum Ungewöhnlichen

Ein altes Thema, neu aufgelegt: Muss die Autorin (oder gar der Autor) tatsächlich physisch erlebt haben, was er beschreibt? Meine Antwort war immer: Nein, aber es wäre günstig, wenn die Kurzgeschichten Novellen dun Romane gedanklich halbwegs nachvollziehbar geschrieben wären. Was Sie über Analverkehr schreiben können, ohne jemals aktiv oder passiv daran beteiligt zu sein, lesen Sie hier. Wo sonst?

Ach, anal erscheint Ihnen dann doch fatal? Wie wäre es mit Romantik und Sex? Das passt wie das Harte in das Weiche (oder war es das Runde ins Eckige)? Wo bekommen Sie Hinweise darauf, wie sich Sex in romantische Liebesgeschichten einbinden lässt? Bei mir. Übrigens bringe ich dazu psychologische Hinweise und Beispiele. Alles kostenlos – und alles für Sie – reiner Service.

Ich schlage Ihnen diesmal in der siebten Ausgabe von „Lustvolle Themen“ sogar zwei Themenbereiche für romantische Erzählungen vor.

Interessant dürfte für alle Autorinnen sein, warum Frauen für Frauen schreiben: weil sich Frauen als Leserinnen besonders intensiv mit der Heldin identifizieren. Sie erlebt sozusagen stellvertretend, wovon die Bäckereiwarenverkäuferin oder Diplom-Sekretärin nur träumen kann.

Träumen? Viele Frauen träumen von demütiger Unterwerfung, wenn es denn ihre Lust steigert – aber Männer eben auch. Von aktiver sadistischer Beherrschung träumen hingegen wenig Frauen, und offenbar auch nicht schrecklich viele Männer. Fragt sich doch: Wie gehen Autorinnen und Autoren damit um? Ausnahmsweise habe ich die Sache mal aufgeteilt: Was können Frauen tun, um das „sadomasochistische“ Verhältnis zu beschreiben, und wie würden Männer dabei vorgehen? Gibt es überhaupt Unterschiede?

Falls Sie dergleichen umsetzen wollen, finden Sie in der achten Folge der „lustvollen Themen“ zwei Hinweise, wie Sie Geschichten rund um die erotische Demut aufbauen könne.

Ein Satz in eigener Sache

Ich schreibe keine erotischen Novellen oder Romane, sondern überwiegend Berichte und Kolumnen. Das bedeutet: Ich bin kein Konkurrent. Deshalb bitte ich Sie, mich überall dort populär zu machen, wo Autorinnen und Autoren präsent sind, die sich für erotische Literatur interessieren.

Lustvolle Themen (7) -Ideen für erotisches Schreiben - Dämonisches

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>Aus grundsätzlichen Erwägungen habe ich mich entschlossen, alle Beiträge, die moderne erotische Literatur betreffen, nicht mehr auf meiner Schriftsteller-Seite zu veröffentlichen. Denn für mich gilt das Gleiche wie für alle in der Branche: Allein die Nähe zu erotischen Schriften wertet einen Schriftsteller ab – daran kann ich nichts ändern.

Soweit die schlechte Nachricht. Die Gute: In Zukunft erfahren Sie alle über das Schreiben erotischer Literatur auf der neuen Seite „Sinnlich Schreiben“, die ich eigens dafür eingerichtet habe. Es wird eine Weile dauern, bis Sie dort alles finden, wonach Sie suchen – aber gut Ding will Weile haben. Im April 2015 stehen alle Artikel wieder zur Verfügung.
Sie bekommen dort:

- Ideen in Hülle und Fülle.
- Themen, die Ihre Fantasie anregen.
- Innovative Möglichkeiten, erotisch zu schreiben.
- Neue Wege abseits der ausgetretenen Pfade.
- Hintergrundinformationen zu komplexen erotischen Themen.
- Statistiken zu erotischen Fantasien.
- Alternativen zur Beschreibung sexueller Handlungen.
- Psychologische Hintergründe, die nur wenige kennen.
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Ich lade sie herzlich ein, dort meinen Ideen zu mausen, sich an Themen zu ergötzen oder sich darüber zu empören. Sie können also mit mir teilen oder austeilen – wie Sie wollen. In jedem Fall freue ich mich auf Sie.

