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Warum Herr Pirincci unerträglich geworden ist

Der Schriftsteller kann und darf normalerweise übertreiben – und in Kurzgeschichten, Novellen und Romanen wird dies sogar von ihm erwartet. Üblicherweise stellt er sich nicht in die Reihen der politisch Einseitigen und dies aus gutem Grund: Parteiräson ist dem Schriftseller fremd, der gewohnt ist, alles zu schreiben, was denkbar ist.

Ich habe den Schriftsteller Akif Pirinçci einmal verteidigt – weil es nicht sein kann, dass ein Mensch kein Buch im Zorn schreiben darf. Menschen sind häufig zornig, und ein Buch kann man wenigstens als Diskussionsgrundlage ansehen, auch wenn es noch sehr so sehr nach Populismus stinkt.

Akif Pirinçci hat sich nun aber entschlossen, dem ohnehin schon rechtslastigen Bündnis Pegida eine Rede zu halten, die noch weitaus empörender ist, als sie in der Presse zitiert wurde. Das waren nicht böse Worte, das war kein unüberlegter Rechtspopulismus, das war der blanke Hass.

Deutschland mag dies oder jenes brauchen oder nicht brauchen, und es mag unterschiedliche Meinungen über Deutsche und Flüchtlinge geben. Aber eines darf es nicht geben: den blanken, ungebremsten Hass. Er frisst die Seelen auf und vergiftet die Gedanken – und niemand wir sagen können, dass darin etwas Positives für Deutschland zu finden ist.

Frauenquote bei der ARD – beginnt nun der Kulturbetrug?

Frauen sind – oh, wir haben es oft genug gehört, die besseren, die moralischeren und tüchtigeren Menschen. Sie schaffen in Massen Kultur - was wir an den Kitsch-Liebesromanen unzweifelhaft jederzeit ablesen können. Doch bei ihnen ist keine Quote nötig: Wenn der Romantik-Schleim unten aus dem Fernseher herauskommt, stammt das Buch oder Drehbuch garantiert von einer Frau.

Ei, ei, da wären noch Krimis: IM Vereinigten Königreich sind zwar noch nicht alle Autoren weiblich, aber es gibt immer mehr Kommissarinnen. (Übrigens sind einige meiner Favoritinnen darunter).

Und nun? Nun will die öffentlich-rechliche Fernsehanstalt ARD das Gleichgewicht der Drehbuchschreiber bei Krimis manipulieren. Alles, was nicht 50:50 ist, muss bekanntlich geändert werden, wenn man den Feministinnen Glauben schenken soll – und die haben offenbar auch die ARD als Kampfplatz für ihre Absichten entdeckt. Offenbar ließ sich davon auch der Prorammdirektor beeinflussen. Zwar will er vorerst nur 20 Prozent der Produktion „in Frauenhände legen“ (wie rührend von ihm), doch sollen dabei eben auch die ARD-Zuschauermagnete „Tatort“ und „Polizeiruf 110“ sein.

Es ist völlig gleichgültig, ob jeder Fünfte oder jeder zweite Film dem „Händchen“ einer Frau entspringt – Tatsache bleibt, dass Quoten immer einseitige Manipulationen sind, durch die im Zweifel eben nicht der bessere Beitrag, sonder der „Quotenbeitrag“ zum Zuge kommt. Wobei man beim Tatort eigentlich nichts mehr falsch machen kann – das Niveau ist ohnehin im A … Pardon, im Absinken.

Auf zu neuen Ufern – ich biete mich an

Auf dem Weg zu neuen Ufern ...

Nachdem ich fast 10 Jahre im Internet über Themen geschrieben habe, die sich eng an die Partnersuche anlehnten, bin ich nun bereit, etwas Neues zu wagen. Das „Neue“ kann alles sein, was Sie schreiben, bewerten, analysieren, vortragen, zusammenarbeiten, oder einander ergänzen nennen könnten.