Erotisch schreiben: Analverkehr – muss ich das erlebt haben?

Puff - und weg ist der Artikel, der hier stand. In einem neuen Blog, "Sinnlich Schreiben" bekommen Sie ihn zurück (siehe Link) aber noch viel mehr:

- Ideen in Hülle und Fülle.
- Themen, die Ihre Fantasie anregen.
- Innovative Möglichkeiten, erotisch zu schreiben.
- Neue Wege abseits der ausgetretenen Pfade.
- Hintergrundinformationen zu komplexen erotischen Themen.
- Statistiken zu erotischen Fantasien und wissenschaftliche Thesen.
- Alternativen zur Beschreibung sexueller Handlungen.
- Psychologische Hintergründe, die nur wenige kennen.

Sie lesen den gesuchten Artikel dort ebenfalls, neu aufbereitet für Autorinnen und Autoren: Dort wird das für viele Autorinnen und Autoren peinliche Thema "Analverkehr" behandelt und gefragt: "Muss ich so etwas wirklich selbst erlebt haben?


Lustvolle Themen (6) Ideen für erotisches Schreiben - wie nackt?

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Unser Vorschläge zu erotischen Themen für Autorinnen und Autoren wurden allesamt verlagert auf „SinnlichSchreiben“. Dort finden Sie in Zukunft nicht nur die hier gelöschten Vorschläge wieder, sondern auch zahllose neue Ideen. Ferner veröffentlichen wie dort „Saisonvorschläge“, die besonders gut in die Jahreszeit passen.

Die dort veröffentlichen Vorschläge und Fragmente in der Kategorie eins – „Sinnliche Ideen“ dürfen weiterverwendet, ausgebaut und variiert werden, solange sie nicht als “Schreib-Tipps” im Internet verbreitet warden und keine Rechte Dritter (fremde Zitate sind gekennzeichnet) verletzt werden.


Lustvolle Themen (4) - Ideen für erotisches Schreiben -Psycho und Beichten

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Unser Vorschläge zu erotischen Themen für Autorinnen und Autoren wurden allesamt verlagert auf „SinnlichSchreiben“. Dort finden Sie in Zukunft nicht nur die hier gelöschten Vorschläge wieder, sondern auch zahllose neue Ideen. Ferner veröffentlichen wie dort „Saisonvorschläge“, die besonders gut in die Jahreszeit passen.

Die dort veröffentlichen Vorschläge und Fragmente in der Kategorie eins – „Sinnliche Ideen“ dürfen weiterverwendet, ausgebaut und variiert werden, solange sie nicht als “Schreib-Tipps” im Internet verbreitet warden und keine Rechte Dritter (fremde Zitate sind gekennzeichnet) verletzt werden.



Thema Verführungen: Abgegrast oder noch interessant?

Verführerinnen und Verführer - wie Sie darüber schreiben können


Verführungen sind das Salz in der Suppe der erotischen Literatur, weil in ihnen ein natürlicher Spannungsbogen liegt, den die Autorin nur mit Leben füllen muss.

Eine erotische Verführung beruht auf zwei (selten mehr) Personen, denen unterschiedliche Rollen zugewiesen werden. Eine der Personen agiert als aktiver Verführer, der zumeist „alle Register“ zieht, um sein Ziel zu erreichen. Die andere Rolle fällt der zu verführenden Person zu. Sie befindet sich üblicherweise in dem Zwiespalt, sich mit einem Teil ihres Wesens zu verweigern, mit einem anderen, eher geheimen Teil ihrer Psyche aber durchaus bereit zu sein, sich dem Verführenden auszuliefern.

Das bedeutet: Zu Anfang Ihrer Geschichte besteht kein Konsens zwischen beiden, und das Ergebnis der Verführung ist offen. Je nachdem, wie Sie das Metier der Schreibkunst beherrschen, können sie nun den Zwiespalt farbig ausmalen. Dabei schildern Sie möglichst intensiv die „beiden Seelen in der Brust“ der Heldin abspielen, während die Stichworte durch die Aktivitäten des Verführers vorgegeben werden. Ich kann nur empfehlen, solche Geschichten sehr direkt aus der Sicht der Heldin, also der Verführten, zu erzählen.

Abgegrastes Thema Verführung?

Allerdings ist das Thema der Verführung inzwischen bis auf den Rasen abgegrast, sodass es großer Erzählkunst bedarf, um Leserinnen für „ganz gewöhnliche“ Verführungen zu begeistern. Wenn Sie es dennoch versuchen wollen, sollten Sie beide Stränge der Geschichte, also die Abwehr und die Bereitschaft, möglichst transparent schildern. Denken Sie daran, dass sich die Leserin gerne selber in der Rolle sieht, und je mehr sie sich beteiligt fühlt, umso besser.

Thematisieren: die Furcht vor den Folgen kontra Freude an der Lust

Will man der Verführung mehr Farbe verleihen, so kann man viele Wege gehen. Einer der Bekanntesten besteht darin, dass sich die Frau wohl gerne verführen ließe, aber sich nicht sicher ist, welche Folgen dies für sie haben könnte. In früheren Zeiten war es die gesellschaftliche Ächtung und die mögliche Schwängerung, während die heutigen Heldinnen eher die Reise in ein unübersehbares Abenteuer fürchten, wie beispielsweise SM-Aktvitäten.

Das doppelseitige Spiel: Sich verführen lassen

Eine sehr hübsche Variante für Frauen besteht darin, von vornherein zu wissen, dass sie verführt werden wollen, sie aber für den Verführer immer wieder Hindernisse aufbauen, um seine Bemühungen zu erschweren und weiter anzustacheln. Bei dieser Variante müssen Sie nicht so sehr auf die Gefühle achten, sondern können dem äußeren Geschehen breiten Raum geben – und dabei auch durchaus etwas Humor beweisen.

Situative Verführungen

Eine sehr moderne Variante der Verführung, die Sie sicher schon einmal in einmal in einem Film gesehen haben, ist die Verführung aus einer neutralen Situation heraus. Das Paar hat sich getroffene, um etwas zu diskutieren, und plötzlich beschließt einer von beiden, den anderen zu verführen, während dieser sich zu Anfang sträubt. Aus einem normalen sozialen Kontakt wird also eine Verführung. Geschichten dieser Art sind in der Regel sehr kompakt aufgebaut, sodass sie sich auch für Kurzgeschichten eignen. Je normaler der anfängliche Kontakt, umso erregender ist es für die Leserin, in den Strudel der Verführung hineingerissen zu werden. Falls Sie keine Scheu vor lesbischen Szenen haben, können Sie ihre Heldin situativ durchaus von einer Frau verführen lassen. Das klingt zwar merkwürdig, ist aber für Autorinnen höchst plausibel, weil sich Frauen in der Regel besser in die Gefühlswelt anderer Frauen hineindenken können als in die Gefühle der Männer.

Die Frau als Verführerin

Ich habe die Frau als Verführerin schon zwei Mal erwähnt: einmal, indem sie vorgibt, die Verführte zu sein, und einmal als gleichgeschlechtliche Verführerin. Selbstverständlich waren Frauen immer aktive Verführerinnen, aber erst in den letzten Jahren ist die einer breiten Öffentlichkeit bewusst geworden. Wenn Sie eine Frau schildern, die aktiv verführt, und wenn Sie aus der ICH-Position heraus schreiben, sollten Sie sich mit der Rolle intensiv auseinandersetzen. Eine Verführerin hat einen Grund, zu verführen, und sie benötigt Konsequenz, um dieses Ziel zu erreichen, das heißt, sie „spielt nicht ein bisschen Verführung“. In den letzten Jahren ist das Thema „Ältere Frau verführt deutlich jüngeren Mann“ populär geworden, das umso mehr verzückt, je unschuldiger sich der junge Mann der Verfügung unterwirft.

Zusammenfassung – Verführungen

Die/der Verführte

Die Person, die verführt wird, sollte mit beiden Gefühlssträngen, also dem ablehnenden und dem begierigen Zweig geschildert werden. In einem Roman lassen sich beide Zweige bereits zuvor ansatzweise skizzieren, die Kurzgeschichte lebt ausschließlich vom Moment des “inneren Konflikts“. Beides gilt im Wesentlichen nur dann, wenn der/die Verführte als Icherzähler auftritt oder der/die Verführte im Fokus steht.