Von den meisten Menschen und Institutionen erwarte ich eine angemessene Bezahlung pro Tag, Stunde, Normseite, Zeile oder Wort. Sollten Sie ein Projekt mit geringem Budget haben, das mich besonders interessiert, kann über den Preis verhandelt werden.

Zu den Themen, die gerne und ausführlich, zuverlässig und kompetent mehr sagen kann als andere, sind:

1. Alltagspsychologie.
2. Kommunikation.
3. Partnersuche und Partnerwahl.
4. Liebe und Sexualität.
5. Problemlösungsverfahren.
6. Auswirkungen von IT-Technologie auf das Zusammenleben.
7. Kritische Analyse wissenschaftlicher Aussagen.
8. Lebenspläne und deren Veränderung.
9. Auswirkungen von IT-Technologie.
10. Erotische Literatur, auch die der Vergangenheit.


Was immer Sie gerade jetzt planen: Planen Sie mich mit ein. Und wenn Sie Lust haben, einfach mit mir zu sprechen, dann tun Sie es doch einfach.

Und Sie finden mich neuerdings auch auf: sehpferd.de

Wie schreibe ich ein Buch?


Erster Teil: warum Sie sich nicht fragen sollten, wie Sie ein Buch schreiben.


Ein Buch schreiben – davon scheinen viele Menschen zu träumen. Zahllose Werbeplakate in unseren Städten deuten darauf hin, und die einschlägigen Suchmaschinen zeigen eine große Anzahl von von Anzeigen, die alle dazu verlocken sollen, „schreiben zu lernen“. Unter ihnen gibt es Menschen und Institutionen, die davon leben, dass angehende Autoren offenbar nicht wissen, wie sie ein Buch schreiben könnten. Mal versuchen die Inserenten, Manuskripte abzusaugen, mal bieten sie Fernkurse an, mal gewöhnliche Kurse, und hin und wieder versprechen sie Hilfe bei Schreiben oder Vermarkten eines Buches.

Welche Frage stellt sich zu Anfang? Ist es wirklich die Frage, die überall im Internet behandelt wird: „Wie schreibe ich ein Buch?“ (Google: 8.500 Einträge in dieser Form). Um es gleich zu sagen: Diese Frage ist ungefähr so intelligent, wie zu fragen: „Wie koche ich ein Essen?“ (Google: fünf Einträge in dieser Form).

Sehen Sie, die Frage ist zu einfach gestellt. Denn „ein Buch“ zu schreiben bedeutet zunächst nichts anderes, als aus Wörtern Sätze zu bilden, die irgendeinen inneren Zusammenhang haben und die am Ende ein Manuskript ergeben, das sich transportieren lässt.

Sonderlich intelligent ist die Absicht, ein Buch schreiben zu wollen, keinesfalls. Denn vor der Frage „wie schreibe ich ein Buch“ sollte eine andere Frage stehen: „Was will ich sagen, übermitteln, kommunizieren und am Ende transportieren?“

Die meisten Menschen, die das Wort „Buch“ hören, fällt dazu der Roman ein. Spricht man mit Menschen, die „gerne ein Buch schreiben würden“, so ist fast immer der Roman gemeint – und meist die Geschichte des eigenen Lebens. Mein Urgroßvater schrieb so ein Buch – und außer den Nachkommen, die daraus etwas über sein Leben erfahren konnten, interessierte es keinen Menschen. Wie sollte es auch? Es war die Geschichte eines Menschen, der vom Gutsverwalter zum Agrarreformer wurde, daraufhin von den Krautjunkern angefeindet wurde, mehrfach heiratete und sehr alt wurde. Ein Zeitzeugnis, sicherlich, aber ohne Belang.

Schriftsteller sind Menschen, die Schriften verfassen. Literarische Ambitionen sind dazu nicht nötig. Laien hingegen glauben, Schriftsteller würden erstens nichts als Romane schreiben und zweitens, sie hätten den besonderen Kuss einer Muse bekommen, um schöne Sätze zu deichseln. In Wahrheit ist das nicht so – nur der Kulturbetrieb hebt einzelne Schriftsteller in den Himmel der Literatur-Göttinnen odre Literatur-Götter.

Was wollten Sie also „sagen, übermitteln und transportieren?“

Im Grunde haben sie die Wahl unter drei Alternativen und mehreren Varianten.

1. Sie können Informationen transportieren. Üblicherweise schreiben Sie dann ein Sachbuch oder sie versuchen, die Meinungen und Ansichten zu einem Thema zu sammeln und zu verdichten.
2. Sie könnten aber auch Gedanken transportieren. In diesem Fall wäre es nützlich, über ein großes Potenzial an Fantasie und ungewöhnlichen Ideen zu verfügen und sie auch auf Personen, Situationen und nicht zuletzt Dialoge herunterbrechen zu können.
3. Letztendlich können Sie versuchen, Gefühle zu transportieren. Diese Absicht ist deutlich schwerer umzusetzen, als mit Tatsachen oder Gedanken zu hantieren. Ich erkläre Ihnen gerne, warum das so ist, aber dazu müssten wir tiefer in die Welt der menschlichen Kommunikation einsteigen, als ich es hier tun kann.

Nehmen wir an, bei Ihnen würde alles „glatt laufen“. Sie würden Ihr Buch zu Ende schreiben, einen Verleger finden und feststellen, dass es Interessenten in gebundener Form beim Buchhändler bestellen können. Irgendwann wird Ihre Information dann bei jemandem ankommen, den man üblicherweise als „Leser“ bezeichnet.

Dieser wird das Buch aufschlagen, ein paar Sätze daraus lesen und es dann entweder interessant, hilfreich, lehrreich, bewegend oder berührend finden – oder nichts davon. In den meisten Fällen werden sie wenig darüber erfahren, was ihre Leserinnen und Leser wirklich über Ihr Buch denken. Die Kommunikation zwischen einem Schriftsteller und seiner Leserschaft ist recht einseitig.

War es das, was Sie sich vorgestellt hatten, als Sie die erste Seite schrieben?

Autoren, Novellen und der Berg der Worte, der vor ihnen liegt

Erstaunlicherweise kann das deutsche Bildungsbürgertum zwar inzwischen akribisch definieren, was eine Kurzgeschichte, eine Novelle oder ein Roman ist, aber nicht einmal, wie viele Worte dort üblicherweise verwendet werden. Ich gebe Ihnen hier eine kleine Hilfe:

Kurzgeschichten beinhalten zwischen einigen hundert bis zu 20.000 Worten, wobei weniger oft mehr ist. Wer darüber hinausgehen will oder soll, dem wird empfohlen, mehrere Episoden zu einer Novelle zusammenzufassen. Eine Novelle erweitert die Möglichkeiten der Kurzgeschichte und lässt Ihnen Spielraum, die Episoden auszuweiten oder gar mehrere Episoden zusammenzufügen. Wenn Ihre Geschichte zwischen 20.001 und gegen 50.000 Worte enthält, gilt sie als Novelle. Romane erlauben mehrerer Parallelhandlungen und Entwicklungen über weite Zeiträume. Hat Ihr Werk also über 50.000 Wörter, so könnte man es als Roman bezeichnen.

Sie brauchen Zeit - zu viel Zeit?

Um etwa 1000 Wörter in einem größeren Zusammenhang sinnvoll zu schreiben und zu korrigierend, darüber noch einmal nachzudenken und sie neu zu fassen, benötigen Sie je nach Schreibkunst, Veranlagung und Recherche zwischen zwei und zehn Stunden.

Für eine Kurzgeschichte benötigen Sie also bis zu 200 Stunden, für eine Novelle bis zu 500 Stunden und für einen Roman mit 100.000 Wörtern bis zu 1000 Stunden. Das ist leider nur Theorie, denn während der Zeitbedarf für eine Kurzgeschichte durchaus zutreffen könnte, benötigen die meisten Autoren für einen literarisch hochwertigen Roman wesentlich länger.