Die/der Verführer(in)

Zweckmäßigerweise bleiben Verführer oder Verführerin Stichwortgeber, wenn die Geschichte aus der Sicht des/der Verführten erzählt wird. Handelt es sich jedoch um die Verführerin selbst, die als Icherzählerin fungiert oder die stark im Fokus steht, so muss die Heldin (der Held) genügend Konsequenz zeigen, um sein Ziel durchzusetzen. Aus meiner Sicht ist die schwieriger zu realisieren, vor allem für weibliche Autoren.

Sieben gute Ratschläge für ängstliche Erotik-Autorinnen

Sieben wertvolle Ratschläge für Ihre erste erotische Geschichte

Die Lust auf Sex wohnt in jedem Hirn, jedem Herzen und jedem Bauch – was läge da näher, als auch über die Lust zu schreiben?

Na schön – ich gestehe Ihnen zu, dass es nicht schön ist, von einer CDU-Frau als Pornografin beschimpft zu werden, wie es mit einer bekannten Erfolgsautorin geschah. Aber Sie müssen damit rechnend, dass ihr Entschluss, über Erotik zu schreiben, Kontroversen auslöst.

Diese wichtigen Autoren-Ratschläge können ihnen Helfen, über Zweifel und Selbstzweifel hinwegzukommen.

1. Respektieren Sie sich und ihre Gefühle
Respektieren Sie sich selbst mit ihrer Sprache und Ihrer Sichtweise, aber gehen sie den Schritt darüber hinaus, der die Fantasie zum Funkeln bringt. Lust entsteht in erster Linie im Kopf – zwischen den Beinen fühlt sie der Leser (und die Leserin!) erst wenn der Kopf längst glüht.

2. Versuchen Sie, Genitalien auszusparen
Wenn Sie keine Meisterin / kein Meister des Genres sind, versuchen Sie, Geschlechtsorgane möglichst selten zu benennen. Bevor sich der Penis hebt und die Vagina befeuchtet, entwickeln sich Gefühle, die Sie beschreiben sollten.

3. Möglichst wenig Klischees
Sie haben kitschige Szenen in romantischen Frauenromanen gelesen, und neuerdings mit Sicherheit auch in erotischen Frauenromanen. Häufig wird Klischee an Klischee gereiht, wie etwa „weiche Knie“ oder „Schmetterlinge im Bauch“. Lassen Sie sich bitte etwas einfallen, dass es in ihrer Sprache schon gab, bevor sie Kitschromane lassen.

4. Sexszenen nicht aneinanderreihen wie Perlen
Versuchen Sie gar nicht erst, eine Sexszene nach der anderen wie bei einer Kette aufzufädeln. Lassen Sie Ihren Heldinnen und Helden Zeit zum Sehnen, Fühlen und Nachdenken - und sich selbst auch.

5. Alle fünf Sinne ansprechen
Wie ich schon vielfach schrieb, werden sinnliche Genüsse mit mehr als einem Sinn erfasst. Wonach riecht das Schlafzimmer der Dame? Welche Geräusche hinterlassen ihre Schritte? Was sehen Sie in ihren Pupillen? Wie schmecken ihre Lippen? Was spüren Sie, wenn sie ihre Haut berühren? Damit bringen Sie die Geschichte „hautnah“ an ihre Leserinnen und Leser.

6. Verführen Sie mit Worten, nicht mit dem Körper
Die Verführung in erotischen Geschichten verfängt durch Worte, nicht durch Taten. Es kommt nicht darauf an, dass die Hand des Helden unter den Rock der Heldin kriecht, sondern wie das geschieht.

7. Wechseln Sie zwischen distanzierter und unmittelbarer Ansprache
In weichen, sinnlichen Szenen versuchen Sie, Ihrem Leser oder Ihrer Leserin „unter die Haut“ zu kriechen. Versachlichen Sie ihre Sprache aber, sobald etwas Ungewöhnliches, Befremdliches gefordert wird – das würde Sie ja in jeder anderen Erzählung auch tun.

Ich hoffe, Sie konnten ein paar Tipps brauchen, um Ihre Erzählung zu beginnen.