Wirtschaftlich gesehen schreiben Sie weit unter dem Mindestlohn

Um Ihnen noch einen Hinweis zu geben, ob es sich wirtschaftlich lohnt, rechnen Sie sich mal den „Mindestlohn“ eines Hilfsarbeiters aus, den Sie in dieser Zeit erwirtschaften könnten. Dann verlieren sie also zunächst einmal 4.000 Euro bei einer Novelle, falls Sie sich wirklich auf dem Niveau eines Hilfsarbeiters fühlen, haben aber noch keinen Urlaub und keine Rentenversicherung. Normalerweise sollten Sie Ihre Arbeitsstunde für selbstständige Tätigkeit mit gegen 50 Euro brutto kalkulieren, was bedeutet: Sie verlieren bei einer Novelle zunächst gegen 25.000 Euro.

Wollen Sie immer noch schreiben?

Vor kurzer Zeit wurden von einem Alternativverlag einmal die Hauptanforderungen an eine erotische Novelle formuliert.

Wir mögen Handlungen (Plots) und Figuren, die Wagnisse eingehen … Wir mögen Bücher, die Leser vom Hocker werfen, entweder, weil wir neugierig auf jede neue Seite sind oder weil sie uns erregen.


Ersetzen Sie einfach „erregen“ durch „bewegen“, und Sie haben das „Geheimrezept“ gefunden. Wenn Sie wirklich mehr wissen wollen, dann lesen Sie im Blog „Sinnlich Schreiben“ nach. Dort finden Sie alles, was nötig ist, um die Feder zu spitzen.

Für Autorinnen und Autoren ist die Zeit, die sie benötigen, um Ihre Geschichten zu entwickeln und ausführen, von erheblicher Bedeutung – zumal die meisten von uns nicht vom Schreiben leben können. Daher halte ich für eine gute Idee, mit einer Novelle zu beginnen, wenn Sie eine sehr ausgeprägte erotische Geschichte relativ kompakt erzählen wollen. Wenn Sie an Werktagen zwei bis maximal vier Stunden schreiben können, sind 500 Stunden möglicherweise bereits zu viel. In diesem Fall könnten Sie sogar mit einer Kurzgeschichte beginnen, an die sie eine zweite oder dritte Episode anhängen, um so zu Ihrer ersten Novelle zu kommen.

Spanische Verlage: Der Schuss gegen Google geht nach hinten los

Manche Zeitungsverleger haben offenbar vor lauter Selbstherrlichkeit das Denken verlernt. Denn der Nachrichtendienst „Google News“ versorgt ein paar Millionen Menschen tagtäglich mit Informationen, die sie auf diese Weise (und oft nur auf diese Weise) zu einem Gesamtbild zusammenfügen können.

Das stärkt die Meinungsvielfalt und führt auch dazu, dass Menschen sich die Zeitungen ansehen, die sie niemals kaufen. Zum Beispiel, weil für einen Erfurter keine regionale Bedeutung hat, was in Köln passiert, die Meinung des Kölner Kommentators aber ein wichtiges Element der Meinungsbildung sein kann.


Manche Verleger – unter ihnen auch bekannte deutsche Verleger – wollen das nicht begreifen, was letztlich auch bedeutet: Die Meinungsvielfalt, ohnehin durch die Pressekonzentration in Gefahr, wird den Interessen ihrer Buchhalter geopfert.

Google hat den Streit um den „Leistungsschutz“ schon lange satt. Und die Bereitschaft des Gesetzgebers, den aggressiven Verlegern wie ein Schoßhündchen zu folgen, verwundert nicht nur neutrale Beobachter, sondern mittlerweile auch Autoren.

In Spanien hat Google nun die Konsequenz gezogen: keine Google News mehr für Spanien – aus und vorbei. Über die merkwürdige Verquickung von Wirtschaftsinteressen der Verleger und dem „Volkswillen“ schreibe die „Süddeutsche Zeitung":

Die vor allem von den Verlegern unterstützen Gesetzesänderungen kam mit den Stimmen der Abgeordneten der konservativen Volkspartei (PP) von Ministerpräsident Mariano Rajoy zustande. Sprecher linker Parteien und auch Vertreter der Kulturszene hatten vor allem die "Google-Gebühr" kritisiert.


Der Schuss des spanischen Gesetzgebers könnte freilich nach hinten losgehen. Denn Google News ist ja nicht nur ein Nachrichtendienst, sondern vor allem auch eine kostenlose Werbeplattform für die Zeitungen, die hier zitiert werden.

In Deutschland gelte etwas andere Voraussetzungen, doch wüten auch hier einzelne Verlagshäuser dagegen, dass Google auch nur winzigste Ausschnitte aus den (oftmals inhaltlich völlig wertlosen) Artikeln zeigt.

Sieht man sich anderseits die monströsen Anzeigen an, die jetzt bei nahezu allen Online-Ausgaben deutscher Zeitungen lästig und störend „aufpoppen“, dann bekommt man einen Eindruck, was den Verlegern in Zukunft entgehen wird: Werbeeinnahmen. Und das sollte die Erbsenzähler in den betroffenen Verlagen beunruhigen.
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Wo sie jetzt Themen und Tipps zum erotischen Schreiben finden

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>Aus grundsätzlichen Erwägungen habe ich mich entschlossen, alle Beiträge, die moderne erotische Literatur betreffen, nicht mehr auf meiner Schriftsteller-Seite zu veröffentlichen. Denn für mich gilt das Gleiche wie für alle in der Branche: Allein die Nähe zu erotischen Schriften wertet einen Schriftsteller ab – daran kann ich nichts ändern.

Soweit die schlechte Nachricht. Die Gute: In Zukunft erfahren Sie alle über das Schreiben erotischer Literatur auf der neuen Seite „Sinnlich Schreiben“, die ich eigens dafür eingerichtet habe. Es wird eine Weile dauern, bis Sie dort alles finden, wonach Sie suchen – aber gut Ding will Weile haben.

Sie bekommen dort:

- Ideen in Hülle und Fülle.
- Themen, die Ihre Fantasie anregen.
- Innovative Möglichkeiten, erotisch zu schreiben.
- Neue Wege abseits der ausgetretenen Pfade.
- Hintergrundinformationen zu komplexen erotischen Themen.
- Statistiken zu erotischen Fantasien.
- Alternativen zur Beschreibung sexueller Handlungen.
- Psychologische Hintergründe, die nur wenige kennen.
-
Ich lade sie herzlich ein, dort meinen Ideen zu mausen, sich an Themen zu ergötzen oder sich darüber zu empören. Sie können also mit mir teilen oder austeilen – wie Sie wollen. In jedem Fall freue ich mich auf Sie.

Ihr

Gebhard Roese

Bella Block: eine alternde, eigensinnige Nörglerin

Es ist schon eigenartig, wenn man Kritiken anhand der Vorankündigungen schreibt, wie es offenbar der Filmkritikerin der „Stuttgarter Zeitung“ ging. Doch zunächst zur Heldin des ZDF: Bella Block.

„Bella Block“ ist eine eigenartige Figur der Krimigeschichte. Sie wirkt nahezu ausschließlich auf Frauen: Selbstherrlich, bisweilen bis an den Rand der Unbelehrbarkeit treibt sie ihre Ermittlungen voran – und behält am Ende recht, auch gegen zahllose Widerstände. Offenbar erkennen sich in ihre viele Frauen wieder, vor allem solche jenseits der 50.

Das mag auch der Grund sein, warum das ZDF weitere Folgen für die Figur der „Bella Block“ und ihre beliebte Darstellerin, Hannelore Hoger, schreiben ließ.

Die Stuttgarter Zeitung schwärmt:

Fabian Thaesler hat das Buch geschrieben, Christian von Castelberg Regie geführt. Es ist wohltuend, dass sie dem Zuschauer nicht jeden Intellekt absprechen, wie es in Krimis nicht selten der Fall ist. … (und) … den Weg zur Auflösung wird er nicht einmal erahnen.


Aha – man wird ihn nicht einmal erahnen. Dabei liegen die Todessehnsucht und die lesbische Beziehung geradezu in der Luft. Sie wird später in der Manier von Groschenromanen kitschromantisch per Tagebuch aufbereitet und in Rückblicken gezeigt. Die Dialoge wiederholen sich ständig. Die Ex-Kommissarin weiblich-eigensinnig, der Ex-Staatsanwalt männlich-rational. Das hätte für eine Szene gereicht, wird aber ständig neu aufgelegt. Dazwischen ein diffuses Gebrabbel über den Wert und Unwert von Männerfreundschaften. Die Handlung ist eher sparsam angelegt. Man arbeitet mit Träumen und Rückblicken, das schindet Zeit. Intellekt beim Zuschauer ist überflüssig. Man hat Zeit, pinklen zu gehen – es wird sowieso nichts geschehen, schon gar nichts, was das Hirn herausfordert.

Das Beste am Film war ein Gag: Sichtlich genervt von dieser Frau Block drückt eine portugiesische Kommissarin ihr Missfallen über die ständigen Einmischungen aus: „Frau Bundeskanzlerin“ nennt sie die Nörglerin und Besserwisserin auf Deutschland.

Wenn ich es in einem Satz ausdrücken sollte, würde ich sagen: Viel mehr als eine eigensinnige, alternde Nörglerin ist von der Person der Bella Block auch nicht übrig geblieben.

Ich sah die Sendung „Für immer und immer““ gestern vorab in ZDF Neo.
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Autorinnen: masochistische Wonne, nostalgische Romantik?

Wenn Sie erwarten, in diesem Artikel etwas über Sadomasochismus zu lesen, muss ich sie enttäuschen. Obgleich man durchaus zu der Meinung kommen könnte, die Autorinnen erotischer Liebesromane würden zwischen diesen beiden Betrachtungsweisen schwanken. Oder sie gar zusammenführen, wie dies in den „Shades of Grey“ und der Nachahmerliteratur geschehen ist.

Hier ist die Rede von den Autorinnen angeblicher „Sachbücher“ über die Partnersuche. Gegenwärtig überbieten sie sich darin, zu sagen, wie „beschissen“ Männer sind. Na klar, Männer wollen sowieso nur F*** und hintergehen Frauen mit allen erdenklichen Tricks, um das Ziel zu erreichen.

Das Zickengemecker soll lustig sein – sagen Frauen. Und sie kaufen die Bücher. Doch was steht dahinter? Eine masochistisch motivierte Reise in das innere Selbst? Stolpern auf dem Pflaster der Realität? Die nostalgische Suche nach der verloren gegangenen Romantik? Eines ist es sicherlich nicht: das Eingeständnis, wie niederträchtig und hinterhältig die Autorinnen waren, als sie recherchierten.

Ich nenne sie armselige Gestalten, und sicher nicht, weil sie Erfolg haben – sondern weil sie Flurschaden anrichten.

In der "Liebe Pur" lesen Sie, warum die Medien uns über diese und andere Fragen der Partnersuche Sand in die Augen streuen.

Ihre Angst vorm Schreiben - und die Erotik, die darin liegt

Träumen, aber sich nicht trauen, die Angst zu überwinden?


Eine erotische Geschichte zu schreiben, bedeutet, sich an den Körper eines Menschen heranzutasten und ihn so zu berühren, dass die Leserin glaubt, sie würde jetzt die Hand führen, die da über die Haut gleitet. Oder eben, dass es ihre Haut wäre, die gerade mit Worten gestreichelt wird. Unzweifelhaft regt das Lesen dabei gelegentlich dazu an, Botenstoffe freizusetzen, die ihrerseits wieder für feuchte Vaginen und erigierte Brustwarzen sorgen.

Das typische Hindernis für schreibende Frauen besteht darin, Angst vor der eigenen Courage zu bekommen. Doch sobald die Angst aufkommt, ist eigentlich der Moment gekommen, um die Geschichte wirklich erregend zu gestalten. Man könnte sagen: Gute Erotik beginnt erst hinter der Hürde, die Ihre Angst ihnen setzt.

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